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Keyword Clustering: Optimale Strukturen für Google Ads

Keywords16 Min. Lesezeit

Keyword Clustering: Optimale Strukturen für Google Ads

Was ist Keyword Clustering?

Keyword Clustering ist die Kunst, Keywords nach Themen, Intent oder Eigenschaften zu gruppieren und in sinnvollen Anzeigengruppen zu organisieren. Es ist der Unterschied zwischen chaotischen, ineffizienten Kampagnen und professionell strukturierten, hochperformanten Accounts.

Die Grundidee: Keywords, die thematisch zusammengehören, sollten in derselben Anzeigengruppe sein. So können Sie hochrelevante Anzeigen schreiben, die perfekt zu allen Keywords der Gruppe passen. Das steigert Ihren Qualitätsfaktor, senkt Kosten und verbessert Conversion-Raten.

Ohne Clustering werfen viele Einsteiger alle Keywords in eine oder wenige Anzeigengruppen. Das Resultat: Generische Anzeigen, die für keines der Keywords wirklich passen. Ihr Qualitätsfaktor sinkt, CPCs steigen, Performance leidet. Google bestraft schlechte Organisation direkt im Geldbeutel.

Die zentrale Frage beim Clustering: Kann ich eine Anzeige schreiben, die für alle Keywords dieser Gruppe relevant ist? Wenn ja, gehören sie zusammen. Wenn nein, brauchen Sie separate Gruppen. So einfach, so effektiv.

In diesem Artikel lernen Sie drei Haupt-Ansätze kennen – SKAG, STAG und thematische Gruppen – und wann Sie welchen einsetzen sollten. Plus: Eine Schritt-für-Schritt Anleitung für professionelles Clustering.

SKAG - Single Keyword Ad Groups

SKAG (Single Keyword Ad Groups) ist die extremste Form des Clusterings: Jede Anzeigengruppe enthält nur ein einziges Keyword in allen Match Types.

Wie SKAG funktioniert

Das Konzept ist radikal simpel. Statt Keywords zu gruppieren, bekommt jedes Keyword seine eigene Anzeigengruppe.

Beispiel:

Kampagne: "Sportschuhe"

Anzeigengruppe 1: "Laufschuhe Damen"

  • laufschuhe damen (Broad Match)
  • "laufschuhe damen" (Phrase Match)
  • [laufschuhe damen] (Exact Match)

Anzeigengruppe 2: "Joggingschuhe Damen"

  • joggingschuhe damen (Broad Match)
  • "joggingschuhe damen" (Phrase Match)
  • [joggingschuhe damen] (Exact Match)

Anzeigengruppe 3: "Laufschuhe Herren"

  • laufschuhe herren (Broad Match)
  • "laufschuhe herren" (Phrase Match)
  • [laufschuhe herren] (Exact Match)

Jede Gruppe hat 2-3 Anzeigen, die exakt auf das eine Keyword optimiert sind. Die Anzeige für "Laufschuhe Damen" enthält genau diesen Begriff im Titel, in der Description, in den Sitelinks.

Die Logik: Maximale Relevanz zwischen Keyword und Anzeige führt zu höchstem Qualitätsfaktor und niedrigsten Kosten. Eine Anzeige, die "Laufschuhe Damen" sagt, ist für jemanden, der "laufschuhe damen" sucht, perfekt relevant.

Vorteile von SKAG

1. Maximaler Qualitätsfaktor: Die Anzeigenrelevanz-Komponente des Qualitätsfaktors wird perfekt. Ihr Keyword steht wortwörtlich in der Anzeige. Google kann nicht anders als Ihnen 10/10 für Relevanz zu geben. Das senkt CPCs um 30-50% im Vergleich zu gemischten Anzeigengruppen.

2. Granulare Kontrolle: Sie können für jedes einzelne Keyword individuelle Gebote setzen, eigene Anzeigentexte schreiben, spezifische Landingpages zuweisen. "Laufschuhe Damen" bekommt 2,50€ Gebot und landet auf /laufschuhe-damen/, während "Nike Pegasus Damen" 3,80€ bekommt und auf /nike-pegasus-40-damen/ landet.

3. Klare Performance-Analyse: Sie sehen sofort: Welches Keyword performt? Bei 100 Keywords in einer Gruppe ist das schwer zu trennen. Bei SKAG ist kristallklar: Anzeigengruppe X (= Keyword X) hat 15 Conversions zu 38€ CPA, Anzeigengruppe Y (= Keyword Y) hat 2 Conversions zu 95€ CPA.

4. Präzise Budgetverteilung: Bei automatischen Gebotsstrategien (Smart Bidding) kann Google Budget präziser auf profitable Keywords allokieren, wenn diese in eigenen Gruppen sind. Die Signale sind klarer.

Nachteile und Herausforderungen

1. Extrem aufwendig: 100 Keywords = 100 Anzeigengruppen = 200-300 Anzeigen (2-3 pro Gruppe). Das Setup dauert Tage statt Stunden. Und jede Änderung (neue Anzeigenerweiterung, Landingpage-Update) muss 100x durchgeführt werden.

2. Fragmentierte Daten: Bei 100 Anzeigengruppen mit je 20 Klicks/Monat haben Sie 20 Klicks pro Gruppe. Zu wenig für statistische Signifikanz. Conversion-Optimierung ist schwierig bei nur 0-2 Conversions pro Gruppe. Smart Bidding braucht Volumen – SKAG verhungert den Algorithmus.

3. Kannibalisierung: Mehrere SKAGs können für dieselbe Suchanfrage konkurrieren. "Laufschuhe Damen", "Joggingschuhe Damen", "Running Schuhe Damen" sind synonym – aber in SKAG drei separate Gruppen. Google wählt automatisch die "relevanteste", aber das kann zu unerwarteter Budgetverteilung führen.

4. Funktioniert schlecht mit modernen Ads-Features: Responsive Search Ads (RSA) und Smart Bidding brauchen Daten-Aggregation. SKAG verhindert genau das. Google empfiehlt seit 2020 explizit GEGEN SKAG, weil es den Algorithmus behindert.

5. Wartungs-Alptraum: Nach 6 Monaten haben Sie 200 Anzeigengruppen, 500 Anzeigen, und niemand weiß mehr, was wo läuft. Updates werden unmöglich, Testing ist ein Vollzeitjob.

Wann SKAG sinnvoll ist

SKAG ist 2024/2026 ein Nischen-Ansatz, nicht mehr die Standard-Empfehlung. Nutzen Sie SKAG nur in diesen Fällen:

1. Für Ihre Top-5 profitabelsten Keywords: Ihre absolute Star-Performer verdienen die Extra-Aufmerksamkeit. Wenn "nike pegasus 40 damen" 40% Ihrer Conversions bringt, rechtfertigt das eine eigene SKAG mit perfekt optimierten Anzeigen und Landing page.

2. Branded Keywords: Ihr Firmenname und Produktnamen sollten SKAGs bekommen. "Nike Air Max" oder "iPhone 15 Pro" sind hochspezifisch und verdienen individuelle Behandlung.

3. Sehr teure Keywords (CPC 10€+): Bei extrem hohen Kosten pro Klick lohnt sich maximale Optimierung. Jeder Prozentpunkt bessere CTR oder CR macht hunderte Euro Unterschied.

4. Wenn Sie manuelle Gebote nutzen: SKAG funktioniert besser mit manuellen CPC-Geboten als mit Smart Bidding. Wenn Sie aus Gründen manuell bieten, gibt Ihnen SKAG maximale Kontrolle.

5. In extrem spezialisierten B2B-Nischen: Bei nur 10-20 hochspezifischen Keywords mit langen Sales-Cycles kann SKAG sinnvoll sein. Jedes Keyword ist so wertvoll, dass individuelle Behandlung gerechtfertigt ist.

Für 95% der Kampagnen gilt: SKAG ist Overkill. STAG oder thematische Gruppen sind besser.

STAG - Single Theme Ad Groups

STAG (Single Theme Ad Groups) ist der moderne Standard und von Google empfohlen. Jede Anzeigengruppe deckt ein enges Thema mit 5-15 verwandten Keywords ab.

Wie STAG funktioniert

Das Prinzip: Keywords werden nach Themen gruppiert, nicht einzeln isoliert. Ein "Thema" ist ein spezifisches Produkt, eine Dienstleistung, eine Zielgruppe oder ein Intent.

Beispiel E-Commerce:

Anzeigengruppe: "Laufschuhe Damen"

  • laufschuhe damen
  • joggingschuhe damen
  • damen laufschuhe
  • running schuhe damen
  • sportschuhe laufen damen
  • trainingsschuhe damen
  • laufschuhe frauen

Alle Keywords drehen sich um dasselbe Thema: Laufschuhe für Frauen. Sie können eine Anzeige schreiben ("Laufschuhe für Damen – Große Auswahl an Running Shoes"), die für alle 7 Keywords relevant ist.

Beispiel Dienstleistung:

Anzeigengruppe: "Notdienst Elektriker München"

  • elektriker notdienst münchen
  • elektriker münchen notdienst
  • notdienst elektriker münchen 24h
  • elektriker notfall münchen
  • elektrische notdienst münchen
  • dringend elektriker münchen

Thema: Elektrischer Notdienst in München. Anzeige: "Elektriker Notdienst München 24/7 – In 60 Min. bei Ihnen" passt perfekt zu allen Keywords.

Abgrenzung: Separate Themen bekommen separate Gruppen:

  • "Laufschuhe Damen" (eine Gruppe)
  • "Laufschuhe Herren" (andere Gruppe)
  • "Fußballschuhe Kinder" (wieder andere Gruppe)

Jedes Thema ist spezifisch genug für relevante Anzeigen, aber breit genug für ausreichend Daten.

Vorteile von STAG

1. Balance zwischen Relevanz und Skalierbarkeit: Ihre Anzeigen sind hochrelevant (besser als 50 Keywords in einer Gruppe), aber Sie brauchen nicht 100 Anzeigengruppen (wie bei SKAG). Mit STAG haben Sie 10-30 Gruppen statt 100+, bei ähnlichem Qualitätsfaktor wie SKAG.

2. Genug Daten pro Gruppe: 5-15 Keywords pro Gruppe bedeuten genug Traffic und Conversions für statistische Signifikanz. Statt 20 Klicks pro SKAG haben Sie 100-200 Klicks pro STAG – genug für Optimierung und maschinelles Lernen.

3. Funktioniert perfekt mit RSA und Smart Bidding: Responsive Search Ads brauchen mehrere Keywords in einer Gruppe, um verschiedene Kombinationen zu testen. Smart Bidding braucht Daten-Aggregation. STAG liefert beides.

4. Wartungsfreundlich: 20 Anzeigengruppen à 3 RSAs = 60 Anzeigen. Änderungen sind machbar. Neue Sitelinks? 20x kopieren, nicht 100x. Tests laufen parallell in mehreren Gruppen statt einzeln in hunderten.

5. Natürliche Skalierung: Sie finden ein neues Keyword "laufschuhe für damen"? Einfach zur bestehenden Gruppe "Laufschuhe Damen" hinzufügen, fertig. Bei SKAG müssten Sie eine komplett neue Anzeigengruppe mit Anzeigen, Geboten, Extensions erstellen.

Nachteile und Einschränkungen

1. Weniger granular als SKAG: Sie können nicht für jedes einzelne Keyword eigene Gebote setzen (außer mit manuellen Anpassungen). "Laufschuhe Damen" und "Joggingschuhe Damen" teilen sich das Gruppen-Gebot. Wenn eines viel profitabler ist, ist das suboptimal.

2. Clustering-Entscheidungen erforderlich: Sie müssen aktiv entscheiden: Gehört "Trail Running Schuhe Damen" zu "Laufschuhe Damen" oder braucht es eine eigene Gruppe? Diese Entscheidungen sind nicht immer offensichtlich.

3. Keyword-Kannibalisierung möglich: Innerhalb einer Gruppe können Keywords konkurrieren. Wenn "laufschuhe damen" und "joggingschuhe damen" beide Phrase Match sind, welches wird bei "beste joggingschuhe für damen" ausgelöst? Google entscheidet, nicht Sie.

4. Anzeigen-Kompromisse: Ihre Anzeige muss alle Keywords der Gruppe abdecken. Wenn ein Keyword etwas spezifischer ist ("wasserdichte laufschuhe damen"), kann die generische Gruppen-Anzeige weniger perfekt passen.

Wann STAG verwenden

STAG sollte Ihr Standard-Ansatz für 70-80% aller Keywords sein.

Ideal für:

  • Mittlere bis große E-Commerce Shops (50-500 Keywords)
  • Dienstleister mit verschiedenen Services (20-200 Keywords)
  • Lokale Geschäfte mit mehreren Standorten
  • Kampagnen mit automatischen Gebotsstrategien (Smart Bidding)
  • Teams, die effizient skalieren wollen
  • Jeder, der moderne Google Ads Best Practices folgen will

Wann NICHT STAG:

  • Nur 10 Keywords gesamt → Zu kleines Konto, locker gemischte Gruppen reichen
  • Hochspezialisiertes B2B mit extrem unterschiedlichen Keywords → SKAG für Top-Keywords sinnvoller
  • Sie wollen maximale granulare Kontrolle und haben Zeit für Wartung → SKAG

Google's offizielle Empfehlung 2024-2026 ist STAG. Sie folgen damit Best Practices und nutzen moderne Features optimal.

Thematische Keyword-Gruppen

Der dritte Ansatz: Breitere thematische Gruppen mit 20-50 Keywords. Weniger strikt als STAG, dafür extrem einfach zu managen.

Der moderne Ansatz

Thematische Gruppen fassen verwandte Keywords großzügiger zusammen. Statt "Laufschuhe Damen" und "Laufschuhe Herren" getrennt, hätten Sie eine Gruppe "Laufschuhe" mit allen Geschlechtern und Varianten.

Beispiel:

Anzeigengruppe: "Sportschuhe Laufen"

  • laufschuhe
  • laufschuhe damen
  • laufschuhe herren
  • joggingschuhe
  • running schuhe
  • trainingsschuhe laufen
  • sportschuhe joggen
  • laufschuhe kinder
  • trail running schuhe
  • marathon schuhe

20-30 Keywords zum Oberthema "Laufen". Die Anzeigen sind generischer ("Laufschuhe für jeden Läufer – Große Auswahl"), decken aber trotzdem alle Keywords ab.

Warum dieser Ansatz funktioniert:

  1. Responsive Search Ads (RSA): Mit RSA geben Sie 15 Titel und 4 Descriptions ein. Google kombiniert automatisch und testet, welche Combo für welches Keyword am besten funktioniert. Eine RSA kann "Laufschuhe Damen" für "laufschuhe damen" zeigen und "Laufschuhe Herren" für "laufschuhe herren" – automatisch.

  2. Smart Bidding braucht Volumen: Je mehr Daten pro Anzeigengruppe, desto besser lernt der Algorithmus. 50 Keywords mit 1.000 Klicks/Monat sind besser für den Algorithmus als 5 Gruppen à 10 Keywords mit 200 Klicks.

  3. Einfachheit: Weniger Gruppen = weniger Wartung. 5-10 thematische Gruppen statt 50 STAG-Gruppen. Für kleine Teams oder Solo-Unternehmer ist das der Unterschied zwischen machbar und überfordernd.

Keywords nach Intent gruppieren

Der clevere Twist: Gruppieren Sie nicht nur nach Produkt, sondern nach Intent.

Beispiel Möbel-Shop:

Statt nach Produkttyp (Sofas, Tische, Betten)...

...gruppieren nach Intent:

Anzeigengruppe: "Kaufbereit"

  • sofa kaufen
  • tisch online bestellen
  • bett günstig kaufen
  • möbel sale
  • möbel angebot
  • sofort lieferbar möbel

Anzeigengruppe: "Vergleich"

  • sofa vergleich
  • beste esstische
  • bett test
  • möbel bewertung
  • sofas im vergleich

Anzeigengruppe: "Informational"

  • welches sofa passt
  • tisch größe berechnen
  • bett ratgeber
  • möbel tipps

Jede Gruppe hat unterschiedlichen Intent und braucht unterschiedliche Anzeigen:

  • Kaufbereit: "Jetzt bestellen – Lieferung in 48h – 10% Rabatt"
  • Vergleich: "Objektive Bewertungen – Faire Preise – Kostenlose Beratung"
  • Informational: "Kostenloser Ratgeber – Expertentipps – Perfekte Wahl treffen"

Intent-Clustering ist mächtig, weil es die Customer Journey respektiert. Jemand, der "sofa kaufen" sucht, ist anders zu behandeln als jemand, der "sofa vergleich" sucht.

Zusammenspiel mit Smart Bidding

Thematische Gruppen und Smart Bidding sind ein perfektes Paar.

Warum?

Smart Bidding (Target CPA, Target ROAS, Maximize Conversions) ist ein Machine-Learning-Algorithmus. Er braucht:

  • Daten: Mindestens 30-50 Conversions pro Monat für gutes Lernen
  • Flexibilität: Freiheit, Gebote dynamisch anzupassen
  • Signal: Klare Muster, welche Auktionen profitabel sind

Bei SKAG: 100 Gruppen à 2 Conversions/Monat = zu wenig Daten pro Gruppe. Der Algorithmus verhungert.

Bei STAG: 20 Gruppen à 10 Conversions/Monat = okay, aber fragmentiert.

Bei thematischen Gruppen: 10 Gruppen à 20 Conversions/Monat = ideal. Jede Gruppe hat genug Daten für robustes Lernen.

Praxis-Tipp:

Wenn Sie Smart Bidding nutzen (oder nutzen wollen), kombinieren Sie:

  • Broad Match oder Phrase Match Keywords (für Flexibilität)
  • Thematische Gruppen (für Daten-Aggregation)
  • Umfangreiche Negativlisten (um Broad Match einzugrenzen)

Diese Kombination ist Google's 2024-2026 Empfehlung. Sie gibt dem Algorithmus maximale Freiheit bei gleichzeitiger strategischer Kontrolle durch Negatives.

Strukturen im Vergleich

Vergleichstabelle

| Kriterium | SKAG | STAG | Thematisch | |-----------|------|------|------------| | Keywords pro Gruppe | 1 | 5-15 | 20-50 | | Setup-Aufwand | Sehr hoch | Mittel | Niedrig | | Wartungsaufwand | Sehr hoch | Mittel | Niedrig | | Anzeigenrelevanz | Perfekt (10/10) | Sehr gut (8-9/10) | Gut (7-8/10) | | Qualitätsfaktor | 9-10 | 7-9 | 6-8 | | Daten pro Gruppe | Sehr wenig | Ausreichend | Viel | | Smart Bidding Eignung | Schlecht | Gut | Sehr gut | | Für RSA | Suboptimal | Optimal | Sehr gut | | Skalierbarkeit | Schwer | Gut | Sehr gut | | Empfohlen für | Top-5 Keywords | 70% der Keywords | Budget <1.000€, viele Keywords | | Empfohlen 2026 | Nein (Nische) | Ja (Standard) | Ja (mit Smart Bidding) |

Welche Struktur für welches Ziel?

Ziel: Maximaler Qualitätsfaktor, niedrigste CPCs → SKAG für Ihre Top-Keywords, STAG für den Rest

Ziel: Beste Performance mit Smart Bidding → Thematische Gruppen + Broad/Phrase Match + Negatives

Ziel: Balance zwischen Kontrolle und Effizienz → STAG für alles (Standard-Empfehlung)

Ziel: Schneller Setup bei vielen Keywords → Thematische Gruppen, später in STAG verfeinern

Ziel: Minimaler Wartungsaufwand → Thematische Gruppen mit automatischen Strategien

Budget <500€/Monat: → STAG oder thematische Gruppen, SKAG zu aufwendig

Budget 500-5.000€/Monat: → Primär STAG, Top-5 als SKAG

Budget >5.000€/Monat: → Hybrid: SKAG für Top-20 Keywords, STAG für Mid-Tier, thematische Gruppen für Long-Tail Discovery

Keyword Clustering Schritt für Schritt

Jetzt praktisch: Wie clustern Sie Ihre Keywords professionell?

Keywords sammeln

Schritt 0: Erstellen Sie eine Liste aller Keywords. Export aus dem Keyword Planner, Suchbegriffsbericht oder händische Recherche. In Excel/Google Sheets, eine Spalte "Keyword".

Sie sollten mindestens diese Spalten haben:

  • Keyword
  • Suchvolumen
  • CPC-Schätzung
  • Intent (Informational, Commercial, Transactional)
  • Priorität

Nach Thema sortieren

Schritt 1: Fügen Sie eine Spalte "Thema/Cluster" hinzu.

Gehen Sie die Keywords durch und fragen Sie: "Was verbindet diese Keywords?"

Markieren Sie ähnliche Keywords mit dem gleichen Cluster-Namen:

| Keyword | Cluster | |---------|---------| | laufschuhe damen | Laufschuhe Damen | | joggingschuhe damen | Laufschuhe Damen | | damen laufschuhe | Laufschuhe Damen | | laufschuhe herren | Laufschuhe Herren | | nike pegasus damen | Nike Pegasus Damen | | trail running schuhe | Trail Running |

Faustregel: Wenn Sie eine Anzeige schreiben können, die für alle Keywords des Clusters relevant ist, gehören sie zusammen.

Test: "Laufschuhe für Damen – Große Auswahl" passt zu "laufschuhe damen", "joggingschuhe damen", "damen laufschuhe" → gehören zusammen. Passt NICHT zu "trail running schuhe" (zu spezifisch) → eigenes Cluster.

Intent berücksichtigen

Schritt 2: Verfeinern Sie Cluster nach Intent.

Manchmal müssen Sie thematisch ähnliche Keywords trennen, weil der Intent unterschiedlich ist.

Beispiel:

| Keyword | Thema | Intent | Finales Cluster | |---------|-------|--------|-----------------| | laufschuhe damen | Laufschuhe | Transactional | Laufschuhe Damen - Kaufen | | beste laufschuhe damen | Laufschuhe | Commercial | Laufschuhe Damen - Vergleich | | laufschuhe damen test | Laufschuhe | Informational | Laufschuhe Damen - Info |

Gleiche Produktkategorie, aber drei verschiedene Customer-Journey-Stufen. Sie brauchen drei Anzeigengruppen mit unterschiedlichen Anzeigen:

  • Kaufen: "Laufschuhe Damen – Jetzt bestellen"
  • Vergleich: "Beste Laufschuhe Damen – Vergleich 2026"
  • Info: "Laufschuhe Damen Test – Expertenbewertungen"

Intent-Clustering ist fortgeschritten, aber mächtig. Für den Start können Sie es weglassen und rein thematisch clustern.

Anzeigengruppen erstellen

Schritt 3: Ihre Cluster = Ihre Anzeigengruppen.

Jedes Cluster wird zu einer Anzeigengruppe in Google Ads. Ordnen Sie Cluster übergeordneten Kampagnen zu:

Kampagnen-Struktur:

Kampagne: "Sportschuhe - Generic"

  • AG: Laufschuhe Damen (8 Keywords)
  • AG: Laufschuhe Herren (7 Keywords)
  • AG: Trail Running (6 Keywords)
  • AG: Fußballschuhe (9 Keywords)

Kampagne: "Sportschuhe - Marken"

  • AG: Nike Laufschuhe (12 Keywords)
  • AG: Adidas Running (10 Keywords)
  • AG: Asics Laufschuhe (8 Keywords)

Kampagne: "Sportschuhe - Brand"

  • AG: Firmenname (3 Keywords)

Wichtig: Halten Sie Kampagnen fokussiert. Nicht "Alle Produkte" in einer Kampagne, sondern logische Gruppierungen (Generic vs. Brand, Produkt A vs. Produkt B, etc.).

Ziel-Größen:

  • 5-20 Anzeigengruppen pro Kampagne
  • 5-15 Keywords pro STAG-Anzeigengruppe (20-50 bei thematischen Gruppen)
  • 3-5 RSAs pro Anzeigengruppe

Diese Struktur ist übersichtlich, skalierbar und wartungsfreundlich.

Häufige Fragen

Was ist besser: SKAG oder STAG? Für 95% der Kampagnen ist STAG besser. STAG bietet 90% der Vorteile von SKAG bei einem Bruchteil des Aufwands und funktioniert besser mit modernen Google Ads Features (RSA, Smart Bidding). SKAG nur für Ihre Top-5 profitabelsten Keywords.

Wie viele Keywords sollten in einer Anzeigengruppe sein? Bei STAG: 5-15 Keywords. Bei thematischen Gruppen: 20-50 Keywords. Unter 5 ist zu restriktiv, über 50 wird zu unspezifisch. Die ideale Anzahl: So viele wie nötig für Volumen, so wenige wie möglich für Relevanz.

Kann ich Keywords in mehreren Anzeigengruppen haben? Technisch ja, aber nicht empfohlen. Wenn "laufschuhe damen" in Gruppe A und B ist, konkurrieren sie in der Auktion. Google wählt automatisch die "relevanteste" Gruppe, aber das führt zu unvorhersehbarer Performance. Jedes Keyword sollte nur in einer Anzeigengruppe sein.

Sollte ich nach Produkten oder nach Intent clustern? Für Anfänger: Nach Produkten/Themen (einfacher). Für Fortgeschrittene: Intent-Clustering bringt 15-30% bessere Performance, weil Sie jeden Funnel-Stage gezielt ansprechen. Idealerweise kombinieren Sie beide: "Laufschuhe Damen - Kaufbereit" vs. "Laufschuhe Damen - Vergleich".

Was mache ich, wenn ein Keyword in mehrere Cluster passt? Entscheiden Sie sich für den spezifischsten Cluster. "Nike Pegasus Damen" passt zu "Laufschuhe Damen" UND "Nike Laufschuhe". Wählen Sie "Nike Pegasus Damen" als eigenes Cluster (am spezifischsten) oder "Nike Laufschuhe" (markenspezifisch). Je spezifischer das Cluster, desto relevanter die Anzeigen.

Fazit

Keyword Clustering ist keine optionale Schönheit, sondern fundamental für profitable Google Ads Kampagnen. Die richtige Struktur senkt CPCs, erhöht Qualitätsfaktoren und steigert Conversion-Raten. Die falsche Struktur verschwendet Budget und frustriert.

SKAG (ein Keyword pro Gruppe) war 2015-2020 ein Trend, ist heute aber nur noch für Top-Performer-Keywords sinnvoll. Der extreme Aufwand lohnt sich nicht mehr, und moderne Features wie Smart Bidding funktionieren schlecht mit SKAG.

STAG (5-15 Keywords pro Gruppe nach engem Thema) ist der 2024-2026 Standard. Er bietet die beste Balance zwischen Relevanz, Datenaggregation und Wartbarkeit. 70-80% Ihrer Keywords sollten in STAG-Strukturen sein.

Thematische Gruppen (20-50 Keywords pro breiterm Thema) funktionieren hervorragend mit Smart Bidding und RSA. Ideal für große Keyword-Mengen, kleine Budgets oder wenn Sie Effizienz über mikro-Optimierung stellen.

Ihre Strategie: Starten Sie mit STAG als Standard. Erstellen Sie SKAGs für Ihre Top-5 Keywords. Nutzen Sie thematische Gruppen für Long-Tail Discovery oder wenn Sie mit Smart Bidding arbeiten. Clustern Sie immer nach Thema, idealerweise auch nach Intent.

Nächste Schritte: Analysieren Sie Ihre bestehende Struktur. Zu wenige oder zu viele Anzeigengruppen? Keywords sinnvoll gruppiert? Optimieren Sie mit unserem Schritt-für-Schritt Guide. Vertiefen Sie mit unserer Keyword-Strategie, lernen Sie Kampagnenstruktur optimieren, und meistern Sie Smart Bidding Strategien für maximale Performance.


Letzte Aktualisierung: Januar 2026 Autor: Google Ads Experten-Team

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