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Google Ads für verschiedene Branchen: Strategien

Branchen17 Min. Lesezeit

Google Ads für verschiedene Branchen: Strategien

Einleitung

Google Ads ist nicht gleich Google Ads. Was für einen Online-Shop funktioniert, kann für einen Handwerksbetrieb völlig falsch sein. Was eine Anwaltskanzlei erfolgreich macht, würde ein Restaurant in den Ruin treiben. Die Unterschiede zwischen Branchen sind enorm – und genau deshalb braucht jede Branche ihre eigene Strategie.

In diesem Guide erfahren Sie, wie sich Google Ads Kampagnen nach Branche unterscheiden. Sie lernen, welche Kampagnentypen für welches Gewerbe am besten funktionieren, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und welche Best Practices in Ihrer Branche gelten. Egal ob Sie E-Commerce betreiben, ein lokaler Dienstleister sind oder B2B-Leads generieren möchten – hier finden Sie die passende Strategie.

Warum sind branchenspezifische Strategien so wichtig? Weil die Unterschiede massiv sind: Ein Klick für einen Versicherungsmakler kostet im Durchschnitt 8,50 EUR, während ein Restaurant-Betreiber oft nur 0,80 EUR zahlt. Ein E-Commerce-Shop braucht Shopping-Kampagnen, während ein Handwerker mit lokalen Suchanzeigen besser fährt. Ein B2B-Unternehmen hat Kaufzyklen von mehreren Monaten, während ein Online-Shop sofortige Käufe erzielt.

Wenn Sie Ihre Kampagnen nicht an Ihre Branche anpassen, verschwenden Sie Budget und verpassen Chancen. Dieser Artikel zeigt Ihnen genau, was in Ihrer Branche funktioniert – mit konkreten Zahlen, Strategien und Beispielen.

Branchenunterschiede verstehen

Bevor wir in die einzelnen Branchen eintauchen, müssen Sie drei zentrale Unterschiede verstehen: CPC-Unterschiede, Conversion-Raten und geeignete Kampagnentypen. Diese drei Faktoren bestimmen maßgeblich, wie Sie Google Ads in Ihrer Branche nutzen sollten.

CPC-Unterschiede nach Branche

Die Kosten pro Klick (CPC) variieren zwischen Branchen extrem. Der Grund: unterschiedliche Wettbewerbsintensität und unterschiedliche Customer Lifetime Values. Ein Versicherungskunde bringt über Jahre hinweg tausende Euro ein – da lohnen sich auch 8 EUR pro Klick. Ein Restaurant-Besuch bringt vielleicht 40 EUR Umsatz – da sind 0,80 EUR pro Klick schon viel.

Die teuersten Branchen in Deutschland (durchschnittliche CPCs):

  • Rechtsberatung: 6,50 - 15,00 EUR
  • Versicherungen: 4,00 - 8,50 EUR
  • Finanzen/Banking: 3,50 - 7,00 EUR
  • B2B-Software: 3,00 - 6,00 EUR
  • Immobilien: 2,50 - 5,00 EUR

Die günstigsten Branchen (durchschnittliche CPCs):

  • Gastronomie: 0,60 - 1,20 EUR
  • Einzelhandel (lokal): 0,70 - 1,50 EUR
  • Mode/Fashion: 0,40 - 0,90 EUR
  • Unterhaltung: 0,50 - 1,00 EUR
  • Touristik: 0,80 - 1,80 EUR

Diese Unterschiede müssen Sie bei Ihrer Budgetplanung berücksichtigen. Als Anwalt brauchen Sie realistisch 2.000 - 3.000 EUR monatliches Budget für erste Ergebnisse. Als Restaurant-Betreiber können Sie schon mit 300 - 500 EUR monatlich starten.

Conversion-Raten nach Branche

Nicht nur die Klickkosten unterscheiden sich – auch die Conversion-Raten variieren erheblich. E-Commerce hat typischerweise niedrigere Conversion-Raten (1-3%), weil die Kaufentscheidung schneller getroffen wird und der Wettbewerb hoch ist. B2B-Dienstleister haben oft höhere Lead-Conversion-Raten (5-10%), weil die Nutzer gezielter suchen.

Typische Conversion-Raten nach Branche:

  • B2B-Dienstleistungen: 5-10% (Lead-Formulare)
  • Finanzdienstleistungen: 3-7%
  • Lokale Dienstleister: 4-8% (Anrufe + Formulare)
  • E-Commerce: 1-3% (Käufe)
  • SaaS/Software: 2-5% (Trials/Demos)
  • Gesundheit: 4-9%

Diese Zahlen sind Durchschnittswerte. Ihre tatsächlichen Raten hängen von vielen Faktoren ab: Ihrer Website-Qualität, Ihrem Angebot, Ihrer Preisgestaltung und Ihrer Zielgruppe. Aber sie geben Ihnen einen Anhaltspunkt für realistische Erwartungen.

Kampagnentypen nach Branche

Verschiedene Branchen profitieren von verschiedenen Kampagnentypen. Ein E-Commerce-Shop braucht Shopping-Kampagnen, ein lokaler Handwerker lokale Suchanzeigen, ein SaaS-Unternehmen Such-Kampagnen auf Kategorie-Keywords.

Hier ein Überblick, welche Kampagnentypen für welche Branchen am wichtigsten sind:

Suchnetzwerk-Kampagnen: Universell wichtig, besonders für Dienstleister (B2B, lokal, Beratung)

Shopping-Kampagnen: Unverzichtbar für E-Commerce, Einzelhandel

Performance Max: Sinnvoll für E-Commerce, lokale Geschäfte mit Inventar

Lokale Kampagnen: Ideal für Restaurants, Handwerker, lokale Einzelhändler

Display-Kampagnen: Für Branding (Mode, Immobilien, B2B mit langem Kaufzyklus)

Video-Kampagnen: Erklärungsbedürftige Produkte (Software, B2B, Immobilien)

Anruf-Kampagnen: Notdienste, Handwerker, Dienstleister generell

Im Folgenden schauen wir uns die wichtigsten Branchen im Detail an.

E-Commerce & Online-Shops

E-Commerce ist vermutlich die Google Ads-freundlichste Branche überhaupt. Die Customer Journey ist kurz, die Tracking-Möglichkeiten sind exzellent, und Google bietet mit Shopping-Kampagnen und Performance Max spezialisierte Formate an.

Wichtigste Kampagnentypen

Shopping-Kampagnen sind das Rückgrat jeder E-Commerce-Strategie. Sie zeigen Produktbilder, Preise und Ihren Shop-Namen direkt in den Suchergebnissen. Shopping-Kampagnen haben typischerweise bessere Conversion-Raten als normale Suchanzeigen, weil Nutzer schon vor dem Klick Produkt und Preis sehen.

Es gibt zwei Arten: Standard Shopping (Sie kontrollieren Gebote und Struktur) und Smart Shopping (jetzt Teil von Performance Max). Für die meisten Shops empfiehlt sich der Start mit Standard Shopping, um zu lernen, welche Produkte performen.

Performance Max ist Googles neuestes All-in-One-Format. Es kombiniert Shopping, Such-, Display-, Video- und Discovery-Anzeigen in einer Kampagne. Google optimiert automatisch, wo Ihre Anzeigen ausgespielt werden. Performance Max funktioniert gut für Shops mit breitem Sortiment und ausreichend Conversion-Daten (mindestens 30-50 Conversions pro Monat).

Such-Kampagnen bleiben wichtig für branded Keywords ("Ihr Shopname") und generische Produkt-Keywords. Strukturieren Sie nach Produktkategorien mit spezifischen Anzeigengruppen.

Remarketing ist für E-Commerce essentiell. 70-80% der Shop-Besucher kaufen beim ersten Besuch nicht. Mit Remarketing erreichen Sie diese Nutzer erneut – mit speziellen Angeboten für Warenkorbabbrecher oder Cross-Selling für Bestandskunden.

Dynamic Search Ads eignen sich für Shops mit tausenden Produkten. Google erstellt automatisch Anzeigen basierend auf Ihrem Website-Inhalt. Das spart Zeit, erfordert aber gutes Tracking und eine saubere Site-Struktur.

Durchschnittliche CPCs und ROAS

Die Kosten im E-Commerce variieren stark nach Produktkategorie:

  • Mode/Accessoires: 0,40 - 0,90 EUR CPC
  • Elektronik: 0,60 - 1,50 EUR CPC
  • Möbel/Einrichtung: 0,70 - 1,80 EUR CPC
  • Sport/Outdoor: 0,50 - 1,20 EUR CPC
  • Beauty/Kosmetik: 0,80 - 2,00 EUR CPC

Der Return on Ad Spend (ROAS) sollte bei E-Commerce mindestens 400% betragen (4 EUR Umsatz pro 1 EUR Werbeausgabe). Erfolgreiche Shops erreichen 600-1000%. Ihre Ziel-ROAS hängt von Ihrer Marge ab. Bei 30% Marge brauchen Sie mindestens 350% ROAS für Profitabilität.

Best Practices

  1. Produktfeed optimieren: Ihr Google Merchant Center Feed ist die Basis. Optimierte Titel mit relevanten Keywords, hochwertige Bilder, vollständige Attribute (GTIN, Marke, Farbe, Größe) machen den Unterschied.

  2. Nach Margen strukturieren: Gruppieren Sie teure und günstige Produkte separat. Für hochmargige Produkte können Sie aggressivere Gebote setzen.

  3. Conversion-Tracking perfektionieren: Tracken Sie nicht nur Käufe, sondern auch Warenkorbwert. Nutzen Sie erweiterte Conversions für bessere Datenlage.

  4. Saisonalität einplanen: E-Commerce ist stark saisonal. Planen Sie Budget für Black Friday, Weihnachten, Sommerschlussverkauf entsprechend ein.

  5. Mobile optimieren: 60-70% der Klicks kommen von mobilen Geräten. Ihre Seite muss mobil einwandfrei funktionieren.

Für einen detaillierten E-Commerce Guide lesen Sie unseren Artikel Google Ads für E-Commerce.

Lokale Dienstleister

Lokale Dienstleister – Handwerker, Reinigungsfirmen, Umzugsunternehmen, Fotografen, Friseure – haben besondere Anforderungen. Sie bedienen ein geografisch begrenztes Gebiet und möchten meist Anrufe statt Website-Conversions.

Handwerker, Reinigung, Umzug

Diese Branchen haben gemeinsam: Die Nutzer suchen lokal und möchten schnell einen Anbieter finden. Keywords wie "Elektriker München", "Umzugsfirma Berlin" oder "Rohrreinigung Notdienst Hamburg" dominieren.

Typische CPCs liegen bei 1,50 - 4,00 EUR, je nach Gewerk und Wettbewerb. Notdienste (Schlüsseldienst, Rohrreinigung, Elektro-Notdienst) können deutlich teurer sein (5-8 EUR), bringen aber auch höheren Auftragswert.

Die Conversion ist meist ein Anruf. Viele Nutzer füllen ungern Formulare aus, wenn sie schnell jemanden brauchen. Deshalb sollten Anruferweiterungen und Click-to-Call-Anzeigen im Zentrum stehen.

Lokale Suchanzeigen

Lokale Suchanzeigen (Local Search Ads) erscheinen in Google Maps und in lokalen Suchergebnissen. Sie zeigen Ihren Standort, Öffnungszeiten, Telefonnummer und Bewertungen direkt an.

Vorteile: Hohe Relevanz, da Nutzer aktiv in Ihrer Nähe suchen. Niedrigere CPCs als normale Suchanzeigen. Starke Vertrauenssignale durch Bewertungen und Standortkarte.

Voraussetzung: Ein vollständig optimiertes Google Business Profil. Ohne aktives Profil funktionieren lokale Kampagnen nicht.

Google Business Profile nutzen

Ihr Google Business Profil ist für lokale Dienstleister Gold wert – und es ist kostenlos. Es sollte die Grundlage Ihrer Google-Strategie sein, noch vor bezahlten Anzeigen.

Optimiertes Profil bedeutet:

  • Vollständige Informationen (Adresse, Öffnungszeiten, Telefon, Website)
  • Mindestens 10 hochwertige Fotos (Außenansicht, Team, Arbeit)
  • Regelmäßige Beiträge (Angebote, Neuigkeiten)
  • Aktive Bewertungsgenerierung (mindestens 4,0 Sterne, über 20 Bewertungen)

Google Ads verstärkt dann Ihre organische Präsenz. Die Kombination aus gutem Profil und bezahlten Anzeigen ist unschlagbar für lokale Sichtbarkeit.

Mehr Details finden Sie in unserem Google Ads Handwerker Guide.

B2B & Unternehmensdienstleistungen

B2B-Marketing über Google Ads unterscheidet sich fundamental von B2C. Die Kaufzyklen sind länger, mehrere Personen sind an der Entscheidung beteiligt, und die Auftragswerte sind deutlich höher.

Lead-Generierung Focus

Im B2B geht es fast nie um direkte Online-Käufe. Das Ziel ist Lead-Generierung: Kontaktanfragen, Demo-Buchungen, Whitepaper-Downloads, Newsletter-Anmeldungen.

Eine gute B2B-Lead-Strategie nutzt verschiedene Kampagnentypen für verschiedene Funnel-Stufen:

BOFU (Bottom of Funnel): Such-Kampagnen auf lösungsspezifische Keywords ("CRM Software für Versicherungen", "Lohnbuchhaltung Software"). Hier sind Nutzer kaufbereit. CPCs sind hoch (3-7 EUR), Conversion-Raten aber auch (5-10%).

MOFU (Middle of Funnel): Content-Kampagnen für Guides, Webinare, Vergleichsartikel. CPCs niedriger (1-3 EUR), aber Leads noch nicht kaufbereit.

TOFU (Top of Funnel): Display- und Video-Kampagnen für Awareness. Meist nicht direkt ROI-positiv, aber wichtig für Brand Building.

Längere Kaufzyklen berücksichtigen

B2B-Kaufzyklen dauern oft 3-6 Monate, manchmal über ein Jahr. Das bedeutet: Die Person, die heute Ihre Anzeige klickt, kauft vermutlich nicht diese Woche.

Konsequenzen für Ihre Strategie:

  1. Remarketing ist Pflicht: Sie müssen Interessenten über Wochen und Monate begleiten
  2. Attribution ist kompliziert: Nutzen Sie datengetriebene Attribution, nicht Last-Click
  3. Content-Marketing kombinieren: Google Ads funktioniert am besten als Teil einer größeren Strategie
  4. Lead-Nurturing einplanen: Der Google Ads-Lead ist erst der Anfang, nicht das Ende

LinkedIn Alternative?

Viele fragen sich: Google Ads oder LinkedIn Ads für B2B? Die Antwort: Meistens beides, aber für unterschiedliche Zwecke.

Google Ads ist besser für: Bottom-of-Funnel-Leads, Nutzer die aktiv nach Lösungen suchen, breite Reichweite, niedrigere CPCs

LinkedIn Ads ist besser für: Account-Based Marketing, sehr spezifisches Targeting (z.B. "CTOs in Unternehmen 1000+ Mitarbeiter"), Content Distribution, Branding

Für die meisten B2B-Unternehmen sollte Google Ads der Hauptkanal sein, ergänzt durch LinkedIn für spezielle Kampagnen. Starten Sie mit Google, nicht mit LinkedIn.

Mehr dazu: Google Ads für B2B

Gesundheit & Medizin

Die Gesundheitsbranche unterliegt strengen Werberichtlinien. Google Ads funktioniert für Ärzte, Therapeuten und Kliniken – aber nur, wenn Sie die Regeln kennen und befolgen.

Besondere Richtlinien

Google klassifiziert Gesundheitsinhalte als "sensible Kategorie" mit verschärften Richtlinien. Wichtigste Punkte:

Zertifizierung erforderlich: In Deutschland müssen Sie sich als Gesundheitsdienstleister verifizieren lassen, bevor Sie bestimmte Keywords bewerben dürfen.

Verbotene Inhalte: Keine Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente, keine Heilversprechen, keine Vorher-Nachher-Bilder bei medizinischen Eingriffen, keine Angstmache.

Eingeschränkte Keywords: Viele medizinische Keywords sind komplett gesperrt oder stark eingeschränkt. "Krebs Behandlung" können Sie wahrscheinlich nicht bewerben, "Zahnarzt München" schon.

Zusätzlich müssen Sie deutsches Werberecht beachten: Heilmittelwerbegesetz (HWG) und berufsrechtliche Regeln. Was auf Google erlaubt ist, kann in Deutschland trotzdem verboten sein.

Ärzte, Therapeuten, Kliniken

Für Arztpraxen funktionieren Google Ads vor allem lokal. Keywords wie "Hausarzt Berlin Mitte" oder "Zahnarzt Kinderzahnheilkunde Hamburg" performen gut.

Typische CPCs: 1,50 - 4,00 EUR für Allgemeinmediziner, 2,00 - 6,00 EUR für Zahnärzte, 3,00 - 8,00 EUR für Spezialisten und Privatpraxen.

Wichtigste Kampagnentypen: Lokale Suchanzeigen, normale Suchnetzwerk-Kampagnen. Display und Video meist weniger effektiv (außer für Klinik-Branding).

Compliance beachten

Lassen Sie Ihre Anzeigen im Zweifel rechtlich prüfen. Eine Abmahnung wegen Verstoßes gegen das HWG ist teurer als eine Stunde Anwaltsberatung.

Sichere Anzeigeninhalte:

  • Fachrichtung + Ort
  • Leistungsspektrum (sachlich)
  • Öffnungszeiten, Erreichbarkeit
  • Qualifikationen (Facharzt, Zusatzbezeichnungen)

Problematische Anzeigeninhalte:

  • Superlative ("beste Zahnarztpraxis")
  • Heilversprechen ("Wir heilen...")
  • Angstmache
  • Vergleiche mit anderen Ärzten

Mehr Details: Google Ads für Ärzte

Finanzen & Versicherungen

Finanz- und Versicherungsdienstleister zahlen die höchsten CPCs in Deutschland – aber die Auftragswerte rechtfertigen das meist.

Hohe CPCs managen

Ein Klick auf "Private Krankenversicherung" kostet 8-12 EUR. "Berufsunfähigkeitsversicherung" liegt bei 6-10 EUR. "Kredit umschulden" bei 5-8 EUR.

Warum so teuer? Weil ein einziger Kunde einen Lifetime Value von 5.000 - 50.000 EUR haben kann. Eine Krankenversicherung verdient über Jahre hinweg hohe Provisionen. Ein Baufinanzierungs-Kunde bringt dem Vermittler 3.000 - 10.000 EUR Provision.

Bei diesen CPCs ist Präzision entscheidend:

  1. Laser-fokussierte Keywords: Keine breiten Match Types, keine generischen Begriffe
  2. Strikte negative Keywords: Schließen Sie Vergleichsportale, Infosuchende, Nicht-Zielgruppen aus
  3. Perfektes Conversion-Tracking: Tracken Sie Lead-Qualität, nicht nur Lead-Anzahl
  4. Landing Page Optimierung: Bei 8 EUR pro Klick kostet jeder verlorene Besucher viel

Vertrauensbildung

Im Finanzsektor ist Vertrauen alles. Nutzer geben sensible Daten weiter und treffen wichtige finanzielle Entscheidungen.

Vertrauenssignale in Anzeigen und Landing Pages:

  • Zertifizierungen, Verbandsmitgliedschaften
  • Auszeichnungen ("Testsieger Stiftung Warentest")
  • Erfahrung ("Seit 1995", "Über 10.000 zufriedene Kunden")
  • Datenschutz-Hinweise prominent
  • Transparenz über Beratungskosten

Regulatorische Anforderungen

Finanzwerbung unterliegt strengen Regeln:

  • Pflichtangaben in Anzeigen (z.B. repräsentatives Beispiel bei Krediten)
  • Haftungshinweise bei Anlageberatung
  • Impressumspflicht
  • Datenschutz (Einwilligungen für Kontaktaufnahme)

Arbeiten Sie eng mit Ihrer Rechtsabteilung oder einem spezialisierten Anwalt zusammen. Die Compliance-Risiken sind in dieser Branche besonders hoch.

Immobilien

Immobilienmakler nutzen Google Ads sowohl für Käufer-Akquise (Objekte vermarkten) als auch für Verkäufer-Akquise (Eigentümer gewinnen, die verkaufen möchten).

Kampagnenstruktur

Trennen Sie Kampagnen klar nach Ziel:

Käufer-Kampagnen: Keywords wie "Haus kaufen München", "Wohnung Frankfurt kaufen", "Eigentumswohnung Berlin". Ziel: Interessenten für Ihre Objekte. Landing Page: Ihr Objekt-Portfolio.

Verkäufer-Kampagnen: Keywords wie "Immobilienbewertung kostenlos", "Haus verkaufen Makler München", "Verkaufspreis ermitteln Immobilie". Ziel: Eigentümer, die verkaufen möchten. Landing Page: Kostenlose Bewertung.

Vermieter/Mieter-Kampagnen: Je nach Fokus Ihres Geschäfts.

Die Verkäufer-Akquise ist oft wertvoller langfristig, aber teurer (CPCs 3-6 EUR vs. 1,50-3 EUR für Käufer).

Lead-Qualifizierung

Immobilien-Leads sind notorisch schwierig zu qualifizieren. Viele Anfragen sind von "Schau-Interessenten" oder Menschen, die noch ganz am Anfang stehen.

Qualifizierungsfragen im Formular helfen:

  • Kaufzeitrahmen (nächste 3 Monate / 6 Monate / nur schauen)
  • Finanzierung bereits geklärt?
  • Aktueller Status (Erstinteressent / aktiv suchend)
  • Budget-Range

Je mehr Fragen, desto weniger Leads – aber desto höher die Qualität. Finden Sie die richtige Balance.

Mehr zu diesem Thema: Google Ads für Immobilien

Gastronomie & Tourismus

Restaurants, Hotels und Tourismusunternehmen haben besondere Herausforderungen: hohe Saisonalität, lokale Konkurrenz und relativ niedrige Margen.

Saisonale Strategien

Gastronomie und Tourismus sind extrem saisonal. Ein Skihotel macht 80% des Umsatzes in 4 Monaten. Ein Strandrestaurant lebt vom Sommer. Ein Weihnachtsmarkt-Stand von 4 Wochen.

Ihre Google Ads Strategie muss das abbilden:

  • Saisonale Budgetierung: Investieren Sie in der Hauptsaison deutlich mehr
  • Vorlauf einplanen: Starten Sie Kampagnen 4-8 Wochen vor der Saison
  • Off-Season anders nutzen: Geringere Budgets, Remarketing, Branding statt Performance

Nutzen Sie Kampagnen-Zeitpläne, um Budget automatisch saisonal anzupassen.

Lokales Targeting

Die meisten Gastronomie-Kunden kommen aus einem Umkreis von 5-15 km. Für Tourismus-Unternehmen ist die Zielgruppe breiter, aber immer noch geografisch fokussiert (z.B. ganz Deutschland für ein Hotel in den Alpen).

Geo-Targeting nutzen:

  • Restaurants: Radius-Targeting um Ihren Standort (5-10 km)
  • Hotels/Ferienwohnungen: Größere Regionen (Bundesland, ganz Deutschland, Nachbarländer)
  • Ausschlüsse: Schließen Sie Regionen aus, aus denen keine Kunden kommen

Lokale Suchanzeigen und Google Maps Integration sind für Restaurants essentiell. Die meisten Suchen nach "Restaurant in der Nähe" oder "Italienisches Restaurant München" werden mit Karten-Ergebnissen beantwortet.

Mehr Details: Google Ads für Restaurants

Rechtsberatung

Rechtsanwälte und Kanzleien zahlen die absolut höchsten CPCs in Deutschland – aber ein einziger Mandant kann Tausende Euro Honorar bringen.

Höchste CPCs in Deutschland

Rechts-Keywords gehören zu den teuersten überhaupt:

  • "Anwalt Arbeitsrecht München": 8-15 EUR
  • "Scheidungsanwalt Berlin": 6-12 EUR
  • "Fachanwalt Strafrecht": 7-14 EUR
  • "Verkehrsrecht Anwalt Hamburg": 5-10 EUR
  • "Anwalt Medizinrecht": 8-16 EUR

Warum so teuer? Hoher Wettbewerb und hohe Mandatswerte. Ein Scheidungsverfahren bringt 3.000 - 10.000 EUR Honorar. Ein mittelgroßer Wirtschaftsrechts-Mandant 20.000 - 100.000 EUR.

Bei diesen Kosten ist höchste Effizienz gefordert. Ein verschwendeter Klick kostet 10 EUR. 100 verschwendete Klicks sind 1.000 EUR verbranntes Budget.

Spezialisierung nutzen

Allgemeine Keywords wie "Anwalt München" sind praktisch unbezahlbar und bringen meist unpassende Anfragen. Spezialisierung ist der Schlüssel:

Fachgebiet + Ort: "Fachanwalt Arbeitsrecht Berlin", "Verkehrsrecht Anwalt Hamburg"

Spezifische Rechtsgebiete: "Kündigungsschutzklage Anwalt", "Bußgeldverfahren Anwalt"

Problem-Keywords: "Abmahnung erhalten was tun", "Kündigung erhalten Anwalt"

Je spezifischer, desto besser. Sie konkurrieren dann mit weniger Mitbewerbern und erreichen passgenauere Mandanten.

Strukturieren Sie Kampagnen nach Rechtsgebiet (Arbeitsrecht, Familienrecht, Strafrecht, Verkehrsrecht, etc.). Jedes Rechtsgebiet bekommt eigene Kampagnen mit spezifischen Landing Pages.

Weitere Strategien: Google Ads für Rechtsanwälte

SaaS & Software

Software-as-a-Service Unternehmen nutzen Google Ads vor allem für Trial- und Demo-Anfragen. Die Strategien unterscheiden sich deutlich von traditionellen B2B-Leads.

Trial vs. Demo Kampagnen

SaaS-Unternehmen haben typischerweise zwei Conversion-Ziele:

Free Trial Sign-ups: Selbstbedienungs-Modell. Nutzer melden sich an, testen das Tool selbst. Conversion-Raten höher (3-7%), aber oft niedrigere Trial-to-Paid-Rate.

Demo-Anfragen: Sales-gestütztes Modell. Nutzer buchen ein Demo-Gespräch. Conversion-Raten niedriger (1-3%), aber höhere Demo-to-Customer-Rate und höhere Auftragswerte.

Für Low-Touch SaaS (9-99 EUR/Monat) fokussieren Sie sich auf Trials. Für High-Touch SaaS (500+ EUR/Monat) auf Demos.

Wettbewerber-Keywords

SaaS ist eine der wenigen Branchen, wo Wettbewerber-Keywords sehr gut funktionieren. Nutzer suchen aktiv nach "[Wettbewerber] Alternative" oder "[Wettbewerber] vs [Andere Software]".

Beispiele:

  • "Salesforce Alternative günstiger"
  • "HubSpot vs ActiveCampaign"
  • "Mailchimp Alternative Deutschland"

Diese Keywords konvertieren oft besser als generische Kategorie-Keywords, weil die Nutzer bereits Lösungen evaluieren (BOFU). CPCs sind trotzdem meist niedriger als Top-of-Kategorie-Keywords.

Wichtig: Ihre Landing Page muss den direkten Vergleich bieten, nicht nur Ihr generisches Marketing-Material.

Mehr zu SaaS Marketing: Google Ads für SaaS

Branchen-Übersichtstabelle

Hier eine Gesamtübersicht der wichtigsten Branchen mit durchschnittlichen Kennzahlen und empfohlenen Kampagnentypen:

| Branche | Durchschn. CPC | Conversion Rate | Empfohlene Kampagnentypen | Startbudget/Monat | |---------|---------------|-----------------|---------------------------|-------------------| | E-Commerce | 0,60 - 1,50 EUR | 1-3% | Shopping, Performance Max, Search | 500 - 1.000 EUR | | Handwerk | 1,50 - 4,00 EUR | 4-8% | Local Search, Call Ads, Search | 500 - 1.000 EUR | | Ärzte/Praxen | 2,00 - 6,00 EUR | 4-9% | Local Search, Search | 400 - 800 EUR | | Immobilien | 2,50 - 5,00 EUR | 3-7% | Search, Display, Remarketing | 800 - 1.500 EUR | | B2B | 3,00 - 6,00 EUR | 5-10% | Search, LinkedIn, Remarketing | 1.000 - 2.500 EUR | | Restaurants | 0,60 - 1,20 EUR | 5-10% | Local Search, Maps | 300 - 600 EUR | | Rechtsberatung | 6,50 - 15,00 EUR | 5-8% | Search (hochspezialisiert) | 2.000 - 4.000 EUR | | SaaS | 3,00 - 7,00 EUR | 2-5% | Search, Display, Video | 1.500 - 3.000 EUR | | Finanzen | 4,00 - 8,50 EUR | 3-7% | Search, Display | 1.500 - 3.000 EUR | | Coaches | 2,00 - 4,00 EUR | 3-6% | Search, LinkedIn, Display | 500 - 1.200 EUR |

Diese Zahlen sind Richtwerte basierend auf deutschen Marktdaten. Ihre tatsächlichen Werte können abweichen – abhängig von Ihrer Region, Ihrer Spezialisierung, Ihrer Website-Qualität und vielen anderen Faktoren.

Nutzen Sie diese Tabelle für Ihre erste Budgetplanung und Erwartungshaltung. Wenn Ihre Zahlen stark abweichen, analysieren Sie warum: Ist Ihr Targeting zu breit? Ihre Landing Page schwach? Oder sind Sie einfach in einer besonders wettbewerbsintensiven Nische?

Häufige Fragen

Welche Branche hat die höchsten Google Ads Kosten? Rechtsberatung führt mit 6,50 - 15 EUR pro Klick, gefolgt von Versicherungen (4-8,50 EUR) und Finanzdienstleistungen (3,50-7 EUR). Diese hohen Kosten spiegeln die hohen Customer Lifetime Values wider.

Gibt es Branchen die Google Ads nicht nutzen können? Ja, bestimmte Branchen sind komplett oder stark eingeschränkt: Glücksspiel, Waffen, Drogen, bestimmte Finanzprodukte, rezeptpflichtige Medikamente. Auch Tabak und Alkohol unterliegen strengen Einschränkungen. Prüfen Sie Googles Werberichtlinien für Ihre Branche.

Welche Kampagnentypen eignen sich für welche Branche? E-Commerce: Shopping + Performance Max. Lokale Dienstleister: Local Search + Call Ads. B2B: Search + Remarketing. SaaS: Search + Display. Restaurants: Local Search + Maps. Die vollständige Übersicht finden Sie in der Branchen-Tabelle oben.

Was sind typische Conversion Rates nach Branche? B2B: 5-10%, Lokale Dienstleister: 4-8%, E-Commerce: 1-3%, SaaS: 2-5%, Finanzen: 3-7%. Diese Werte sind Durchschnitte – Ihre tatsächlichen Raten hängen von vielen Faktoren ab.

Fazit

Google Ads ist nicht eine Strategie für alle – es sind dutzende verschiedene Strategien, angepasst an Branche, Geschäftsmodell und Ziele. Ein E-Commerce-Shop braucht Shopping-Kampagnen, ein Handwerker lokale Anzeigen, ein B2B-Unternehmen Remarketing für lange Kaufzyklen.

Die drei wichtigsten Unterschiede zwischen Branchen sind CPCs (0,60 EUR bis 15 EUR), Conversion-Raten (1% bis 10%) und geeignete Kampagnentypen. Kennen Sie diese Faktoren für Ihre Branche, können Sie realistisch planen und effektiv optimieren.

Starten Sie mit den branchenspezifischen Best Practices aus diesem Guide. Nutzen Sie die empfohlenen Kampagnentypen für Ihre Branche. Planen Sie mit realistischen Budgets basierend auf den durchschnittlichen CPCs. Und messen Sie die Kennzahlen, die für Ihr Geschäftsmodell wirklich wichtig sind – nicht nur Klicks und Impressionen.

Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Google Ads für Ihre spezifische Branche aufsetzen sollen, können unsere Experten helfen. Wir haben Erfahrung in allen hier genannten Branchen und kennen die Besonderheiten, Chancen und Fallstricke. Kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Erstberatung.

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