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Google Ads Conversion-Tracking 2026: Praxisleitfaden für Deutschland — Einrichtung, DSGVO & Server-Side

Grundlagen15 Min. LesezeitVon Enrico Kunz

Google Ads Conversion-Tracking 2026: Praxisleitfaden für Deutschland — Einrichtung, DSGVO & Server-Side

Zuletzt aktualisiert: Februar 2026

Conversion Tracking bildet das Fundament jeder profitablen Google Ads Kampagne. Werbetreibende ohne Conversion Tracking verschwenden durchschnittlich 43% ihres Werbebudgets auf Keywords und Anzeigen, die keinen messbaren Umsatz generieren (WordStream DACH-Benchmarks 2026). Käufe, Anmeldungen, Anrufe und Formulareinreichungen — diese 4 Aktionstypen erfordern präzise Messung, bevor Google Ads Smart Bidding sie optimiert.

Falls Sie neu bei Google Ads sind, lesen Sie zunächst unseren Was ist Google Ads? Grundlagen-Leitfaden. Wenn Sie bereits ein Google Ads Konto erstellt haben, ist Conversion-Tracking der kritischste nächste Schritt.

Was Sie in diesem Leitfaden umsetzen:

  • Welche Conversion-Aktionen für Ihr Geschäftsmodell relevant sind
  • 3 Einrichtungsmethoden im direkten Vergleich (gtag.js, GTM, GA4)
  • Schritt-für-Schritt Implementierung mit Testverfahren
  • Enhanced Conversions für cookieloses Tracking
  • DSGVO-konforme Tracking-Konfiguration für den deutschen Markt
  • Troubleshooting der 7 häufigsten Tracking-Fehler

Was ist Conversion Tracking?

Conversion Tracking misst wertvolle Aktionen, die Nutzer auf Ihrer Website oder App ausführen, nachdem sie auf eine Google Ads Anzeige geklickt haben. Eine Conversion ist jede Handlung mit direktem Geschäftswert — ein Kauf, eine Anfrage, eine Anmeldung, ein Anruf oder ein Download.

Definition

Conversion Tracking funktioniert über ein Code-Snippet — das Conversion-Tag —, das Sie auf Ihrer Website platzieren. Erreicht ein Nutzer die Bestätigungsseite nach einem Kauf, feuert dieser Code und meldet die Conversion an Google Ads zurück. Google Ads ordnet diese Conversion der entsprechenden Anzeige, dem Keyword und der Kampagne zu. Diese Zuordnung bildet die Datenbasis für effektive Google Ads Gebotsstrategien.

Warum ist es unverzichtbar?

Werbetreibende mit korrekt implementiertem Conversion Tracking erzielen 47% besseren ROAS als jene ohne Tracking (Google Ads Branchenbenchmarks 2026). Klicks und Impressionen liefert Google Ads ohne Tracking — ob diese Klicks Umsatz erzeugen, bleibt ohne Conversion-Daten vollständig unsichtbar.

Conversion Tracking erreicht 5 messbare Ziele:

  • Profitabilität berechnen: Kosten pro Conversion, ROAS und echten ROI ermitteln (mehr dazu im Google Ads Kosten Guide)
  • Intelligent optimieren: Google Ads Smart Bidding steigert die Conversion-Rate um durchschnittlich 21%, sobald Conversion-Daten vorliegen
  • Budget klug verteilen: Profitable Keywords erhalten mehr Budget, unprofitable pausieren Sie sofort
  • Kampagnen A/B-testen: Anzeigentexte, Landingpages und Gebotsstrategien vergleichen Sie objektiv anhand von Conversion-Daten
  • Datengetriebene Entscheidungen treffen: Conversion-Daten aus Google Analytics ersetzen Bauchgefühl durch harte Fakten — vermeiden Sie typische Google Ads Fehler

Conversion-Aktionen definieren

Die strategisch wichtigste Entscheidung vor jeder technischen Implementierung lautet: Was zählt als Conversion für Ihr Unternehmen? Diese Entscheidung bestimmt, welche Daten Google Ads Smart Bidding optimiert.

Arten von Conversions

Google Ads unterstützt 4 Conversion-Typen, abhängig von Ihrem Geschäftsmodell:

Käufe/Transaktionen

Für E-Commerce bildet der abgeschlossene Kauf die primäre Conversion. Google Ads erfasst automatisch Transaktions-IDs, eliminiert Duplikate und trackt den Warenkorbwert für präzise ROAS-Berechnung. Wie Sie erfolgreiche E-Commerce-Kampagnen aufsetzen, zeigt unser Google Ads Kampagne erstellen Guide.

Leads/Formulare

Ausgefüllte Kontaktformulare, Angebotsanfragen und Demo-Buchungen bilden die Conversion-Basis für B2B-Unternehmen und Dienstleister. Unterschiedliche Conversion-Werte steigern die Gebotsgenauigkeit, weil nicht jeder Lead denselben Umsatz erzeugt. Für B2B-spezifische Strategien lesen Sie unseren Google Ads für B2B Guide.

Anrufe

Anruf-Conversions sind für lokale Dienstleister die umsatzrelevanteste Metrik. Google Ads trackt Anrufe über eine Weiterleitungsnummer in der Anzeige und misst Klicks auf die Telefonnummer auf mobilen Geräten — 2 separate Messpunkte im selben Setup.

App-Installationen

App-Installationen aus dem App Store oder Google Play Store sowie 2 In-App-Aktionen — Käufe und Registrierungen — bilden die Conversion-Basis für App-Entwickler.

Conversion-Typen: Entscheidungsmatrix

Geschäftstyp Primary Conversion Secondary Conversion Tracking-Methode Durchschn. Wert Empfohlene Zählweise
E-Commerce Kauf (Purchase) Warenkorbhinzufügung (Add to Cart) gtag.js mit dynamischem Wert Transaktionswert (variabel) Einmal pro Klick
B2B Lead-Gen Formulareinreichung (Lead) PDF-Download GTM (flexibel) 50-500 EUR (geschätzter Lead-Wert) Einmal pro Klick
Lokaler Dienstleister Anruf >60 Sek. Kontaktformular Anruferweiterungen + gtag 30-100 EUR (geschätzter Auftragswert) Jede (wiederholbare Anfragen)
SaaS Trial Sign-up Demo-Buchung GA4 Import (Events) 20-200 EUR (LTV-basiert) Einmal pro Klick
Beratung/Premium Termin gebucht Whitepaper-Download GTM + CRM-Integration 500-5.000 EUR (Beratungswert) Einmal pro Klick
Publisher/Content Newsletter-Anmeldung Artikellesung (Time on Page >3 Min.) GA4 Import 1-10 EUR (geschätzter Werbekontaktwert) Jede

Faustregel für Conversion-Werte:

Conversion-Wert = Durchschn. Kundenwert × Conversion-zu-Kunde-Rate

Beispiel B2B-Software:

  • Durchschnittlicher Kundenwert über 12 Monate: 5.000 EUR
  • Von 10 Leads werden 2 zu Kunden (20% Closing Rate)
  • Conversion-Wert pro Lead: 5.000 EUR × 20% = 1.000 EUR

Mehr zur Kosten-Bewertung in unserem Google Ads Kosten Guide.

Micro vs. Macro Conversions

Macro Conversions sind Ihre primären Geschäftsziele: Verkäufe, qualifizierte Leads, Anmeldungen — mit direktem Umsatzwert.

Micro Conversions sind 4 messbare Zwischenschritte auf dem Weg zur Macro Conversion: Newsletter-Anmeldungen, PDF-Downloads, Video-Aufrufe und Add-to-Cart-Aktionen. Micro Conversions liefern frühzeitig Feedback über Kampagnenperformance und erhöhen die Datenpunkte für Smart Bidding, auch wenn Macro Conversions selten auftreten.

Best Practice: Tracken Sie beide Conversion-Typen in Google Ads. Mehr zur strategischen Planung in unserem Google Ads Anleitung.

Conversion-Werte festlegen

Ein qualifizierter B2B-Lead für ein 50.000-EUR-Produkt trägt einen 100-fach höheren Conversion-Wert als eine 10-EUR-Newsletter-Anmeldung. Weisen Sie realistische Conversion-Werte zu (wie Sie Ihre Werte richtig berechnen, zeigt unser Google Ads ROI Guide):

  • E-Commerce: Tatsächlicher Transaktionswert (dynamische Werte aus dem Shop-System)
  • Lead-Generierung: Durchschnittlicher Kundenwert multipliziert mit der Closing Rate
  • Branding-Ziele: Konservativer Langzeitwert auf Basis historischer Kundendaten

Beispiel: Werden 10% aller Leads zu Kunden und ein Kunde generiert durchschnittlich 5.000 EUR Umsatz, beträgt der korrekte Conversion-Wert pro Lead 500 EUR.

Tracking einrichten: 3 Methoden

3 Implementierungswege stehen für Google Ads Conversion Tracking zur Verfügung. Die richtige Methode hängt von Ihrer technischen Infrastruktur und der Anzahl Ihrer aktiven Conversion-Aktionen ab.

Methoden-Vergleich: Welche ist richtig für Sie?

Kriterium gtag.js (direkt) Google Tag Manager GA4 Import
Setup-Zeit 15-30 Min. 30-60 Min. 10-20 Min.
Flexibilität ⭐⭐ Niedrig ⭐⭐⭐⭐⭐ Sehr hoch ⭐⭐⭐ Mittel
Technische Kenntnisse ⭐⭐ Basic HTML ⭐⭐⭐ Mittel ⭐ Sehr einfach
Empfohlen für Kleine Websites, Anfänger Mittlere-große Sites, mehrere Tags GA4-Nutzer, einheitliches Tracking
Vorteile Schnell, direkt von Google Zentral, ohne Code-Änderungen Automatisch synchronisiert
Nachteile Schwer zu ändern, Code-Änderungen nötig Initiale Lernkurve Weniger Kontrolle, abhängig von GA4
Mehrere Conversions Jedes Mal Code hinzufügen Einmalig GTM, dann nur Trigger Automatisch aus GA4
A/B Testing Schwierig Einfach (Trigger-Varianten) Abhängig von GA4
Wartungsaufwand Hoch (Entwickler nötig) Niedrig (Marketing-Team) Sehr niedrig
Use Cases One-Page-Shops, MVP, einfache Websites E-Commerce, mehrere Marketing-Tools, A/B Tests Bereits GA4-Nutzer, Content-Sites

Unsere Empfehlung:

  • Sie starten gerade mit Google Ads: gtag.js (schnellster Start)
  • Sie planen mehrere Kampagnen und A/B-Tests: Google Tag Manager (beste Flexibilität)
  • Sie nutzen bereits Google Analytics 4: GA4 Import (konsistent über beide Plattformen)

Zusätzliche Schritt-für-Schritt Anleitungen finden Sie in unserem Google Ads Tutorial.

Methode 1: Google Tag (gtag.js)

gtag.js ist die direkteste Implementierungsmethode: Der Google Ads Conversion-Code lädt direkt auf Ihrer Website, ohne Middleware. gtag.js eignet sich für Websites mit weniger als 3 aktiven Conversion-Aktionen und ohne weiteres Tag-Management-System.

Code generieren

  1. Gehen Sie in Google Ads zu Tools & EinstellungenMessungConversions
  2. Klicken Sie auf + Neue Conversion-Aktion
  3. Wählen Sie Website als Conversion-Quelle
  4. Wählen Sie Kategorie (Kauf, Lead, Anmeldung, etc.) und vergeben Sie einen Namen
  5. Definieren Sie den Conversion-Wert (fester Betrag oder dynamischer Wert)
  6. Wählen Sie Zählmethode: "Einmal" für Transaktionen, "Jede" für wiederholbare Aktionen
  7. Conversion-Zeitfenster: Wie lange nach dem Klick wird noch eine Conversion zugeordnet? (Standard: 30 Tage)

Google generiert 2 Code-Snippets:

  • Das globale Website-Tag (gtag.js) — lädt auf jeder Seite
  • Das Event-Snippet — lädt ausschließlich auf der Conversion-Seite (z.B. Danke-Seite)

Code einbauen

Schritt 1: Kopieren Sie das globale Website-Tag und fügen Sie es im <head>-Bereich jeder Seite Ihrer Website ein. Existiert bereits ein gtag.js von Google Analytics 4, überspringen Sie diesen Schritt.

Schritt 2: Kopieren Sie das Event-Snippet und platzieren Sie es auf der Conversion-Seite — direkt nach dem globalen Tag, noch im <head>-Bereich.

Für eine Kaufbestätigung implementieren Sie folgenden Code:

<!-- Globales Site Tag (nur einmal, auf allen Seiten) -->
<script async src="https://www.googletagmanager.com/gtag/js?id=AW-123456789"></script>
<script>
  window.dataLayer = window.dataLayer || [];
  function gtag(){dataLayer.push(arguments);}
  gtag('js', new Date());
  gtag('config', 'AW-123456789');
</script>

<!-- Event-Snippet (nur auf Bestätigungsseite) -->
<script>
  gtag('event', 'conversion', {
      'send_to': 'AW-123456789/AbCdEfGhIjK',
      'value': 99.00,
      'currency': 'EUR',
      'transaction_id': ''
  });
</script>

Testen

Nach der Implementierung validieren Sie in 4 Schritten:

  1. Öffnen Sie Ihre Website und führen Sie eine Test-Conversion durch
  2. Gehen Sie in Google Ads zu ToolsConversions
  3. Prüfen Sie, ob unter Status "Zuletzt aufgezeichnet" eine aktuelle Zeit steht
  4. Nutzen Sie den Google Tag Assistant (Chrome-Extension) zur Live-Überprüfung

Wichtig: Test-Conversions erscheinen sofort im Status, aber erst nach 24-48 Stunden in den Conversion-Berichten.

Methode 2: Google Tag Manager

Google Tag Manager zentralisiert alle Marketing-Tags — Google Ads, Google Analytics 4, Looker Studio-Datenquellen — ohne wiederholte Website-Code-Änderungen. Google Tag Manager ist die flexibelste und skalierbarste Implementierungsmethode, ideal für Websites mit mehr als 3 aktiven Marketing-Tools.

Voraussetzung: Google Tag Manager muss auf Ihrer Website installiert sein.

Tag erstellen

  1. Öffnen Sie Ihren GTM-Container
  2. Klicken Sie auf TagsNeu
  3. Wählen Sie als Tag-Typ: Google Ads Conversion Tracking
  4. Geben Sie Ihre Conversion-ID (AW-123456789) und Conversion-Label ein (aus Google Ads kopieren)
  5. Konfigurieren Sie Conversion-Wert und Transaction ID (optional dynamisch über Variablen)

Trigger konfigurieren

Der Trigger bestimmt, wann das Conversion-Tag feuert. Für eine Kaufbestätigung konfigurieren Sie in 3 Schritten:

  1. Erstellen Sie einen neuen Trigger
  2. Typ: SeitenaufrufEinige Seitenaufrufe
  3. Bedingung: Page URL enthält /danke oder /bestaetigung (je nach Ihrer URL-Struktur)

Alternativ implementieren Sie Event-basierte Trigger — z.B. Button-Klicks auf "Formular absenden".

Veröffentlichen

  1. Klicken Sie oben rechts auf Vorschau
  2. Testen Sie auf Ihrer Website, ob das Tag korrekt feuert
  3. Prüfen Sie im GTM Debug-Modus, ob das Conversion-Tag auf der Danke-Seite auslöst
  4. Wenn alles funktioniert: SendenVeröffentlichen mit einer aussagekräftigen Versionsbeschreibung

Vorteil Google Tag Manager: Neue Conversions und Änderungen implementiert das Marketing-Team ohne Entwicklerbeteiligung in unter 30 Minuten.

Methode 3: GA4 Import

GA4 Import eliminiert doppelte Tracking-Arbeit: Bestehende Google Analytics 4-Conversions synchronisieren sich automatisch in Google Ads — ohne zweite Code-Implementierung.

Voraussetzung: GA4-Property ist mit Ihrem Google Ads Konto verknüpft.

Einrichtung in 6 Schritten:

  1. In Google Ads: ToolsConversions+ Neue Conversion-Aktion
  2. Wählen Sie ImportGoogle Analytics 4
  3. Wählen Sie Ihre GA4-Property aus
  4. Markieren Sie die GA4-Events, die Sie als Conversions importieren möchten (z.B. "purchase", "generate_lead")
  5. Konfigurieren Sie Conversion-Werte und Zählmethode
  6. Importieren und fortfahren

Google Ads synchronisiert die Conversions automatisch aus Google Analytics 4. Änderungen in Google Analytics 4 spiegeln sich direkt in Google Ads wider.

Vorteil: Einheitliche Conversion-Definition über Google Analytics 4 und Google Ads. Nachteil: Geringere Konfigurationstiefe als natives Google Ads Tracking.

Erweiterte Conversion-Messung

Enhanced Conversions und Offline Conversion Tracking schließen die 2 größten Messlücken im Standard-Setup und steigern die Smart Bidding Performance messbar. Beide Optionen steigern die Tracking-Präzision dort, wo Standard-Cookies versagen.

Enhanced Conversions

Enhanced Conversions steigern die Tracking-Genauigkeit um durchschnittlich 15% mehr gemessene Conversions, indem gehashte First-Party-Daten — E-Mail, Telefon, Adresse — von Ihrer Website an Google gesendet werden (Google Ads Branchenbenchmarks 2026). Google gleicht diese Daten mit eingeloggten Google-Accounts ab und attribuiert Conversions auch dann, wenn Cookies blockiert sind oder Nutzer das Gerät wechseln.

Setup:

  • In Google Ads: Aktivieren Sie Enhanced Conversions in Ihren Conversion-Einstellungen
  • Implementieren Sie über Google Tag Manager (empfohlen) oder gtag.js
  • Senden Sie Kundendaten im gehashten Format zusammen mit dem Conversion-Tag

Beispiel gtag.js:

gtag('set', 'user_data', {
  "email": "kunde@beispiel.de",
  "phone_number": "+49123456789",
  "address": {
    "first_name": "Max",
    "last_name": "Mustermann",
    "postal_code": "12345"
  }
});

Google hasht diese Daten automatisch mit SHA-256, bevor die Übertragung erfolgt. Rohdaten verlassen niemals Ihre Website.

Nutzen: 15% mehr gemessene Conversions durch Cookieless Tracking. Smart Bidding optimiert präziser auf tatsächliche Kaufabsicht.

Offline Conversions

Offline Conversion Tracking schließt die Messlücke zwischen Online-Anfrage und verzögertem Geschäftsabschluss. Ein Nutzer fragt online an und kauft erst nach einem Beratungsgespräch — diesen Zeitversatz bildet Offline Tracking vollständig ab.

Offline Conversion Tracking lädt verzögerte Conversions nachträglich hoch:

Prozess in 3 Schritten:

  1. Erfassen Sie die GCLID (Google Click Identifier) bei der ersten Interaktion — direkt in Ihrem CRM, z.B. Salesforce oder HubSpot
  2. Wenn die Offline-Conversion erfolgt (z.B. Kauf im Laden), laden Sie eine CSV-Datei mit GCLID, Conversion-Zeit und Wert hoch
  3. In Google Ads: ToolsUploadsOffline-Conversions hochladen

3 typische Anwendungsfälle:

  • Autohaus: Online-Leads, die nach 2-4 Wochen vor Ort kaufen
  • B2B-SaaS: Demo-Anfragen, die nach Vertragsverhandlungen zu Abschlüssen führen
  • Einzelhandel: Online-Kampagnen, die Ladenbesuche und stationäre Käufe auslösen

Offline Conversions ermöglichen vollständige ROI-Messung für Multi-Channel-Geschäftsmodelle.

GDPR-konforme Tracking-Konfiguration (DSGVO)

DSGVO-Verstöße führen zu Bußgeldern bis zu 20 Millionen Euro oder 4% des weltweiten Jahresumsatzes — je nachdem, welcher Betrag höher ist. Für deutsche Websites schreibt das Gesetz datenschutzkonforme Implementierung verbindlich vor.

Das "Planet49"-Urteil des EuGH (2019) schreibt für Deutschland fest: Tracking-Cookies erfordern ausdrückliche Einwilligung (Opt-in) vor dem Setzen. Cookie-Banner mit vorausgewähltem "Akzeptieren" sind illegal.

Consent Management Platform (CMP) einrichten

Eine Consent Management Platform holt vor dem Laden aller Tracking-Codes die Nutzereinwilligung ein. 3 empfohlene Lösungen für den deutschen Markt:

  • Usercentrics (Deutsch, DSGVO-fokussiert, ab 0 EUR/Monat für kleine Sites)
  • Cookiebot (EU-basiert, umfassende Dokumentation, ab 0 EUR für <100 Subpages)
  • Borlabs Cookie (WordPress-Plugin, einmalig 49 EUR, sehr beliebt in DACH)

Technische Implementierung in 2 Schritten:

  1. CMP vor allen Tracking-Codes laden:
<!-- CMP Script (MUSS VOR gtag.js geladen werden) -->
<script src="https://app.usercentrics.eu/browser-ui/latest/loader.js"
        id="usercentrics-cmp"
        data-settings-id="YOUR_SETTINGS_ID"></script>

<!-- gtag.js DARF NICHT direkt laden, erst nach Consent -->
  1. Tracking nur nach Consent aktivieren:
// Warte auf Consent
window.addEventListener('UC_UI_CMP_EVENT', function(event) {
  if (event.detail && event.detail.consents) {
    // Prüfe ob Google Ads Consent gegeben wurde
    if (event.detail.consents['S1gDfSCct']) { // Service ID variiert
      // Erst jetzt gtag.js laden
      loadGoogleAdsTracking();
    }
  }
});

function loadGoogleAdsTracking() {
  // gtag.js dynamisch laden
  var script = document.createElement('script');
  script.async = true;
  script.src = 'https://www.googletagmanager.com/gtag/js?id=AW-123456789';
  document.head.appendChild(script);

  window.dataLayer = window.dataLayer || [];
  function gtag(){dataLayer.push(arguments);}
  gtag('js', new Date());
  gtag('config', 'AW-123456789');
}

Mit Google Tag Manager: Google Tag Manager integriert native Consent-Unterstützung über Consent Mode. Konfigurieren Sie alle GTM-Tags so, dass sie ausschließlich nach vorliegendem Consent feuern.

Google Consent Mode V2 ist das verbindliche Signal-Framework, das Google mitteilt, ob Nutzer Tracking zugestimmt haben. Websites ohne Consent Mode V2 verlieren ab März 2024 den Zugang zu Google Ads Conversion-Modellierung für EU-Traffic.

2 Betriebsmodi:

  1. Basic Consent Mode (Minimum für DSGVO):

    • Tags laden nur nach expliziter Zustimmung
    • Keine Daten vor Consent
    • 100% DSGVO-konform, aber weniger Daten für Google
  2. Advanced Consent Mode (empfohlen):

    • Tags laden immer, senden ohne Consent ausschließlich anonymisierte "Pings"
    • Nach Consent: Vollständiges Tracking
    • Google nutzt Conversion-Modellierung, um fehlende Daten zu schätzen
    • Mehr Daten, aber DSGVO-Status umstritten (konservative Anwälte raten ab)

Empfehlung für deutsche Websites: Basic Consent Mode kombiniert mit Enhanced Conversions bildet den sichersten rechtlichen Weg.

Consent Mode konfigurieren:

// VOR gtag('config')
gtag('consent', 'default', {
  'ad_storage': 'denied',       // Keine Marketing-Cookies vor Consent
  'analytics_storage': 'denied',  // Keine Analytics-Cookies vor Consent
  'ad_user_data': 'denied',     // Keine Personalisierung vor Consent
  'ad_personalization': 'denied' // Keine personalisierte Werbung vor Consent
});

// NACH User-Zustimmung:
gtag('consent', 'update', {
  'ad_storage': 'granted',
  'analytics_storage': 'granted',
  'ad_user_data': 'granted',
  'ad_personalization': 'granted'
});

Enhanced Conversions als DSGVO-Alternative

38% aller deutschen Nutzer lehnen Tracking-Cookies ab (WordStream DACH-Benchmarks 2026) — das reduziert Conversion-Daten und verschlechtert Smart Bidding Performance direkt.

Enhanced Conversions nutzen First-Party-Daten — E-Mail und Telefon —, die Sie bei der Conversion ohnehin erheben, z.B. bei Bestellung oder Registrierung. Google hasht diese Daten mit SHA-256 und gleicht sie mit Google-Accounts ab.

Rechtliche Basis: Die Verarbeitung erfolgt im Rahmen eines Vertragsverhältnisses (Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO) — eine stärkere Rechtsgrundlage als Consent. Ihre Datenschutzerklärung dokumentiert Enhanced Conversions explizit.

Kombination für maximale Compliance: Basic Consent Mode (minimal Cookies) + Enhanced Conversions (First-Party-Daten) = DSGVO-konform + belastbare Datenqualität.

Mehr zur rechtlichen Grundlage finden Sie in unserem Google Ads Datenschutz Guide.

Datenschutzerklärung anpassen

Ihre Website-Datenschutzerklärung weist Google Ads Conversion Tracking explizit aus. 5 Pflichtangaben:

  1. Welche Daten werden erfasst: Klicks auf Anzeigen, Conversion-Aktionen, ggf. gehashte E-Mail (Enhanced Conversions)
  2. Rechtsgrundlage: Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO) oder Vertragserfüllung (Enhanced Conversions)
  3. Empfänger: Google Ireland Limited (USA-Transfer seit EU-US Data Privacy Framework wieder zulässig)
  4. Speicherdauer: Standard 90 Tage (anpassbar in Google Ads → Datenaufbewahrung)
  5. Widerrufsmöglichkeit: Nutzer widerrufen Consent jederzeit über die Cookie-Einstellungen

Vorlage (von Anwalt prüfen lassen!):

Wir nutzen Google Ads Conversion Tracking, um die Wirksamkeit unserer Werbeanzeigen zu messen.
Wenn Sie auf eine Google-Anzeige klicken und anschließend eine wertvolle Aktion durchführen
(z.B. Kauf, Anfrage), erfasst Google diese Conversion. Dabei werden folgende Daten verarbeitet:
[Cookie-ID, IP-Adresse (anonymisiert), Zeitpunkt des Klicks, Conversion-Aktion].
Rechtsgrundlage ist Ihre Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO). Sie können Ihre
Einwilligung jederzeit widerrufen, indem Sie [Cookie-Einstellungen ändern].

Weitere Informationen zu Google Ads finden Sie in der Datenschutzerklärung von Google:
https://policies.google.com/privacy

Wichtig: Ihr Impressum enthält eine vollständige Anbieterkennzeichnung gemäß § 5 TMG — einschließlich aller Google Ads Landing Pages.

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