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Google Ads ROAS: Der komplette Guide

Optimierung16 Min. Lesezeit

Google Ads ROAS: Der komplette Guide

Return on Ad Spend (ROAS) ist die zentrale Kennzahl für die Profitabilität Ihrer Google Ads Kampagnen. Während Metriken wie Klicks und Impressions wichtig für das Verständnis sind, zeigt Ihnen der ROAS die einzige Zahl, die am Ende wirklich zählt: Wie viel Umsatz generieren Sie pro eingesetztem Werbe-Euro?

In diesem umfassenden Guide erfahren Sie, was ROAS ist, wie Sie ihn berechnen, was ein guter ROAS für Ihr Business bedeutet und welche 10 konkreten Strategien Sie umsetzen können, um Ihren ROAS nachhaltig zu verbessern.

Für eine ganzheitliche Optimierungsstrategie lesen Sie auch unseren Guide zum Google Ads optimieren.

Was ist ROAS?

ROAS steht für Return on Ad Spend und misst das Verhältnis zwischen generiertem Umsatz und Werbeausgaben.

Definition

ROAS = Umsatz aus Anzeigen / Kosten für Anzeigen

Anders ausgedrückt: Für jeden Euro, den Sie in Google Ads investieren, wie viel Euro Umsatz generieren Sie zurück?

Beispiel:

  • Werbeausgaben: 1.000€
  • Generierter Umsatz: 4.000€
  • ROAS: 4.000€ / 1.000€ = 4 oder 400%

Ein ROAS von 4 bedeutet: Für jeden investierten Euro bekommen Sie 4 Euro Umsatz zurück.

ROAS-Formel

Die grundlegende Formel ist simpel:

ROAS = Conversion-Wert / Werbekosten × 100%

Oder in absoluten Zahlen: ROAS = Conversion-Wert / Werbekosten

Wichtig: ROAS wird oft als Faktor (4x, 5x) oder als Prozentsatz (400%, 500%) ausgedrückt. Beides meint dasselbe:

  • ROAS 4 = ROAS 400% = 4€ Umsatz pro 1€ Ausgabe

ROAS vs. ROI

ROAS und ROI werden oft verwechselt, sind aber unterschiedliche Metriken.

ROAS (Return on Ad Spend):

  • Misst: Umsatz im Verhältnis zu Werbekosten
  • Formel: Umsatz / Werbekosten
  • Berücksichtigt: Nur Werbekosten, keine anderen Kosten

ROI (Return on Investment):

  • Misst: Gewinn im Verhältnis zu Gesamtinvestition
  • Formel: (Gewinn - Investition) / Investition
  • Berücksichtigt: Alle Kosten (Produkt, Versand, Personal, etc.)

Beispiel-Vergleich:

  • Werbekosten: 1.000€
  • Umsatz: 4.000€
  • Produktkosten: 2.500€
  • Sonstige Kosten: 300€
  • Gewinn: 1.200€

ROAS: 4.000€ / 1.000€ = 4 (400%) ROI: (1.200€ - 1.000€) / 1.000€ = 0,2 (20%)

Wann welche Metrik:

  • ROAS: Für schnelle Kampagnen-Bewertung und -Optimierung
  • ROI: Für echte Profitabilitäts-Bewertung des Gesamtgeschäfts

Wichtig: Ein hoher ROAS garantiert nicht automatisch Profitabilität. Bei sehr niedrigen Margen können Sie einen ROAS von 5 haben und trotzdem Verlust machen, wenn Produktkosten + andere Ausgaben höher sind als der Gewinn.

ROAS berechnen

Die Berechnung ist theoretisch simpel, in der Praxis gibt es Nuancen.

Einfache Berechnung

Schritt-für-Schritt:

  1. Werbekosten ermitteln: Google Ads → Kampagnen → Spalte "Kosten" Beispiel: 2.500€

  2. Conversion-Wert ermitteln: Google Ads → Kampagnen → Spalte "Conv. Wert" Beispiel: 12.500€

  3. ROAS berechnen: 12.500€ / 2.500€ = 5 ROAS: 5 oder 500%

Mit Conversion-Werten

Für E-Commerce ist die Berechnung einfach: Der Warenkorb-Wert ist Ihr Conversion-Wert.

Setup in Google Ads:

  1. Google Ads → Tools → Conversions
  2. Wählen Sie Ihre "Kauf"-Conversion
  3. Aktivieren Sie "Conversion-Wert verwenden"
  4. Implementieren Sie dynamische Wert-Übertragung im Tracking-Code

E-Commerce-Beispiel:

  • Kunde A kauft für 150€
  • Kunde B kauft für 320€
  • Kunde C kauft für 85€
  • Gesamter Conversion-Wert: 555€

Wenn die Werbekosten für diese drei Conversions 150€ waren: ROAS = 555€ / 150€ = 3,7

Beispielrechnungen

Beispiel 1: E-Commerce mit variablen Warenkörben

  • Werbekosten: 5.000€
  • 120 Bestellungen
  • Durchschnittlicher Bestellwert: 85€
  • Gesamtumsatz: 120 × 85€ = 10.200€
  • ROAS: 10.200€ / 5.000€ = 2,04

Beispiel 2: Lead-Gen mit einheitlichem Wert

  • Werbekosten: 3.000€
  • 45 Leads
  • Wert pro Lead (durchschnittlicher Kundenwert): 800€
  • Gesamtwert: 45 × 800€ = 36.000€
  • ROAS: 36.000€ / 3.000€ = 12

Beispiel 3: B2B SaaS mit unterschiedlichen Paketen

  • Werbekosten: 8.000€
  • 25 Trial-Signups, davon 8 zu Paying Customers
  • 5 × Basic (99€/Monat × 12 = 1.188€)
  • 2 × Professional (299€/Monat × 12 = 3.588€)
  • 1 × Enterprise (999€/Monat × 12 = 11.988€)
  • Gesamtwert (Jahreswert): 5.940€ + 7.176€ + 11.988€ = 25.104€
  • ROAS: 25.104€ / 8.000€ = 3,14

Wichtig bei B2B/SaaS: Nutzen Sie Lifetime Value (LTV) als Conversion-Wert, nicht nur ersten Monatsumsatz. Ein Customer mit 12-Monats-LTV von 1.200€ rechtfertigt höheren CPA als einer mit 99€ Monatsumsatz.

Was ist ein guter ROAS?

Die Frage nach einem "guten" ROAS lässt sich nicht pauschal beantworten. Es hängt von Ihrer Branche, Ihren Margen und Ihren Geschäftszielen ab.

Benchmarks nach Branche

Durchschnittliche ROAS-Werte nach Branche (basierend auf WordStream, Shopify, Nielsen-Daten 2024/2025):

| Branche | Durchschnitt ROAS | Top 25% | Exzellent | |---------|-------------------|---------|-----------| | E-Commerce (Fashion) | 2,5 - 3,5 | 4 - 6 | 8+ | | E-Commerce (Elektronik) | 3 - 4 | 5 - 7 | 10+ | | E-Commerce (Home & Garden) | 2 - 3 | 4 - 5 | 7+ | | B2B-Software/SaaS | 4 - 6 | 8 - 12 | 15+ | | Finanzdienstleistungen | 3 - 5 | 6 - 9 | 12+ | | Reise & Tourismus | 3 - 4 | 5 - 7 | 10+ | | Lokale Dienstleistungen | 4 - 8 | 10 - 15 | 20+ | | Immobilien | 5 - 10 | 12 - 20 | 30+ |

Wichtige Erkenntnisse:

  • Niedrige Margen (Fashion): Benötigen höhere Volumen, akzeptieren niedrigere ROAS
  • Hohe Margen (Services): Können mit höheren CPAs arbeiten, erreichen höhere ROAS
  • High-Ticket (Immobilien): Sehr hohe ROAS möglich, aber längere Sales Cycles

Realitäts-Check: Diese sind Durchschnittswerte. Ihre individuellen Margen und Kostenstruktur bestimmen Ihren Ziel-ROAS.

Break-even ROAS berechnen

Der wichtigste ROAS ist Ihr Break-even ROAS – der Punkt, an dem Sie weder Gewinn noch Verlust machen.

Formel: Break-even ROAS = 1 / Bruttomarge

Was ist Bruttomarge: Bruttomarge = (Umsatz - Kosten der verkauften Waren) / Umsatz

Beispiel 1: E-Commerce mit 40% Marge

  • Produktpreis: 100€
  • Produktkosten: 60€
  • Bruttomarge: 40% (0,4)
  • Break-even ROAS: 1 / 0,4 = 2,5

Sie müssen mindestens ROAS 2,5 erreichen, um nicht draufzuzahlen.

Beispiel 2: Digitales Produkt mit 90% Marge

  • Produktpreis: 100€
  • Produktkosten: 10€ (Server, Support)
  • Bruttomarge: 90% (0,9)
  • Break-even ROAS: 1 / 0,9 = 1,11

Sie sind profitabel ab ROAS 1,11 – viel Spielraum für Werbung.

Beispiel 3: Niedrigmargen-E-Commerce mit 20% Marge

  • Produktpreis: 100€
  • Produktkosten: 80€
  • Bruttomarge: 20% (0,2)
  • Break-even ROAS: 1 / 0,2 = 5

Sie müssen mindestens ROAS 5 erreichen – herausfordernd, erfordert exzellente Optimierung.

Lektion: Kennen Sie Ihre Margen genau. Ihr Ziel-ROAS sollte mindestens 20-30% über Break-even liegen, um andere Kosten (Personal, Miete, etc.) zu decken.

Ziel-ROAS festlegen

Ihr Ziel-ROAS sollte auf Ihrem Break-even ROAS und Gewinn-Zielen basieren.

Formel für Ziel-ROAS: Ziel-ROAS = Break-even ROAS × (1 + gewünschte Gewinnmarge)

Beispiel:

  • Break-even ROAS: 2,5
  • Gewünschte Gewinnmarge nach Werbekosten: 50%
  • Ziel-ROAS: 2,5 × 1,5 = 3,75

Strategische Überlegungen:

Wachstumsphase: In Wachstumsphasen akzeptieren viele Unternehmen niedrigere ROAS (näher am Break-even), um Marktanteile zu gewinnen und schneller zu skalieren.

Profitabilitätsphase: Etablierte Unternehmen fokussieren auf höhere ROAS für maximale Profitabilität, akzeptieren ggf. geringeres Volumen.

Segmentierter Ansatz:

  • Brand-Kampagnen: Niedrigerer Ziel-ROAS ok (hohe Intent)
  • Generic-Kampagnen: Höherer Ziel-ROAS nötig (teurer, unsicherer)
  • Remarketing: Sehr hoher ROAS erwartbar

Praxis-Tipp: Setzen Sie Ziel-ROAS pro Kampagne oder Kampagnengruppe, nicht pauschal fürs ganze Konto.

ROAS verbessern: 10 Strategien

Hier sind 10 bewiesene Strategien zur ROAS-Verbesserung, priorisiert nach Wirkung.

1. Conversion-Tracking prüfen

Falsches oder unvollständiges Tracking führt zu falschen ROAS-Werten und schlechten Optimierungs-Entscheidungen.

Prüfungs-Checkliste:

Basis-Check:

  • [ ] Conversion-Tags feuern auf allen Conversion-Seiten
  • [ ] Conversion-Werte werden korrekt übertragen (bei E-Commerce)
  • [ ] Keine Doppel-Zählungen (gleiche Conversion mehrfach getrackt)
  • [ ] Cross-Device-Tracking aktiv

Erweiterte Checks:

  • [ ] Google Ads mit Google Analytics 4 verknüpft (Daten-Abgleich)
  • [ ] Server-Side-Tracking implementiert (iOS 14+ Privacy-Probleme umgehen)
  • [ ] Offline-Conversions importiert (für Telefon-Leads, In-Store-Verkäufe)

Häufige Tracking-Fehler:

  • Conversion-Tag nur auf "/thank-you"-Seite, die User auch direkt aufrufen können
  • Wert-Variable falsch implementiert (sendet immer "0")
  • Tracking-Blockierung durch Cookie-Banner ohne Consent-Management

Test: Führen Sie selbst eine Test-Conversion durch und prüfen Sie, ob sie in Google Ads erscheint mit korrektem Wert.

Impact: Korrektes Tracking ist Basis für alles andere. Ohne valide Daten optimieren Sie blind.

2. Hochperformer skalieren

Identifizieren Sie Ihre profitabelsten Kampagnen, Anzeigengruppen und Keywords und geben Sie ihnen mehr Budget.

Identifikations-Prozess:

  1. Google Ads → Kampagnen → Spalte "ROAS" hinzufügen
  2. Sortieren Sie nach ROAS (höchste zuerst)
  3. Filtern Sie nach Mindest-Spend (z.B. min. 500€) für statistische Relevanz
  4. Identifizieren Sie Top 20% mit höchstem ROAS

Skalierungs-Strategie:

Für Top-Performer mit Status "Limited by Budget":

  • Erhöhen Sie Budget um 20-30%
  • Beobachten Sie Performance 1 Woche
  • Wiederholen Sie, solange ROAS über Ziel bleibt

Für Top-Performer ohne Budget-Limitation:

  • Erhöhen Sie Gebote um 10-20%
  • Expandieren Sie auf ähnliche Keywords (Phrase Match)
  • Duplizieren Sie erfolgreiche Anzeigen in ähnliche Anzeigengruppen

Vorsicht: Zu schnelles Skalieren kann ROAS verschlechtern. Erhöhen Sie schrittweise (10-20% pro Woche) und monitoren Sie kontinuierlich.

Beispiel: Kampagne A: 1.000€ Budget, ROAS 8, Status "Limited by Budget" → Erhöhen Sie auf 1.200€, falls ROAS über 6 bleibt, weiter erhöhen → Ziel: Maximum Spend bei noch profitablem ROAS finden

3. Low-Performer optimieren oder pausieren

Die Kehrseite: Kampagnen/Keywords mit schlechtem ROAS ziehen Budget ab.

Identifikation: Filtern Sie nach ROAS unter Ihrem Break-even ROAS mit mindestens 300€ Spend (sonst zu früh).

Entscheidungs-Matrix:

ROAS knapp unter Ziel (80-100% von Ziel): → Optimieren (bessere Anzeigen, LP-Optimierung, Gebotsanpassungen)

ROAS deutlich unter Ziel (50-80% von Ziel): → Budget drastisch reduzieren (-50%) oder pausieren

ROAS weit unter Ziel (<50% von Ziel): → Sofort pausieren

Optimierungs-Ansätze vor Pausierung:

  1. Prüfen Sie Suchanfragenbericht → neue negative Keywords
  2. Verschärfen Sie Match Types (Broad → Phrase)
  3. Erhöhen Sie Gebotsanpassungen für High-Performer-Segmente (z.B. Desktop +30%)
  4. Testen Sie neue Anzeigentexte
  5. Optimieren Sie Landingpage

Geben Sie 2 Wochen für Optimierungsversuche. Wenn ROAS sich nicht verbessert: pausieren.

Beispiel: Keyword "Google Ads" (Broad Match): 800€ Spend, ROAS 1,5, Break-even ROAS 2,5 → Analyse zeigt: Viele irrelevante Suchanfragen ("Google Ads kostenlos", "Google Ads Tutorial") → 50 neue negative Keywords hinzugefügt → Nach 2 Wochen: ROAS 2,8 → behalten → Sonst: pausieren

4. Ziel-ROAS Bidding nutzen

Google's Ziel-ROAS Gebotsstrategie optimiert automatisch für Ihren gewünschten ROAS.

Wie es funktioniert: Sie setzen Ziel-ROAS (z.B. 400%), Google passt Gebote automatisch an, um diesen zu erreichen. Für Auctions mit hoher Conversion-Wahrscheinlichkeit bietet Google höher, für niedrige niedriger.

Voraussetzungen:

  • Mindestens 50 Conversions in letzten 30 Tagen (ideal: 100+)
  • Conversion-Wert-Tracking korrekt implementiert
  • Stabile Conversion-Raten (keine extremen Schwankungen)

Implementierung:

  1. Starten Sie mit Portfolio-Gebotsstrategie (kampagnenübergreifend für mehr Daten)
  2. Setzen Sie initialen Ziel-ROAS auf aktuellen Durchschnitts-ROAS
  3. Warten Sie 2 Wochen Lernphase
  4. Passen Sie Ziel-ROAS an (±10% pro Änderung)

Best Practices:

  • Geben Sie Google 14+ Tage Lernphase ohne Änderungen
  • Setzen Sie realistischen Ziel-ROAS (nicht 500% wenn Sie historisch 300% haben)
  • Überwachen Sie täglich, greifen Sie aber nicht ein außer bei Notfällen

Vorteil: Google optimiert Gebote in Echtzeit basierend auf tausenden Signalen (Gerät, Standort, Tageszeit, etc.), die Sie manuell nicht alle beachten können.

5. Produktfeed optimieren (Shopping)

Für Shopping-Kampagnen ist Ihr Produktfeed entscheidend für ROAS.

Optimierungs-Bereiche:

Titel-Optimierung:

  • Keywords an Position 1-3 (Google zeigt erste 70 Zeichen)
  • Format: "Marke + Produkttyp + Hauptmerkmal + [Größe/Farbe wenn relevant]"
  • Beispiel: "Nike Air Max 270 Herrenschuhe Weiß Gr. 42"

Beschreibungen:

  • Erste 160 Zeichen zählen (werden in Anzeige angezeigt)
  • Keywords natürlich einbauen
  • USPs hervorheben

Kategorien:

  • Nutzen Sie die präziseste Google Produktkategorie
  • Falsche Kategorisierung = schlechtere Platzierung

Custom Labels:

  • Segmentieren Sie nach Marge (high/medium/low)
  • Segmentieren Sie nach Bestseller-Status
  • Nutzen Sie Labels für differenzierte Gebotsstrategien

Bilder:

  • Hochauflösend (min. 800x800px)
  • Weißer Hintergrund (konvertiert am besten)
  • Produkt füllt 75-90% des Frames

Preis-Optimierung:

  • Seien Sie kompetitiv (Google zeigt Preis-Vergleiche)
  • Nutzen Sie "sale_price" für Angebote

Impact: Feed-Optimierung kann Shopping-ROAS um 30-60% verbessern.

6. Lifetime Value einbeziehen

Viele Businesses betrachten nur erste Conversion, nicht den langfristigen Kundenwert.

Problem mit Short-Term-View:

  • Kunde kauft einmal für 50€
  • CPA: 40€
  • ROAS: 50€ / 40€ = 1,25 (scheint schlecht)

Realität mit LTV:

  • Gleicher Kunde kauft durchschnittlich 5x über 24 Monate
  • Lifetime Value: 50€ × 5 = 250€
  • Echter ROAS: 250€ / 40€ = 6,25 (exzellent!)

Implementierung:

Schritt 1: Berechnen Sie Ihren durchschnittlichen LTV

  • Durchschnittliche Bestellhäufigkeit × Durchschnittlicher Bestellwert
  • Oder nutzen Sie Google Analytics 4 → Lifetime Value Report

Schritt 2: Hinterlegen Sie LTV als Conversion-Wert Statt Warenkorbwert als Conversion-Wert zu übergeben, übergeben Sie den erwarteten LTV.

Schritt 3: Passen Sie Ziel-ROAS an Mit LTV-basiertem Wert können Sie viel aggressiver bieten und mehr skalieren.

Vorsicht: Funktioniert nur, wenn Ihr LTV-Modell valide ist. Überschätzen Sie nicht.

7. Cross-/Upselling tracken

Viele Conversions führen zu zusätzlichen Käufen, die nicht der initialen Kampagne zugeordnet werden.

Beispiel:

  • User klickt Google Ad für "Laufschuhe", kauft für 80€
  • Zusätzlich legt er "Laufsocken" (15€) und "Funktionsshirt" (45€) in den Warenkorb
  • Gesamtumsatz: 140€, aber nur 80€ wird der Ad zugeordnet
  • Gemessener ROAS: zu niedrig

Lösung: Implementieren Sie Gesamt-Warenkorb-Wert-Tracking, nicht nur Produkt-spezifisches Tracking.

Google Ads Setup: Im Conversion-Tracking-Code übergeben Sie den gesamten Cart Value, nicht nur Wert des beworbenen Produkts.

Impact: Korrektes Cross-Sell-Tracking erhöht gemessenen ROAS oft um 15-30%.

8. Landingpages optimieren

Bessere Conversion Rate → mehr Conversions bei gleichen Kosten → höherer ROAS.

Mehr Details in unserem Landingpage-Optimierung Guide und Conversion Rate Guide.

High-Impact-Optimierungen:

Ladezeit: Jede Sekunde schneller = 7% mehr Conversions

  • Ziel: unter 2,5 Sekunden mobile, 1,5 Sekunden desktop

CTA-Optimierung:

  • Kontrastfarbe, prominent platziert
  • Aktionsorientierter Text ("Jetzt kaufen" nicht "Mehr erfahren")

Trust-Signale:

  • Bewertungen, Testimonials
  • Sicherheits-Badges
  • Geld-zurück-Garantie

Relevanz:

  • Headline matched Anzeigentext
  • Keyword aus Anzeige erscheint in H1

A/B-Testing: Systematisches Testing von Headlines, CTAs, Images kann CR um 30-50% erhöhen.

ROAS-Impact: 30% höhere CR = 30% höherer ROAS bei gleichen Kosten.

9. Saisonale Anpassungen

ROAS variiert saisonal. Passen Sie Strategie entsprechend an.

Typische Muster:

E-Commerce:

  • Q4 (Nov-Dez): Höchster ROAS (Weihnachtsgeschäft)
  • Januar: Niedriger ROAS (post-Holiday-Flaute)
  • Black Friday / Cyber Monday: Spitzen-ROAS

B2B:

  • Sommer-Monate (Juli-Aug): Niedriger (Urlaubszeit)
  • September: Hoch (neues Geschäftsjahr, Budgets)
  • Dezember: Niedrig (Entscheidungs-Freeze)

Reise:

  • Buchungssaison (Jan-März): Hoch
  • Reisezeit (Juni-Aug): Niedriger ROAS, höheres Volumen

Optimierungs-Strategie:

  1. Analysieren Sie ROAS der letzten 12-24 Monate nach Monat
  2. Identifizieren Sie High-Season und Low-Season
  3. High-Season: Erhöhen Sie Budgets (+30-50%), akzeptieren Sie leicht niedrigeren ROAS für Volumen
  4. Low-Season: Reduzieren Sie Budgets (-20-30%), erhöhen Sie Ziel-ROAS

Praxis-Tipp: Planen Sie Budget-Erhöhungen 2-3 Wochen vor erwarteter Hochsaison, damit Smart Bidding genug Zeit zum Lernen hat.

10. Attribution ueberpruefen

Ihr Attribution-Modell bestimmt, welche Touchpoints Credit für Conversions bekommen – und damit Ihren gemessenen ROAS.

Attribution-Modelle in Google Ads:

Last Click (Standard):

  • 100% Credit geht an letzten Klick vor Conversion
  • Überschätzt Bottom-of-Funnel-Touchpoints

First Click:

  • 100% Credit an ersten Klick
  • Überschätzt Top-of-Funnel-Awareness-Kampagnen

Linear:

  • Credit gleichmäßig auf alle Touchpoints verteilt

Time Decay:

  • Touchpoints näher an Conversion bekommen mehr Credit

Data-Driven (empfohlen):

  • Google's ML-Modell verteilt Credit basierend auf tatsächlichem Einfluss
  • Benötigt mindestens 3.000 Conversions in 30 Tagen

Problem mit Last Click: User sieht Ihre Display-Anzeige (Awareness) → recherchiert später → klickt Brand-Ad (Conversion) → Last Click: Brand-Kampagne bekommt 100% Credit, Display 0% → Display-ROAS scheint schlecht, Brand-ROAS fantastisch → Sie pausieren Display → Brand-Traffic sinkt auch

Lösung: Wechseln Sie zu Data-Driven Attribution (falls genug Daten) oder Time Decay.

Google Ads → Tools → Conversions → Attribution → Attribution-Modell ändern

Impact: Korrekte Attribution kann Ihr Budget-Allokation komplett verändern und Gesamt-ROAS um 10-20% verbessern durch bessere Kanalmischung.

ROAS in Google Ads messen

So richten Sie ROAS-Tracking und -Reporting korrekt ein.

Spalten einrichten

Standard-Spalten ergänzen:

  1. Google Ads → Kampagnen
  2. Spalten-Icon → "Spalten ändern"
  3. Conversions → Fügen Sie hinzu:
    • Conv. Wert
    • Conv. Wert / Kosten (das ist Ihr ROAS)
    • Kosten / Conv.
    • Conv.-Rate

Custom-Spalte für ROAS in %: Wenn Sie ROAS lieber als Prozentsatz (400%) statt Faktor (4) sehen:

  1. Spalten → "Benutzerdefinierte Spalte" erstellen
  2. Formel: metrics.conversions_value / metrics.cost * 100
  3. Name: "ROAS %"
  4. Format: Prozent

Berichte erstellen

ROAS-Report nach Kampagne:

  1. Google Ads → Berichte → "Bericht erstellen"
  2. Zeilen: Kampagne
  3. Spalten: Kosten, Conv. Wert, ROAS, Conversions
  4. Zeitraum: Letzte 30 Tage
  5. Speichern und wöchentlich prüfen

ROAS-Trend-Report:

  1. Dimension: Monat (oder Woche)
  2. Visualisierung: Liniendiagramm mit ROAS über Zeit
  3. Identifizieren Sie Trends und Anomalien

Keyword-ROAS-Report:

  1. Zeilen: Keyword
  2. Filter: Kosten > 100€ (nur statistical signifikante)
  3. Sortierung: ROAS absteigend
  4. Identifizieren Sie High-Performer und Low-Performer

Automatisierte Reports: Google Ads → Berichte → Geplante E-Mail-Berichte → Wöchentlicher ROAS-Report automatisch an Ihr Team

Haeufige ROAS-Fehler

Vermeiden Sie diese typischen Fehler bei ROAS-Optimierung:

1. ROAS ohne Margen-Kontext bewerten ROAS 5 klingt gut, aber bei 10% Marge machen Sie Verlust. Immer Break-even ROAS kennen.

2. Zu früh entscheiden 50€ Spend mit ROAS 1,5 → pausieren? Zu früh. Warten Sie auf mindestens 300-500€ Spend oder 10+ Conversions.

3. Top-Performer zu aggressiv skalieren Budget verdoppeln führt oft nicht zu doppelten Conversions. Skalieren Sie in 20-30%-Schritten.

4. Attribution-Modell ignorieren Last-Click überschätzt Bottom-of-Funnel massiv. Nutzen Sie Data-Driven Attribution.

5. Nur auf ROAS optimieren ROAS 10 mit 2 Conversions/Monat ist nicht skalierbar. Balance aus ROAS und Volumen ist wichtig.

6. Saisonalität nicht berücksichtigen Dezember-ROAS mit Mai-ROAS vergleichen führt zu falschen Schlüssen.

7. Lifetime Value ignorieren Nur First-Purchase-Value tracken unterschätzt echten ROAS massiv bei Repeat-Purchase-Geschäften.

FAQ

Was ist ein realistischer Ziel-ROAS für E-Commerce?

Hängt von Ihren Margen ab. Für typische E-Commerce mit 30-40% Bruttomarge ist ROAS 3-4 nachhaltig profitabel. Top-Performer erreichen 5-7. Fashion mit niedrigen Margen braucht oft 4-5 für Profitabilität.

Sollte ich ROAS oder CPA als Ziel-Metrik nutzen?

Wenn Sie variable Conversion-Werte haben (E-Commerce mit verschiedenen Produkten), nutzen Sie ROAS. Bei einheitlichen Werten (Lead-Gen, SaaS mit einem Paket) ist CPA einfacher. Beide sind valide.

Warum sinkt mein ROAS beim Skalieren?

Beim Skalieren erschöpfen Sie High-Intent-Traffic und müssen auf weniger qualifizierte Audiences expandieren. Das ist normal. Skalieren Sie, solange ROAS über Ihrem Break-even bleibt.

Wie lange dauert es, bis ROAS-Optimierung wirkt?

Einfache Maßnahmen (negative Keywords, pausierte Keywords) wirken innerhalb 1 Woche. Gebotsstrategie-Änderungen brauchen 2-3 Wochen. Strukturelle Änderungen 4-6 Wochen für valide Bewertung.

Kann ich mit niedrigem ROAS trotzdem profitabel sein?

Ja, bei sehr hohen Margen. Digitale Produkte mit 90% Marge sind bei ROAS 1,5 hochprofitabel. Physische Produkte mit 20% Marge sind bei ROAS 4 noch defizitär. Ihre Margen bestimmen alles.

Was mache ich, wenn mein ROAS plötzlich sinkt?

Diagnose-Checkliste: 1) Funktioniert Tracking noch? 2) Saisonale Faktoren? 3) Neue Konkurrenz? 4) Website-Probleme? 5) Haben Sie Änderungen gemacht? Identifizieren Sie die Ursache, bevor Sie reagieren.

Fazit

ROAS ist die zentrale Kennzahl für profitable Google Ads Kampagnen. Während andere Metriken wichtig für Diagnose sind, zeigt ROAS Ihnen die ultimative Wahrheit: Generieren Ihre Kampagnen mehr Wert, als sie kosten?

Ihre nächsten Schritte:

Sofort (heute):

  1. Berechnen Sie Ihren Break-even ROAS basierend auf echten Margen
  2. Setzen Sie realistischen Ziel-ROAS (20-30% über Break-even)
  3. Prüfen Sie, ob Conversion-Wert-Tracking korrekt funktioniert

Diese Woche: 4. Identifizieren Sie Top-3-Kampagnen nach ROAS → erhöhen Sie Budget 5. Identifizieren Sie Bottom-3-Kampagnen nach ROAS → optimieren oder pausieren 6. Richten Sie wöchentlichen ROAS-Report ein

Diesen Monat: 7. Implementieren Sie Ziel-ROAS-Bidding (falls Voraussetzungen erfüllt) 8. Optimieren Sie Produktfeed (Shopping) oder Landingpages (Search) 9. Überprüfen Sie Attribution-Modell 10. Berechnen Sie LTV und integrieren Sie in Conversion-Wert

Mit systematischer ROAS-Optimierung können Sie realistisch 30-50% Verbesserung in 3-6 Monaten erreichen – direkt übersetzbar in höhere Profitabilität oder Skalierungsspielraum.

Für umfassende Kampagnenoptimierung lesen Sie auch unseren Google Ads Optimierung Guide.

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