Google Tag Manager für Google Ads: Tracking einrichten
Google Tag Manager revolutioniert die Art und Weise, wie Marketing-Teams Tracking-Codes verwalten. Statt für jede Änderung an Conversion-Tracking oder Remarketing-Tags Entwickler-Ressourcen zu benötigen, ermöglicht GTM die selbstständige Implementierung und Verwaltung von Tracking-Codes. In diesem Guide zeigen wir Ihnen, wie Sie Google Tag Manager für Google Ads Conversion Tracking und Remarketing einrichten – Schritt für Schritt und ohne tiefes technisches Vorwissen.
Warum GTM für Google Ads nutzen?
Die meisten Werbetreibenden stehen vor einer Herausforderung: Sie möchten Tracking-Codes schnell anpassen, aber jede Änderung erfordert Zugriff auf den Website-Code, Tests und oft ein Entwickler-Ticket. Google Tag Manager löst dieses Problem elegant.
Vorteile des Tag Managers
Zentrale Verwaltung aller Tags: Alle Marketing-Tags – Google Ads Conversion Tracking, Remarketing, Analytics, Facebook Pixel und mehr – werden in einer einzigen Oberfläche verwaltet. Ein einmaliger Container-Code auf Ihrer Website genügt, alle weiteren Tags werden über die GTM-Oberfläche hinzugefügt und aktualisiert.
Keine Code-Änderungen nötig: Marketing-Teams können Tags selbstständig implementieren, testen und aktualisieren, ohne Entwickler zu involvieren. Dies beschleunigt Implementierungen von Wochen auf Stunden.
Versionskontrolle und Rollback: Jede Änderung wird als Version gespeichert. Bei Problemen können Sie mit einem Klick zur vorherigen funktionierenden Version zurückkehren. Dies minimiert das Risiko fehlerhafter Implementierungen.
Test-Umgebung: Der Preview-Modus ermöglicht das Testen von Tags vor der Veröffentlichung. Sie sehen genau, welche Tags auf welchen Seiten ausgelöst werden – ohne dass echte Daten betroffen sind.
Bessere Performance: GTM lädt Tags asynchron und optimiert deren Ausführung. Dies kann die Website-Performance verbessern im Vergleich zu vielen direkt eingebetteten Tracking-Codes.
Team-Collaboration: Mehrere Nutzer können gleichzeitig arbeiten, mit Workspaces für parallele Änderungen. Berechtigungen können granular gesteuert werden.
GTM vs. direktes gtag.js
Vor Google Tag Manager implementierten die meisten Websites Google Ads Tracking über direkte gtag.js-Snippets im HTML-Code. Dies funktioniert, hat aber Nachteile:
Direktes gtag.js:
- Jede Änderung erfordert Code-Änderung auf der Website
- Jedes Tool benötigt separaten Code-Snippet
- Schwierig zu testen ohne Live-Schaltung
- Keine zentrale Übersicht aller Tags
- Versionierung nur über Website-Deployment
Google Tag Manager:
- Einmaliger Container-Code, danach alle Änderungen über GTM-Oberfläche
- Alle Tags zentral verwaltet
- Integrierter Test-Modus
- Dashboard zeigt alle aktiven Tags
- Eigene Versionskontrolle unabhängig von Website-Deployments
Für die meisten Anwendungsfälle ist GTM die bessere Wahl. Nur bei sehr einfachen Websites mit minimalem Tracking-Bedarf kann direktes gtag.js ausreichend sein.
GTM-Grundlagen
Bevor Sie mit der Einrichtung beginnen, sollten Sie die Kernkonzepte von Google Tag Manager verstehen.
Was sind Tags, Trigger, Variablen?
Google Tag Manager basiert auf drei Hauptkomponenten:
Tags sind Code-Snippets, die auf Ihrer Website ausgeführt werden. Beispiele: Google Ads Conversion Pixel, Remarketing-Tags, Analytics-Tracking-Code. Tags senden Daten an externe Plattformen.
Trigger bestimmen, wann und wo Tags ausgelöst werden. Beispiele: "Auf allen Seiten" (für globale Tags wie Remarketing), "nur auf der Thank-You-Page" (für Conversions), "bei Klick auf Button X" (für Event-Tracking). Trigger sind die Bedingungen für Tag-Ausführungen.
Variablen speichern Werte, die Tags und Trigger nutzen. Beispiele: Conversion-ID, Conversion-Label, Produktpreis, Transaction-ID. Einige Variablen sind eingebaut (Page URL, Click Element), andere definieren Sie selbst.
Das Zusammenspiel: Ein Tag (z.B. Google Ads Conversion Tracking) wird ausgelöst durch einen Trigger (z.B. "Besucher landet auf /danke Seite") und nutzt Variablen (z.B. Conversion-ID, dynamischer Conversion-Wert).
GTM-Container einrichten
Wenn Sie GTM noch nicht nutzen, ist die Einrichtung in wenigen Schritten erledigt:
Schritt 1: GTM-Konto erstellen Besuchen Sie tagmanager.google.com und melden Sie sich mit Ihrem Google-Konto an. Klicken Sie auf "Konto erstellen".
Schritt 2: Kontodetails eingeben
- Account-Name: Ihr Firmenname oder Website-Name
- Container-Name: Ihre Domain (z.B. www.ihr-shop.de)
- Zielplattform: "Web" (für Websites; Mobile Apps haben separate Optionen)
Schritt 3: Container-Code installieren Nach Erstellung erhalten Sie zwei Code-Snippets. Installieren Sie diese auf jeder Seite Ihrer Website:
- Head-Code: Direkt nach dem öffnenden
<head>-Tag - Body-Code: Direkt nach dem öffnenden
<body>-Tag
Die meisten CMS-Systeme (WordPress, Shopify, etc.) haben Plugins oder Theme-Optionen zum einfachen Einfügen dieser Codes. Nach Installation ist GTM aktiv – Sie können nun Tags über die Oberfläche verwalten.
Schritt 4: Installation testen Nutzen Sie den Preview-Modus oder die Google Tag Assistant Chrome Extension, um zu verifizieren, dass GTM korrekt geladen wird.
Google Ads Conversion Tracking mit GTM
Conversion Tracking ist essentiell für die Messung des Kampagnenerfolgs. GTM macht die Implementierung deutlich einfacher als die direkte Code-Einbindung.
Conversion-Aktion in Google Ads erstellen
Bevor Sie das Tag in GTM konfigurieren, erstellen Sie die Conversion-Aktion in Google Ads:
- In Google Ads: "Tools und Einstellungen" → "Messung" → "Conversions"
- Klicken Sie auf das Plus-Symbol für "Neue Conversion-Aktion"
- Wählen Sie "Website"
- Conversion-Kategorie wählen (z.B. "Kauf", "Lead", "Anmeldung")
- Conversion-Name eingeben (z.B. "Kauf abgeschlossen")
- Wert und Währung festlegen (fester Wert oder transaktionsspezifischer Wert)
- Zählmethode wählen ("Jede" für E-Commerce, "Eine" für Leads)
- Conversion-Fenster und Attribution konfigurieren
- Tag-Setup: Wählen Sie "Google Tag Manager verwenden"
Google zeigt nun Ihre Conversion-ID und Conversion-Label. Notieren Sie beide – Sie benötigen sie für das GTM-Setup.
Google Ads Conversion Tag erstellen
Nun konfigurieren Sie das Tag in Google Tag Manager:
- Im GTM-Container: "Tags" → "Neu"
- Klicken Sie auf "Tag-Konfiguration"
- Wählen Sie "Google Ads Conversion Tracking"
Conversion-ID und Label
Geben Sie die Daten aus Google Ads ein:
- Conversion-ID: Die ID aus Google Ads (Format: AW-123456789)
- Conversion-Label: Das Label aus Google Ads (Format: abc123DEfgHI)
Diese beiden Werte identifizieren eindeutig, welche Conversion-Aktion gemessen wird.
Conversion-Wert und Währung
Je nach Geschäftsmodell konfigurieren Sie den Conversion-Wert unterschiedlich:
Fester Wert (für Lead-Generation): Wenn jeder Lead den gleichen Wert hat, geben Sie diesen fest ein:
- Conversion-Wert: 50 (ohne Währungssymbol)
- Währungscode: EUR
Dynamischer Wert (für E-Commerce): Für transaktionsabhängige Werte nutzen Sie eine Variable:
- Conversion-Wert:
{{Transaction Total}}(Variable, die den Bestellwert enthält) - Währungscode: EUR
Für dynamische Werte müssen Sie zunächst eine Variable erstellen, die den Wert aus Ihrem Datalayer oder Website-Element extrahiert. Mehr dazu in der Variablen-Sektion.
Order-ID (für E-Commerce empfohlen): Die Transaction-ID ermöglicht De-Duplikation von Conversions und detaillierte Analysen. Setzen Sie die Order-ID-Variable hier ein.
Trigger für Conversions erstellen
Das Tag ist konfiguriert, aber wann soll es ausgelöst werden? Dafür benötigen Sie Trigger.
Seitenaufruf (Thank-You-Page)
Der häufigste Ansatz für Conversion-Tracking: Auslösung beim Laden der Bestätigungsseite.
- Im Tag: Klicken Sie unter "Triggering" auf das Plus-Symbol
- "Trigger-Konfiguration" → "Seitenaufruf" → "Einige Seitenaufrufe"
- Bedingung definieren: "Page URL" "enthält" "/danke" (oder Ihre spezifische Thank-You-URL)
- Trigger benennen: "Conversion - Thank You Page"
- Speichern
Nun wird das Conversion-Tag nur auf der Danke-Seite ausgelöst.
Best Practice: Verwenden Sie spezifische URL-Bedingungen, um Fehlauslösungen zu vermeiden. Testen Sie verschiedene Szenarien (mit/ohne Trailing Slash, Query-Parameter).
Formular-Submit
Für Lead-Formulare ohne dedizierte Thank-You-Page:
- Trigger-Konfiguration → "Formularübermittlung"
- Wählen Sie "Alle Formulare" oder "Einige Formulare"
- Bei "Einige": Bedingung definieren (z.B. "Form ID" "entspricht" "contact-form")
- Speichern
GTM erkennt automatisch Formular-Submits. Stellen Sie sicher, dass das Formular tatsächlich ein <form>-Element mit Submit-Event ist.
Klick-Events
Für Button-Klicks ohne traditionelles Formular (z.B. Single-Page-Apps):
- Aktivieren Sie zunächst Built-in-Variablen für Klicks: "Variablen" → "Konfigurieren" → Alle Klick-Variablen aktivieren
- Trigger-Konfiguration → "Nur Links" oder "Alle Elemente"
- Bei "Einige Klicks": Bedingung definieren (z.B. "Click URL" "enthält" "/checkout-complete")
- Testen Sie im Preview-Modus, welche Klicks erkannt werden
Tag testen und veröffentlichen
Vor der Veröffentlichung müssen Sie das Tag gründlich testen:
- Klicken Sie rechts oben auf "Vorschau"
- Geben Sie Ihre Website-URL ein – Ihre Website öffnet sich im Debug-Modus
- Navigieren Sie zur Conversion-Seite (z.B. Thank-You-Page oder füllen Sie ein Formular aus)
- Im GTM-Debug-Panel (unten oder separates Fenster) sehen Sie alle ausgelösten Tags
- Verifizieren Sie: Das Conversion-Tag wird auf der richtigen Seite/Event ausgelöst und nicht auf anderen Seiten
- Prüfen Sie in Google Ads unter Conversions, ob die Test-Conversion registriert wurde (kann bis zu 3 Stunden dauern)
Wenn alles funktioniert:
- Klicken Sie auf "Senden" (rechts oben)
- Geben Sie eine Versionsbeschreibung ein (z.B. "Google Ads Conversion Tracking für Käufe hinzugefügt")
- Veröffentlichen Sie die Version
Das Tag ist jetzt live und misst echte Conversions.
Google Ads Remarketing mit GTM
Remarketing ermöglicht es Ihnen, Website-Besucher erneut anzusprechen. GTM vereinfacht die Implementierung des Remarketing-Tags erheblich.
Remarketing Tag erstellen
- Im GTM-Container: "Tags" → "Neu"
- Tag-Konfiguration → "Google Ads Remarketing"
- Conversion-ID eingeben: Ihre AW-123456789-ID (dieselbe wie bei Conversion-Tracking)
- Triggering: Wählen Sie "All Pages" – das Remarketing-Tag sollte auf allen Seiten laden, um alle Besucher zu erfassen
- Speichern und benennen: "Google Ads Remarketing - Global"
Das Basis-Remarketing-Tag ist damit konfiguriert. Es sammelt alle Website-Besucher in Ihrer Remarketing-Liste in Google Ads.
Dynamisches Remarketing einrichten
Für E-Commerce ist dynamisches Remarketing mächtiger: Es zeigt Besuchern genau die Produkte, die sie angesehen haben.
Voraussetzungen:
- Google Merchant Center mit Produktfeed
- Datalayer mit Produktinformationen auf Ihrer Website
Setup:
- Erstellen Sie ein neues Google Ads Remarketing Tag (wie oben)
- Aktivieren Sie "Business Data"
- Konfigurieren Sie Custom Parameters basierend auf Ihrem Datalayer:
ecomm_prodid: Produkt-ID (muss mit Merchant Center übereinstimmen)ecomm_pagetype: Seitentyp (home, category, product, cart, purchase)ecomm_totalvalue: Gesamtwert (für Cart/Purchase-Pages)
Beispiel für Custom Parameters:
ecomm_prodid: {{DL - Product ID}}
ecomm_pagetype: {{DL - Page Type}}
ecomm_totalvalue: {{DL - Cart Value}}
Die {{}} sind GTM-Variablen, die Werte aus Ihrem Datalayer extrahieren. Diese müssen zunächst als Datalayer-Variablen in GTM erstellt werden.
Technischer Hinweis: Dynamisches Remarketing erfordert strukturierte Daten auf Ihrer Website. Wenn Ihr E-Commerce-System keinen Datalayer bereitstellt, benötigen Sie Entwickler-Unterstützung zur Implementierung.
Remarketing-Listen in Google Ads
Nachdem das Tag implementiert ist, erstellen Sie Zielgruppen in Google Ads:
- In Google Ads: "Tools und Einstellungen" → "Zielgruppenverwaltung"
- Klicken Sie auf das Plus-Symbol → "Website-Besucher"
- Definieren Sie Ihre Liste: z.B. "Alle Besucher letzte 30 Tage", "Warenkorbabbrecher", "Produktseiten-Besucher ohne Kauf"
- Nutzen Sie diese Listen in Remarketing-Kampagnen
Mit dynamischem Remarketing können Sie noch spezifischere Zielgruppen erstellen, basierend auf den übermittelten Custom Parameters.
Google Ads Linker für Cross-Domain
Wenn Ihr Conversion-Pfad mehrere Domains durchläuft (z.B. shop.ihredomain.de → checkout.payment-provider.com → danke.ihredomain.de), müssen Sie Cross-Domain-Tracking konfigurieren.
Problem ohne Linker: Wenn ein Nutzer von Domain A zu Domain B wechselt, verliert Google den Zusammenhang. Die Conversion auf Domain B wird nicht dem ursprünglichen Klick auf Ihre Anzeige zugeordnet.
Lösung: Google Ads Linker Tag
- In GTM: "Tags" → "Neu"
- Tag-Konfiguration → "Google Ads Linker"
- Conversion-Linker → Aktivieren Sie "Autolink-Domains"
- Domains eingeben: Alle Domains in Ihrem Conversion-Pfad, kommagetrennt (z.B.
ihredomain.de, checkout.provider.com) - Triggering: "All Pages"
- Speichern
Der Linker fügt automatisch Parameter zu URLs hinzu, wenn Nutzer zwischen den konfigurierten Domains wechseln. Dies bewahrt die Attribution.
Wichtig: Konfigurieren Sie den Linker auf allen beteiligten Domains. Wenn der Checkout-Provider GTM nicht unterstützt, benötigen Sie möglicherweise manuelle URL-Parameter oder alternative Tracking-Methoden.
Enhanced Conversions mit GTM
Enhanced Conversions verbessern die Conversion-Messung durch Hinzufügen gehashter Kundendaten (E-Mail, Telefonnummer, Adresse) zu Conversions. Dies ermöglicht besseres Tracking trotz Cookie-Einschränkungen und verbesserter Datenschutz.
Was sind Enhanced Conversions?
Enhanced Conversions sind eine Erweiterung des Standard-Conversion-Trackings. Zusätzlich zum Conversion-Event übermitteln Sie First-Party-Daten (Daten, die Kunden direkt an Sie geben), die Google hasht und mit eingeloggten Google-Nutzern abgleicht.
Vorteile:
- Bessere Conversion-Attribution trotz Cookie-Restriktionen
- Füllt Lücken bei Conversion-Daten
- Verbessert Smart-Bidding-Performance durch mehr Datenpunkte
- DSGVO-konform (Daten werden gehasht übermittelt)
Einrichtung Schritt für Schritt
Voraussetzung: Sie müssen das Basis-Conversion-Tag bereits implementiert haben.
Schritt 1: Enhanced Conversions in Google Ads aktivieren
- In Google Ads: "Conversions" → Ihre Conversion-Aktion auswählen
- "Einstellungen bearbeiten" → "Enhanced Conversions"
- Aktivieren Sie "Enhanced Conversions aktivieren"
- Wählen Sie "Google Tag Manager" als Implementierungsmethode
Schritt 2: Variablen für Kundendaten erstellen In GTM erstellen Sie Variablen für die Kundendaten. Beispiele:
- "Variablen" → "Neu" → "JavaScript-Variable" oder "Datalayer-Variable"
- Erstellen Sie Variablen für:
- E-Mail-Adresse:
{{DL - User Email}} - Telefonnummer:
{{DL - User Phone}} - Adressdaten (optional): Vorname, Nachname, PLZ, Land
- E-Mail-Adresse:
Diese Variablen extrahieren die Daten aus Ihrem Website-Datalayer oder DOM-Elementen (z.B. versteckte Formularfelder auf der Thank-You-Page).
Schritt 3: Conversion-Tag erweitern
- Öffnen Sie Ihr bestehendes Google Ads Conversion Tag
- Aktivieren Sie "Erweiterte Conversion-Daten einbeziehen"
- Wählen Sie "Manuell angegeben"
- Ordnen Sie die Variablen zu:
- E-Mail →
{{DL - User Email}} - Telefon →
{{DL - User Phone}} - Etc.
- E-Mail →
- Speichern und veröffentlichen
Datenschutz-Hinweis: Stellen Sie sicher, dass Ihre Datenschutzerklärung die Übermittlung gehashter Kundendaten an Google erwähnt und Nutzer zugestimmt haben (Cookie-Consent).
Technische Anforderung: Ihre Website muss Kundendaten auf der Conversion-Seite verfügbar machen. Bei den meisten E-Commerce-Systemen ist dies auf der Order-Confirmation-Page der Fall. Für Lead-Formulare benötigen Sie möglicherweise Custom-Code, um Formular-Daten in den Datalayer zu schreiben.
GTM Debugging und Fehlerbehebung
Tracking-Fehler kosten Geld und verfälschen Daten. Systematisches Testing und Debugging ist essentiell.
Preview-Modus nutzen
Der GTM Preview-Modus ist Ihr wichtigstes Testing-Tool:
- Klicken Sie in GTM rechts oben auf "Vorschau"
- Geben Sie Ihre Website-URL ein
- Ihre Website öffnet sich mit aktiviertem Debug-Panel
Im Debug-Panel sehen Sie:
- Welche Tags auf der aktuellen Seite ausgelöst wurden (grün)
- Welche Tags nicht ausgelöst wurden (grau)
- Die Reihenfolge der Tag-Ausführungen
- Alle verfügbaren Variablen und deren Werte
- Alle Events, die gefeuert wurden
Workflow: Navigieren Sie durch Ihren Conversion-Funnel im Preview-Modus und verifizieren Sie bei jedem Schritt, dass die richtigen Tags feuern.
Tag Assistant verwenden
Google Tag Assistant ist eine Chrome-Extension, die zusätzliche Debugging-Informationen bietet:
- Installieren Sie "Tag Assistant Legacy (by Google)" aus dem Chrome Web Store
- Aktivieren Sie die Extension
- Besuchen Sie Ihre Website
- Klicken Sie auf das Extension-Icon – es zeigt alle Google-Tags auf der Seite
Tag Assistant zeigt Fehler, Warnungen und Empfehlungen für alle Google-Tags (Analytics, Ads, GTM).
Tipp: Die neuere "Tag Assistant Companion" Extension ist noch mächtiger und integriert sich direkt mit dem GTM Preview-Modus.
Häufige Fehler
Tag feuert nicht:
- Prüfen Sie den Trigger: Ist die Bedingung korrekt? Testen Sie im Preview-Modus, ob der Trigger überhaupt ausgelöst wird.
- Prüfen Sie Trigger-Exceptions: Haben Sie versehentlich eine Exception definiert, die den Trigger blockiert?
- Prüfen Sie die Tag-Reihenfolge: Benötigt Ihr Tag, dass ein anderes Tag zuerst lädt? Nutzen Sie Tag-Sequencing.
Tag feuert mehrfach:
- Prüfen Sie auf doppelte Trigger oder überlappende Bedingungen
- Bei Conversion-Tags: Stellen Sie sicher, dass die Thank-You-Page nicht versehentlich doppelt geladen wird
Variablen sind leer:
- Prüfen Sie, ob die Variable zum Zeitpunkt der Tag-Ausführung verfügbar ist (Timing-Probleme)
- Bei Datalayer-Variablen: Wird der Datalayer korrekt gepusht, bevor GTM darauf zugreift?
- Nutzen Sie den Debug-Modus, um Variablenwerte zu inspizieren
Conversions werden in Google Ads nicht angezeigt:
- Daten können bis zu 3 Stunden verzögert sein – warten Sie
- Prüfen Sie in Google Ads unter "Conversions" → Ihre Aktion → "Tag-Setup", ob Google kürzlich Aktivität gesehen hat
- Verifizieren Sie, dass Conversion-ID und -Label korrekt sind
- Stellen Sie sicher, dass kein Ad-Blocker während Ihres Tests aktiv war
Best Practices für GTM
Diese Best Practices helfen, Ihren GTM-Container wartbar, skalierbar und fehlerfrei zu halten.
Namenskonventionen
Konsistente Benennung ist entscheidend bei wachsenden Containern mit dutzenden Tags:
Tags: Kategorie - Plattform - Aktion
- Beispiele: "Conversion - Google Ads - Purchase", "Tracking - Analytics - Page View", "Remarketing - Facebook - All Pages"
Trigger: Event-Typ - Bedingung
- Beispiele: "Pageview - Thank You", "Click - Contact Button", "Form Submit - Newsletter"
Variablen: Typ - Beschreibung
- Beispiele: "DL - Product ID", "JS - User Email", "Constant - GA Tracking ID"
Präfixe (DL, JS, Constant, etc.) machen Variablentypen sofort erkennbar.
Versionierung nutzen
Jede Veröffentlichung erstellt eine Version. Nutzen Sie beschreibende Versionsnamen:
Schlecht: "Version 12" Gut: "Google Ads Enhanced Conversions hinzugefügt + Facebook Pixel aktualisiert"
Bei Problemen können Sie zu früheren Versionen zurückkehren: "Versionen" → gewünschte Version → "Veröffentlichen".
Workspaces für Teams
In großen Teams arbeiten mehrere Personen gleichzeitig im GTM-Container. Workspaces verhindern Konflikte:
- "Workspaces" → "Neu erstellen"
- Benennen Sie den Workspace nach dem Feature (z.B. "Enhanced Conversions Setup")
- Arbeiten Sie in diesem Workspace, ohne andere Änderungen zu beeinflussen
- Nach Fertigstellung: Workspace veröffentlichen oder mit Default-Workspace mergen
Best Practice: Nutzen Sie separate Workspaces für größere Änderungen, testen Sie gründlich im Preview-Modus, und veröffentlichen Sie nur geprüfte Änderungen.
Häufige Fragen
Brauche ich GTM, wenn ich nur Google Ads nutze? Technisch nein – Sie können Google Ads Tags direkt einbinden. Aber selbst für ein einzelnes Tool bietet GTM Vorteile: einfachere Aktualisierungen, Preview-Modus, Versionskontrolle. Sobald Sie weitere Tools hinzufügen (Analytics, Facebook, etc.), ist GTM unverzichtbar.
Beeinträchtigt GTM die Website-Geschwindigkeit? Minimal, wenn korrekt implementiert. GTM selbst ist leichtgewichtig (~30KB). Die Performance hängt von der Anzahl und Art der Tags ab, die Sie laden. Zu viele schwere Tags können Performance beeinträchtigen – achten Sie auf Tag-Effizienz.
Kann ich GTM und direkte Tags parallel nutzen? Technisch ja, aber nicht empfohlen. Dies führt zu doppeltem Tracking und verfälschten Daten. Migrieren Sie alle Tags zu GTM oder nutzen Sie konsequent direkte Implementierung.
Wie viele Conversions kann ich tracken? Unbegrenzt. Sie können beliebig viele Conversion-Tags für verschiedene Aktionen erstellen: Käufe, Leads, Newsletter-Anmeldungen, PDF-Downloads, etc. Jede Aktion benötigt eine eigene Conversion-Aktion in Google Ads und ein entsprechendes Tag in GTM.
Fazit
Google Tag Manager transformiert Tracking-Management von einer entwickler-intensiven Aufgabe zu einer Marketing-kontrollierten Funktion. Die initiale Einrichtung erfordert etwas technisches Verständnis, aber die langfristigen Vorteile in Geschwindigkeit, Flexibilität und Kontrolle sind erheblich.
Für Google Ads ist GTM besonders wertvoll: Conversion Tracking Grundlagen, Remarketing-Kampagnen und Enhanced Conversions lassen sich ohne Code-Änderungen implementieren und anpassen. Die Zeit, die Sie in das Erlernen von GTM investieren, zahlt sich durch beschleunigte Implementierungen und bessere Tracking-Qualität vielfach aus.
Beginnen Sie mit einfachen Tags (Remarketing, eine Conversion), testen Sie gründlich im Preview-Modus, und erweitern Sie Ihren Setup schrittweise. Mit den Best Practices aus diesem Guide vermeiden Sie häufige Fallstricke und bauen eine solide Tracking-Infrastruktur auf. Für tiefere Integration mit Analytics empfehlen wir unseren Guide zum Thema mit GA4 verknüpfen.