Google Ads selbst machen: Lohnt sich der DIY-Ansatz?
Die Versuchung ist groß: Warum hunderte Euro monatlich für eine Agentur ausgeben, wenn man Google Ads doch selbst schalten kann? Mit 590 monatlichen Suchanfragen zeigt sich, dass viele Unternehmer genau diese Frage stellen. Die Antwort ist differenzierter, als es zunächst scheint.
Google Ads selbst zu machen ist möglich – aber nicht für jeden sinnvoll. Dieser Artikel gibt eine ehrliche Einschätzung: Welcher Aufwand ist realistisch? Welche Fehler drohen? Und wann sollten Sie doch einen Profi hinzuziehen?
Was Sie für DIY-Google-Ads brauchen
Bevor Sie sich für den Selbermach-Weg entscheiden, sollten Sie verstehen, was wirklich erforderlich ist. "Einfach mal probieren" kann teuer werden.
Zeitaufwand realistisch einschätzen
Die häufigste Fehleinschätzung betrifft den Zeitaufwand. Viele denken: "Eine Stunde pro Woche wird reichen." Die Realität sieht anders aus:
Initiales Setup (40-60 Stunden):
- Google Ads Grundlagen lernen: 15-20 Stunden
- Keyword-Recherche: 10-15 Stunden
- Kampagnenplanung und Strukturierung: 5-8 Stunden
- Kampagne richtig einrichten: 8-12 Stunden
- Conversion-Tracking implementieren: 5-10 Stunden
Diese Zeit verteilt sich typischerweise über 2-4 Wochen. Wer nebenbei ein Unternehmen führt, braucht oft länger.
Laufende Betreuung (5-10 Stunden pro Woche):
- Tägliches Performance-Monitoring: 15-30 Min/Tag
- Wöchentliche Analysen: 1-2 Stunden
- Optimierungen und Anpassungen: 2-3 Stunden
- Anzeigentexte erstellen und testen: 1-2 Stunden
- Troubleshooting bei Problemen: Variable, manchmal Stunden
Realistisch sollten Sie 5-10 Stunden wöchentlich einplanen, abhängig von Kampagnenkomplexität und Erfahrung. Mit zunehmender Routine reduziert sich der Aufwand auf etwa 3-5 Stunden, aber das dauert Monate.
Opportunitätskosten berechnen: Wenn Ihre Zeit als Unternehmer 50-100 EUR wert ist, kosten 8 Stunden monatlich 400-800 EUR – oft mehr als eine Agentur. Diese Rechnung wird meist übersehen.
Erforderliche Kenntnisse und Skills
Google Ads ist komplex. Sie brauchen nicht nur technisches Verständnis, sondern auch:
Marketing-Grundlagen:
- Zielgruppen verstehen und definieren
- Value Propositions formulieren
- Customer Journey kennen
- Überzeugende Werbebotschaften entwickeln
Technisches Verständnis:
- Wie funktioniert das Google Ads Auktionssystem?
- Was ist Quality Score und warum ist er wichtig?
- Wie funktionieren Gebotsstrategien?
- Was sind Conversion-Tracking, Pixel und Tags?
Analytische Fähigkeiten:
- Daten interpretieren und Schlüsse ziehen
- Kausale Zusammenhänge erkennen
- Statistik-Grundlagen (was ist Zufall, was Trend?)
- Testing-Methodik verstehen
Lernbereitschaft: Google Ads ändert sich ständig. Neue Features, Policy-Änderungen, Best Practices entwickeln sich weiter. Sie müssen bereit sein, kontinuierlich zu lernen.
Viele dieser Skills sind erlernbar, aber es dauert. Wer mit komplett null Vorkenntnissen startet, braucht Monate bis zu solidem Grundverständnis.
Tools und Ressourcen für Selbstständige
Die gute Nachricht: Viele hilfreiche Ressourcen sind kostenlos verfügbar.
Lernressourcen:
- Google Skillshop: Offizielle, kostenlose Kurse und Zertifizierungen von Google
- YouTube-Kanäle: Zahlreiche Experten teilen kostenloses Wissen (z.B. Surfside PPC, Paid Media Pros)
- Blogs und Podcasts: Search Engine Land, PPC Hero, WordStream Blog
- Communities: Reddit r/PPC, Facebook-Gruppen für Google Ads
Kostenlose Tools:
- Google Ads Editor: Für effizientere Massenupdates
- Google Keyword Planner: Für Keyword-Recherche
- Google Analytics: Für tiefere Performance-Analyse
- Google Tag Manager: Für Tracking-Implementierung
- Google Data Studio: Für individuelles Reporting
Günstige Premium-Tools:
- Ubersuggest, KWFinder: Keyword-Tools ab 10-30 EUR/Monat
- SEMrush, Ahrefs: Umfassende Marketing-Suites (ab 100 EUR/Monat, oft überdimensioniert für Starter)
- Canva: Für Anzeigengrafiken (kostenlos/Premium)
Sie brauchen nicht alle Tools sofort. Starten Sie mit den Google-eigenen Gratis-Angeboten und erweitern Sie bei Bedarf.
Zeitinvestition in Weiterbildung: Planen Sie monatlich 2-4 Stunden für Weiterbildung ein. Die Google Ads Welt steht nicht still. Wer nicht lernt, fällt zurück.
Google Ads selbst schalten: Schritt-für-Schritt
Sie haben sich entschieden, es selbst zu versuchen? Hier ist ein strukturierter Ansatz für Einsteiger.
Konto erstellen und konfigurieren
Der erste Schritt ist technisch simpel, aber einige Punkte verdienen Aufmerksamkeit:
Konto-Erstellung: Besuchen Sie ads.google.com und folgen Sie dem Setup-Wizard. Sie benötigen ein Google-Konto (am besten ein geschäftliches, nicht privates).
Grundeinstellungen konfigurieren:
- Zeitzone und Währung festlegen (nicht nachträglich änderbar!)
- Rechnungsinformationen hinterlegen
- Google Analytics verknüpfen
- Conversion-Ziele definieren (auch wenn Sie sie erst später tracken)
Vermeiden Sie: Smart Campaigns oder Express-Modus. Diese vereinfachten Modi geben Ihnen zu wenig Kontrolle. Nutzen Sie von Anfang an normale Kampagnen, auch wenn die Lernkurve steiler ist.
Tracking vorbereiten: Installieren Sie das Google Ads Conversion-Tracking und den Google Tag Manager. Ohne funktionierendes Tracking fliegen Sie blind – eine der typischen Anfängerfehler.
Erste Kampagne planen und aufsetzen
Überstürzen Sie nichts. Planung spart später Zeit und Geld.
Ziele definieren: Was wollen Sie erreichen? "Mehr Kunden" ist zu vage. "15 qualifizierte Leads pro Woche bei max. 50 EUR pro Lead" ist konkret und messbar.
Budget festlegen: Starten Sie nicht zu klein. Mit 5 EUR Tagesbudget sammeln Sie zu wenige Daten. Mindestens 10-20 EUR täglich sind für verwertbare Learnings nötig. Für den Start sind 500-1.000 EUR monatlich realistisch.
Kampagnenstruktur planen: Beginnen Sie mit einer Such-Kampagne. Nicht gleichzeitig Display, Shopping und Video. Fokus ist Ihr Freund als Anfänger.
Geografisches Targeting: Beschränken Sie sich auf Ihre Kernregion. Nationale Kampagnen können Sie später ausrollen. Lokales Targeting reduziert Komplexität und oft auch Kosten.
Zeitplan überlegen: Schalten Sie initial 24/7 oder beschränken Sie auf Geschäftszeiten? Anfangs ist 24/7 sinnvoll, um Daten zu sammeln. Optimierungen kommen später.
Keywords recherchieren und auswählen
Die Keyword-Auswahl ist fundamentaler Erfolgsfaktor.
Brainstorming: Erstellen Sie eine Liste aller Begriffe, die potenzielle Kunden suchen könnten. Denken Sie aus Kundenperspektive, nicht aus Ihrer Fachperspektive.
Google Keyword Planner nutzen: Das Tool zeigt Suchvolumen, Wettbewerb und vorgeschlagene Gebote. Notieren Sie vielversprechende Keywords mit ihren Metriken.
Keyword-Match-Types verstehen:
- Broad Match: Weitgehend passend, erreicht viel, oft zu ungenau
- Phrase Match: "Phrasenübereinstimmung", guter Mittelweg
- Exact Match: [Exakt], sehr genau, aber begrenztes Volumen
Für Anfänger empfehlen sich primär Phrase und Exact Match. Broad Match führt oft zu irrelevantem Traffic und verschwendetem Budget.
Negative Keywords von Anfang an: Überlegen Sie, für welche Suchanfragen Sie definitiv NICHT erscheinen wollen. "gratis", "kostenlos", "Job", "Ausbildung" sind oft sinnvolle Negatives, je nach Geschäftsmodell.
Struktur in Anzeigengruppen: Fassen Sie thematisch verwandte Keywords in Anzeigengruppen zusammen. Pro Anzeigengruppe 5-15 eng verwandte Keywords sind ein guter Richtwert.
Anzeigen schreiben und optimieren
Ihre Anzeigen entscheiden, ob jemand klickt oder nicht.
Anzeigenstruktur verstehen: Responsive Search Ads (RSA) sind Standard. Sie liefern mehrere Headlines und Descriptions, Google kombiniert automatisch.
Headlines formulieren (15 Headlines möglich, 30 Zeichen je):
- Headline 1: Hauptkeyword + Nutzenversprechen ("Google Ads Management | 30% mehr Leads")
- Weitere Headlines: USPs, Vorteile, Zahlen, Call-to-Action variieren
- Nutzen Sie Dynamic Keyword Insertion sparsam (kann unnatürlich wirken)
Descriptions schreiben (4 möglich, 90 Zeichen je):
- Konkretisieren Sie Nutzen
- Nennen Sie Differenzierungsmerkmale
- Schaffen Sie Vertrauen (Garantien, Zertifikate, Erfahrung)
- Klarer Call-to-Action
Anzeigenerweiterungen nutzen: Sitelinks, Callouts, strukturierte Snippets verbessern Ihre Anzeigen massiv. Sie nehmen mehr Platz ein und bieten mehr Information. Nutzen Sie alle verfügbaren Extensions.
Mehrere Varianten testen: Erstellen Sie 3-5 Anzeigen pro Anzeigengruppe mit unterschiedlichen Ansätzen. Google testet automatisch und zeigt erfolgreiche häufiger.
Budget festlegen und starten
Der finale Schritt vor dem Launch.
Gebotsstrategie wählen: Für Anfänger empfiehlt sich "Conversions maximieren" mit optionalem Ziel-CPA (wenn Sie schon wissen, was ein Lead/Verkauf maximal kosten darf). Manuelle Gebote geben mehr Kontrolle, erfordern aber mehr Aufwand.
Tagesbudget setzen: Ihr gewünschtes Monatsbudget geteilt durch 30,4. Beispiel: 1.000 EUR Budget = 33 EUR Tagesbudget. Google kann einzelne Tage bis zu 2x überziehen, hält aber den Monatsdurchschnitt.
Final Check: Gehen Sie alle Einstellungen durch:
- Zielseiten-URLs korrekt?
- Standort-Targeting richtig?
- Anzeigen haben keine Rechtschreibfehler?
- Conversion-Tracking aktiv?
- Budget passt?
Launch: Aktivieren Sie die Kampagne. Sie ist nun live und sammelt Daten. Die ersten Tage liefern meist noch keine stabilen Ergebnisse. Algorithmen brauchen Zeit zum Lernen.
Die ersten 48h: Schauen Sie täglich rein, aber ändern Sie noch nichts (außer bei offensichtlichen Problemen). Geben Sie dem System Zeit, sich einzupendeln.
Herzlichen Glückwunsch – Ihre erste Kampagne läuft! Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit: Optimierung.
Typische DIY-Fehler und wie Sie sie vermeiden
Anfänger machen vorhersehbare Fehler. Kenntnis schützt vor Wiederholung.
Die häufigsten Anfängerfehler
Fehler 1: Zu viele Kampagnen gleichzeitig Anfänger wollen oft alles auf einmal: Search, Display, Shopping, Video. Resultat: Zu wenig Budget pro Kampagne, zu wenig Fokus, überwältigende Komplexität.
Lösung: Starten Sie mit EINER Search-Kampagne. Wenn die läuft, erweitern Sie.
Fehler 2: Zu breite Keywords Broad Match Keywords ohne Negative Keywords führen zu massiv irrelevantem Traffic. "Marketing" als Broad Match für eine Marketing-Agentur zieht auch "Marketing Studium", "Marketing Jobs", "Marketing Buch" an.
Lösung: Nutzen Sie primär Phrase und Exact Match. Wenn Broad, dann nur mit ausführlicher Negative-Liste.
Fehler 3: Vernachlässigung des Tracking Ohne Conversion-Tracking wissen Sie nicht, was funktioniert. Viele richten Tracking gar nicht oder fehlerhaft ein.
Lösung: Investieren Sie Zeit in korrektes Tracking-Setup. Validieren Sie, dass Conversions korrekt gemessen werden (Testbestellung/Testanfrage durchführen).
Fehler 4: Zu kleine Budgets Mit 10 EUR Tagesbudget dauert es Wochen, bis aussagekräftige Daten vorliegen. Viele geben frustriert auf, bevor Optimierung möglich ist.
Lösung: Planen Sie realistische Budgets ein (min. 500 EUR monatlich für B2C, 1.000 EUR für B2B). Lieber kürzer mit höherem Budget testen als lange mit Minibudget.
Fehler 5: Ungeduld Nach drei Tagen ohne Conversions pausieren Anfänger Kampagnen oder ändern massiv. Resultat: System kann nicht lernen, Performance bleibt chaotisch.
Lösung: Geben Sie neuen Kampagnen mindestens 2-4 Wochen Zeit. Machen Sie nur offensichtlich nötige Änderungen in dieser Lernphase.
Budgetverschwendung durch falsche Einstellungen
Bestimmte Einstellungsfehler verbrennen Budget unnötig:
Display-Netzwerk aktiviert bei Such-Kampagne: Standardmäßig ist oft "Such- und Display-Netzwerk" aktiviert. Display bringt meist minderwertigeren Traffic. Für Such-Kampagnen: nur Suchnetzwerk.
Alle Standorte statt Zielregion: "Deutschland" klingt gut, aber brauchen Sie wirklich bundesweite Reichweite? Lokale Begrenzung spart Budget und erhöht Relevanz.
Mobilgebote nicht angepasst: Mobile konvertiert in vielen Branchen schlechter. Ohne Anpassung bezahlen Sie gleich viel für minderwertigeren Traffic.
Automatische Anzeigenerweiterungen: Google fügt automatisch Erweiterungen hinzu, die nicht immer passen. Erstellen Sie eigene, dann werden automatische nicht gezeigt.
Werbenetzwerk-Partner aktiviert: Google-Suchpartner bringen oft schlechtere Qualität. Testweise deaktivieren und Performance vergleichen.
Diese Einstellungen systematisch zu prüfen und zu optimieren spart oft 20-30% Budget ohne Performance-Verlust.
Fehlende Conversion-Tracking-Setup
Der vielleicht kritischste Fehler: Kampagnen ohne Erfolgsmessung zu starten.
Warum ist Tracking so wichtig? Ohne Tracking wissen Sie nicht:
- Welche Keywords konvertieren?
- Welche Anzeigen funktionieren?
- Ob sich die Investition lohnt?
- Wo Sie optimieren sollten?
Sie fliegen blind. Optimierung ist unmöglich.
Minimales Tracking-Setup:
- Google Ads Conversion-Tag auf Danke-Seite (nach Kauf/Formular-Absendung)
- Verknüpfung mit Google Analytics
- Ziele in Analytics definiert
- Validation, dass Tracking funktioniert (Testconversion durchführen)
Häufige Tracking-Fehler:
- Tag auf falscher Seite platziert
- Tag feuert mehrfach pro Conversion
- Offline-Conversions nicht erfasst (Telefonanrufe, Ladenkäufe)
- Cross-Device-Conversions ignoriert
Wenn Tracking-Setup Sie überfordert, ist das ein Punkt, wo professionelle Hilfe sinnvoll ist. Ein korrekt getracktes Konto ist Gold wert.
Unrealistische Erwartungen managen
Viele DIY-Starter haben überzogene Erwartungen, die zu Frustration führen.
Unrealistisch: "Ich schalte an, morgen klingelt das Telefon" Realistisch: Erste Conversions nach einigen Tagen bis Wochen, stabile Performance nach 1-3 Monaten.
Unrealistisch: "Ich bezahle 1 EUR Klick, verdiene 100 EUR – easy money" Realistisch: Conversion-Rates von 2-5% sind gut. Von 100 Klicks konvertieren vielleicht 2-5. Die tatsächliche Kosten berechnen ist komplexer.
Unrealistisch: "Ich schaue einmal pro Monat rein, läuft dann schon" Realistisch: Erfolgreiche Kampagnen brauchen kontinuierliche Aufmerksamkeit. Minimum wöchentliche Checks.
Unrealistisch: "Google Ads ist Glückssache" Realistisch: Google Ads ist berechenbar und optimierbar. Aber es braucht Wissen, Zeit und systematisches Vorgehen.
Setzen Sie realistische Erwartungen. Erfolg ist möglich, aber nicht sofort und nicht ohne Aufwand.
Wann DIY funktioniert - und wann nicht
Nicht für jeden ist Selbermachen die richtige Wahl.
Ideale Szenarien für Selbstmanagement
Sie haben Zeit und Lernbereitschaft: Wenn Sie bereit sind, 10-20 Stunden initial und dann 5-10 Stunden wöchentlich zu investieren, und Spaß am Lernen haben, kann DIY funktionieren.
Einfache Kampagnenstruktur: Lokales Geschäft mit wenigen Dienstleistungen, überschaubarer Zielgruppe und einfachem Offering. Keine hunderte Produkte, keine komplexen Funnel.
Kleines Budget (unter 1.000 EUR monatlich): Bei sehr kleinen Budgets kann sich externe Betreuung kaum rechnen. DIY ist oft die einzige realistische Option.
Technische Affinität: Wer sich generell leicht in Software einarbeitet, Analytics versteht und keine Angst vor Daten hat, hat deutlich bessere DIY-Chancen.
Test-Mentalität: Unternehmer, die gerne experimentieren, aus Fehlern lernen und iterativ verbessern, sind prädestiniert für DIY.
Langfristige Perspektive: Sie planen nicht, nach drei Monaten aufzugeben, sondern sehen es als längerfristiges Investment in eigenes Know-how.
In diesen Szenarien kann DIY durchaus erfolgreich sein und sich lohnen.
Warnzeichen: Wann Sie Hilfe brauchen
Bestimmte Situationen sprechen gegen DIY oder signalisieren, dass Sie Unterstützung hinzuziehen sollten:
Performance verschlechtert sich kontinuierlich: Wenn trotz Ihrer Bemühungen Kosten steigen und Conversions sinken, fehlt vermutlich Know-how. Profis können oft schnell identifizieren, was falsch läuft.
Sie verstehen Ihre Daten nicht: Wenn Berichte für Sie Chinesisch sind und Sie nicht wissen, welche Zahlen wichtig sind, ist die Basis für sinnvolle Optimierung nicht gegeben.
Zeitaufwand überfordert Sie: Wenn Google Ads so viel Zeit frisst, dass andere kritische Geschäftsbereiche leiden, ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis falsch.
Kampagnen sind komplex: E-Commerce mit hunderten Produkten, mehrsprachige Kampagnen, komplexe B2B-Verkaufszyklen – solche Szenarien überfordern die meisten DIY-Starter.
Budget wird hoch (5.000+ EUR monatlich): Ab gewissen Budgets rechtfertigt sich professionelles Management wirtschaftlich praktisch immer. Die Opportunitätskosten und Risiken von Fehlern sind zu hoch.
Sie hassen es: Ehrlich: Wenn Ihnen die Arbeit mit Google Ads keinen Spaß macht und Sie sich nur durchquälen, outsourcen Sie. Leben ist zu kurz für Tätigkeiten, die Sie hassen.
Der Hybridansatz: Selbst + Coaching
Eine oft übersehene Mittelweg-Option: Sie machen selbst, holen sich aber professionelle Unterstützung.
Modell 1: Setup durch Profi, dann selbst: Ein Experte richtet Ihre Kampagnen professionell ein, schult Sie ein und Sie übernehmen dann die laufende Betreuung. Kosten: 1.000-2.000 EUR einmalig plus ggf. gelegentliche Reviews.
Modell 2: Monatliches Coaching: Sie managen selbst, haben aber einen monatlichen Call mit einem Experten, der Ihre Performance reviewed, Tipps gibt und Fragen beantwortet. Kosten: 200-500 EUR monatlich.
Modell 3: On-Demand-Support: Sie arbeiten selbst, können aber bei Bedarf einen Experten konsultieren. Stundensatz-basiert (80-150 EUR/Stunde), wird nach Bedarf genutzt.
Diese Hybridmodelle kombinieren Kosteneffizienz mit Expertise. Sie lernen dabei, haben aber ein Sicherheitsnetz. Für viele der praktikabelste Weg.
Fragen Sie strategische Beratung oder Schulung statt Betreuung an – viele Profis bieten solche Modelle.
DIY vs. Professionelle Betreuung: Ehrlicher Vergleich
Legen wir die Karten auf den Tisch: Ein objektiver Vergleich der Optionen.
Kostenvergleich: Wirklich günstiger?
DIY-Kosten (versteckt):
- Zeitaufwand: 10h/Woche × 50 EUR/h Opportunitätskosten = 2.000 EUR monatlich
- Lernkurve und Fehler: 500-2.000 EUR verschwendetes Budget in ersten Monaten
- Tools und Weiterbildung: 50-200 EUR monatlich
- Total: 2.550-4.200 EUR monatlich (Opportunitätskosten eingerechnet)
Professionelle Betreuung:
- Agenturgebühr: 800-1.500 EUR monatlich (für kleinere bis mittlere Accounts)
- Zeitaufwand intern: 2h/Woche × 50 EUR/h = 400 EUR
- Keine Lernfehler
- Total: 1.200-1.900 EUR monatlich
Überraschung: Professionelle Betreuung ist oft günstiger, wenn man ehrlich rechnet. Viele DIY-Enthusiasten ignorieren Opportunitätskosten.
Ausnahme: Wenn Sie persönlich Spaß an Google Ads haben und die Zeit sowieso investieren würden (Hobby-Charakter), ändern sich die Zahlen. Oder bei sehr kleinen Budgets unter 1.000 EUR, wo externe Betreuung schwer darstellbar ist.
Zeitinvestition berechnen
Ehrliche Zeitrechnung über 6 Monate:
DIY:
- Monat 1: 60h (Lernen + Setup)
- Monat 2-3: je 40h (Intensive Betreuung, viele Learnings)
- Monat 4-6: je 20h (Routine setzt ein)
- Total: 240 Stunden in 6 Monaten
Mit Agentur:
- Monat 1: 8h (Onboarding, Briefing)
- Monat 2-6: je 2h (Review-Calls, Abstimmung)
- Total: 18 Stunden in 6 Monaten
Differenz: 220 Stunden. Was könnten Sie in 220 Stunden Geschäftsentwicklung, Kundenpflege oder Produktverbesserung erreichen?
Performance-Unterschiede
Schwer pauschal zu beantworten, aber Tendenzen:
DIY Performance (nach 6 Monaten):
- Conversion-Rate: 1,5-3%
- Cost-per-Acquisition: 20-50% über professionellem Benchmark
- Verschwendetes Budget: 15-30% durch Ineffizienzen
- Verpasste Chancen: Viele (ungenutzte Features, nicht getestete Strategien)
Professionelle Performance:
- Conversion-Rate: 2,5-5%
- Cost-per-Acquisition: Nahe oder über Branchen-Benchmarks
- Budget-Effizienz: 10-20% Verschwendung (auch Profis sind nicht perfekt)
- Chancen-Nutzung: Deutlich höher durch Erfahrung
Nicht jeder DIY-Starter performt schlecht und nicht jede Agentur gut. Aber im Durchschnitt liefern erfahrene Profis 20-40% bessere Ergebnisse, was bei höheren Budgets schnell die Gebühren überkompensiert.
Lernkurve und Opportunitätskosten
Die Lernkurve wird unterschätzt:
Monate 1-3: Steep Learning Curve Sie machen viele Fehler, lernen aber schnell. Performance ist volatil, Frustration hoch.
Monate 4-6: Plateauphase Sie verstehen die Basics, Performance stabilisiert sich. Aber Sie stoßen an Wissensgrenzen.
Monate 7-12: Fortgeschrittene Sie beherrschen Ihre spezifischen Kampagnen gut. Aber generelles Experten-Niveau ist noch fern.
Jahr 2+: Kompetenz Sie sind solide in Google Ads. Allerdings nur basierend auf Ihren eigenen Kampagnen, nicht branchenübergreifend.
Diese Lernkurve ist wertvoll – Sie bauen Know-how auf. Aber die Opportunitätskosten sind real. Was hätten Sie in dieser Zeit in Ihrem Kerngeschäft erreichen können?
FAQ: Google Ads selbst machen
Wie viel Zeit muss ich pro Woche einplanen?
Realistisch: 5-10 Stunden in den ersten Monaten, später 3-5 Stunden für einfachere Konten. Das beinhaltet Monitoring, Optimierung, Lernen und Troubleshooting.
Wer weniger Zeit investiert, betreibt Kampagnen eher passiv. Das funktioniert kurzfristig, verschenkt aber mittelfristig viel Potenzial.
Kann ich als Anfänger wirklich Erfolg haben?
Ja, bei realistischen Erwartungen und ausreichender Lernbereitschaft. Viele erfolgreiche Google-Ads-Nutzer haben selbst angefangen.
Erfolgsfaktoren: Zeit investieren, systematisch lernen, klein starten, geduldig sein, aus Fehlern lernen. Wer diese Bereitschaft mitbringt, kann durchaus erfolgreich sein.
Aber: Die Erfolgskurve ist flacher als bei professioneller Betreuung. Sie brauchen länger, bis Kampagnen optimal laufen.
Wann sollte ich aufgeben und einen Profi holen?
Klare Signale für externe Hilfe:
- Nach 3-6 Monaten keine Verbesserung trotz Bemühungen
- Budget-Verschwendung ist offensichtlich, aber Sie finden die Ursache nicht
- Zeitaufwand belastet Ihr Kerngeschäft
- Sie hassen die Arbeit mit Google Ads
- Budget steigt auf 3.000+ EUR monatlich
Es ist keine Schande, Hilfe zu holen. Unternehmer-Sein bedeutet, zu erkennen, was man selbst macht und was man delegiert. Eine professionelle Agentur beauftragen ist oft die klügere unternehmerische Entscheidung.
Welche kostenlosen Lernressourcen gibt es?
Hervorragende kostenlose Ressourcen:
- Google Skillshop: Offizielle Kurse und Zertifizierungen
- YouTube: Kanäle wie Surfside PPC, Ben Heath, Solutions 8
- Blogs: Search Engine Land, PPC Hero, WordStream
- Communities: Reddit r/PPC, Facebook-Gruppen
Starten Sie mit Google Skillshop für Grundlagen, ergänzen Sie mit YouTube-Tutorials für praktische Tipps. Communities helfen bei spezifischen Fragen.
Investieren Sie 1-2 Stunden täglich für 2-4 Wochen intensives Lernen, bevor Sie die erste Kampagne starten. Diese Vorarbeit zahlt sich aus.
Fazit: DIY ist möglich – aber nicht für jeden richtig
Google Ads selbst zu machen ist grundsätzlich möglich. Die Tools sind zugänglich, Lernressourcen vorhanden, viele haben es erfolgreich getan.
Aber: Der Aufwand wird meist unterschätzt. Was als "schnelle Möglichkeit, Agenturkosten zu sparen" gedacht war, wird oft zum zeitfressenden Projekt mit mittelmäßigen Ergebnissen.
Die ehrliche Kosten-Nutzen-Rechnung zeigt: Für viele Unternehmen ist professionelle Betreuung wirtschaftlicher, wenn Opportunitätskosten einberechnet werden. Ausnahmen sind sehr kleine Budgets, extrem einfache Kampagnen oder Unternehmer mit persönlichem Interesse an der Materie.
Der Hybridansatz – Setup oder Coaching durch Profis, operative Umsetzung selbst – ist für viele der praktikabelste Mittelweg. Sie lernen, haben aber ein Sicherheitsnetz.
Wenn Sie sich für DIY entscheiden: Investieren Sie Zeit in fundiertes Lernen, starten Sie klein, seien Sie geduldig und ehrlich zu sich selbst. Wenn es nach 6 Monaten nicht läuft, ist externe Hilfe keine Niederlage, sondern kluge Strategie.
Bei Adkontakt bieten wir verschiedene Unterstützungsmodelle: Von voller Betreuung über Coaching bis zum einmaligen Setup mit Schulung. Oft starten Kunden mit Kampagnen selbst betreuen und wechseln später zu professioneller Betreuung, wenn das Geschäft wächst. Sprechen Sie uns an – wir finden die zu Ihrer Situation passende Lösung.