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Google Ads vs. LinkedIn Ads für B2B

Vergleiche16 Min. Lesezeit

Google Ads vs. LinkedIn Ads für B2B

B2B-Marketing hat spezielle Anforderungen: längere Sales-Cycles, komplexe Entscheidungsprozesse und die Notwendigkeit, genau die richtigen Entscheider zu erreichen. Google Ads und LinkedIn Ads sind die beiden wichtigsten Plattformen für B2B-Werbung – aber sie funktionieren grundlegend unterschiedlich. In diesem Vergleich erfahren Sie, welche Plattform für Ihre B2B-Marketing-Ziele besser geeignet ist.

Einleitung

Wenn Sie ein B2B-Produkt oder eine B2B-Dienstleistung vermarkten, stehen Sie vor einer zentralen Frage: Wo finden Sie Ihre potenziellen Kunden? Die Antwort bestimmt, welche Werbeplattform für Sie die richtige ist.

Google Ads ist die größte Werbeplattform der Welt. Über 90% aller Suchen in Deutschland laufen über Google. Wenn ein IT-Manager nach "CRM Software für mittelständische Unternehmen" sucht, können Sie genau in diesem Moment mit Ihrer Anzeige erscheinen. Das ist intent-basiertes Marketing in Reinform: Sie erreichen Menschen, die aktiv nach einer Lösung suchen.

LinkedIn Ads ist die führende Plattform für professionelles Networking mit über 16 Millionen Nutzern in Deutschland. LinkedIn kennt den Jobtitel, die Branche, die Unternehmensgröße und die Berufserfahrung seiner Nutzer. Sie können gezielt "Marketing-Leiter in SaaS-Unternehmen mit 100-500 Mitarbeitern" ansprechen. Das ist account-based Marketing auf höchstem Niveau.

Welche Plattform ist für B2B besser? Die Wahrheit ist: Beide haben ihre Berechtigung, aber für unterschiedliche Szenarien. Google dominiert im unteren Funnel, wenn der Kaufprozess bereits fortgeschritten ist. LinkedIn glänzt im oberen und mittleren Funnel, wenn es um Awareness und Relationship-Building geht.

In diesem Artikel vergleichen wir beide Plattformen systematisch nach Targeting-Möglichkeiten, Kosten, Lead-Qualität und Anzeigenformaten. Sie erfahren, wann Sie welche Plattform einsetzen sollten und wie Sie beide optimal kombinieren.

Am Ende werden Sie eine fundierte Entscheidung treffen können, wo Sie Ihr B2B-Marketing-Budget am effektivsten investieren.

Plattformen im Überblick

Bevor wir in den detaillierten Vergleich einsteigen, verschaffen wir uns einen Überblick über beide Plattformen im B2B-Kontext.

Google Ads ist primär eine Search-Advertising-Plattform, bietet aber auch Display, Video (YouTube) und Shopping.

Stärken für B2B:

  • Massive Reichweite: Praktisch jeder B2B-Käufer nutzt Google für Recherche
  • Intent-basiert: Sie erreichen Menschen, die aktiv nach Ihrer Lösung suchen
  • Präzise Keywords: "Enterprise CRM" vs. "CRM für kleine Unternehmen" vs. "kostenlose CRM Software" – Sie wählen exakt, wo Sie erscheinen
  • Lower-Funnel-Dominanz: Ideal für den letzten Schritt vor der Conversion

Verfügbare B2B-relevante Kampagnentypen:

  • Search Ads: Textanzeigen bei B2B-relevanten Suchanfragen
  • Display Ads: Banner auf Business-Websites und Fachportalen
  • YouTube Ads: Video-Anzeigen für Thought Leadership und Produkt-Demos
  • Discovery Ads: In Gmail und anderen Google-Eigenschaften

Targeting-Optionen für B2B:

  • Keywords (intent-basiert)
  • In-Market Audiences (z.B. "Business Software")
  • Custom Intent (basierend auf B2B-Keywords und URLs)
  • Customer Match (Ihre eigene Kontaktliste)
  • Firmografisches Targeting (Unternehmensgröße, Branche) – eingeschränkt

Schwächen für B2B:

  • Begrenzte firmografische Daten (Jobtitel, Branche nur eingeschränkt)
  • Keine direkte Ansprache von Entscheidern
  • Wettbewerbsintensiv (viele B2B-Keywords sehr teuer)

LinkedIn Ads für B2B

LinkedIn Ads ist die Werbeplattform des größten professionellen Netzwerks.

Stärken für B2B:

  • Präzises B2B-Targeting: Jobtitel, Berufsfunktion, Karrierestufe, Unternehmensgröße, Branche
  • Entscheider-Fokus: Erreichen Sie direkt C-Level, VPs, und Abteilungsleiter
  • Professioneller Kontext: Nutzer sind im "Business-Modus", nicht privat
  • Account-Based Marketing: Targetieren Sie spezifische Unternehmen

Verfügbare Kampagnentypen:

  • Sponsored Content: Native Ads im LinkedIn Feed
  • Message Ads (ehem. Sponsored InMail): Direktnachrichten an Postfach
  • Text Ads: Kleine Anzeigen in Sidebar (Desktop)
  • Dynamic Ads: Personalisierte Anzeigen mit LinkedIn-Profildaten
  • Lead Gen Forms: Native Formulare (Daten vorausgefüllt)

Targeting-Optionen:

  • Jobtitel (z.B. "Head of Marketing", "CTO")
  • Berufsfunktion (z.B. "IT", "Finance", "Operations")
  • Karrierestufe (Entry, Manager, Director, VP, C-Level)
  • Unternehmensgröße (1-10, 11-50, 51-200, 201-500, 500+)
  • Branche (über 200 Kategorien)
  • Spezifische Unternehmen (Account-Based Marketing)
  • Interessen und Gruppen
  • Berufserfahrung

Schwächen für B2B:

  • Sehr hohe Kosten (oft doppelt so teuer wie Google)
  • Kleinere Reichweite als Google
  • Nicht für Lower-Funnel-Intent (niemand sucht aktiv auf LinkedIn)

Targeting-Möglichkeiten

Das Targeting ist im B2B entscheidend. Ein B2B-Produkt, das 50.000€ pro Jahr kostet, kann nicht an jeden verkauft werden. Sie müssen genau die richtigen Entscheider erreichen.

Keyword-basiertes Targeting ist die Stärke von Google:

Intent-Keywords identifizieren:

  • Bottom-of-Funnel: "CRM Software kaufen", "CRM Anbieter vergleich"
  • Middle-of-Funnel: "beste CRM Software für KMU", "CRM Kosten"
  • Top-of-Funnel: "Was ist CRM", "CRM Einführung"

Sie können gezielt die Funnel-Stufe targeten und Ihre Botschaft anpassen.

Keywords, In-Market, Company targeting

In-Market Audiences: Google identifiziert Nutzer, die aktiv auf Kaufsuche sind. Kategorien wie:

  • "Business & Industrial Software"
  • "Business Services"
  • "Enterprise Technology Solutions"

Diese Audiences können Sie zusätzlich zu Keywords targeten oder eigenständig für Display-Kampagnen.

Custom Intent Audiences: Sie definieren eine Zielgruppe basierend auf:

  • URLs von Wettbewerber-Websites
  • Keywords, die Ihre Zielgruppe sucht
  • Apps, die sie nutzen

Beispiel: Eine Audience aus Personen, die Websites von Salesforce, HubSpot, Pipedrive besucht haben + nach "CRM" suchen.

Customer Match: Laden Sie Ihre E-Mail-Liste hoch. Google matched diese mit angemeldeten Google-Nutzern. Dann können Sie:

  • Bestandskunden mit Upselling-Anzeigen erreichen
  • Ehemalige Leads reaktivieren
  • Lookalike-Audiences erstellen (Similar Audiences)

Firmografisches Targeting (eingeschränkt): Google bietet begrenzte firmografische Optionen:

  • Unternehmensgröße (grob: klein, mittel, groß)
  • Branche (über Affinity Audiences)
  • Demografische Daten (Alter, Geschlecht, Haushaltseinkommen)

Limitation: Sie können nicht direkt "CTOs in SaaS-Unternehmen" targeten. Sie müssen über Keywords und Audiences approximieren.

LinkedIn B2B Targeting

LinkedIn ist für B2B-Targeting unübertroffen, weil die Plattform berufliche Daten in ihrem Kern hat.

Job Title, Unternehmensgröße, Branche

Präzises Jobtitel-Targeting:

  • Exakte Titel: "Chief Technology Officer", "Head of Marketing"
  • Funktionen: Alle mit "Marketing" im Titel
  • Karrierestufe: Nur C-Level oder nur Manager-Ebene

Beispiel: Sie verkaufen Enterprise-Security-Software. Zielgruppe:

  • Jobtitel: CTO, CISO, VP IT, Head of Security
  • Unternehmensgröße: 500+ Mitarbeiter
  • Branche: Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen
  • Location: DACH-Region

Diese Präzision können Sie mit Google nicht erreichen.

Unternehmensgröße: Exakte Kategorien:

  • Selbstständig
  • 1-10 Mitarbeiter
  • 11-50
  • 51-200
  • 201-500
  • 501-1.000
  • 1.001-5.000
  • 5.001-10.000
  • 10.000+

Für B2B entscheidend: Ein Tool für 5-Personen-Teams ist anders als Enterprise-Software für 10.000+ Mitarbeiter.

Branchen-Targeting: Über 200 Branchen-Kategorien, von "Banking" über "Computer Software" bis "Marketing & Advertising". Sie können Mehrfachauswahl treffen.

Account-Based Marketing: Die Killer-Funktion: Upload einer Liste von spezifischen Unternehmen (z.B. Ihre Top 100 Wunsch-Kunden). LinkedIn targetiert dann nur Mitarbeiter dieser Unternehmen.

Company Connections: Targeten Sie Mitarbeiter von Unternehmen, die:

  • Ihre LinkedIn-Seite folgen
  • Mit Ihren Posts interagiert haben
  • In Ihrer CRM-Liste sind

Welches Targeting ist präziser?

LinkedIn ist präziser für Personas: Wenn Sie wissen, dass Ihr Buyer "Marketing-Leiter in B2B-SaaS-Unternehmen mit 50-200 Mitarbeitern" ist, können Sie diese exakt auf LinkedIn targeten.

Google ist präziser für Intent: Wenn Sie wissen, dass Menschen nach "Marketing Automation Software Vergleich" suchen, erreichen Sie diese im entscheidenden Moment auf Google – unabhängig von ihrem Jobtitel.

Kombination: Die beste Strategie nutzt beide:

  • LinkedIn für Top-of-Funnel (Awareness bei der richtigen Persona)
  • Google für Bottom-of-Funnel (Conversion, wenn sie aktiv suchen)

Kosten im Vergleich

Kosten sind im B2B besonders wichtig, da Lead-Preise oft dreistellig sind. Beide Plattformen sind teuer – aber auf unterschiedliche Weise.

Durchschnittliche B2B-CPCs auf Google:

  • B2B-Software: 3-8€ pro Klick
  • B2B-Services: 2-6€ pro Klick
  • Enterprise-Software: 5-15€ pro Klick
  • Nischen-B2B: 1-4€ pro Klick

Branchen-Beispiele:

  • "CRM Software": 6-10€
  • "Marketing Automation": 4-8€
  • "HR Software": 3-7€
  • "Buchhaltungssoftware": 2-5€
  • "ERP System": 8-15€

Warum so teuer? B2B-Keywords sind hart umkämpft. Wer ein SaaS-Produkt mit 5.000€ Average Contract Value verkauft, kann sich 50€ pro Lead leisten – und bietet entsprechend.

LinkedIn CPCs (deutlich höher)

LinkedIn ist die teuerste große Werbeplattform:

  • Durchschnittlicher CPC: 4-8€
  • Umkämpfte B2B-Segmente: 8-15€
  • CPM: 15-30€ (zum Vergleich: Facebook 5-15€, Google Display 3-10€)

Warum so teuer?

  • Premium-Zielgruppe (Entscheider, höhere Einkommen)
  • Präzises Targeting hat seinen Preis
  • Kleinere Reichweite als Google oder Facebook
  • Professioneller Kontext

Cost per Lead Vergleich

CPCs erzählen nur die halbe Geschichte. Was zählt, sind die Lead-Kosten.

Google Ads B2B-Lead-Kosten:

  • B2B-Software: 50-150€ pro Lead
  • Professional Services: 30-80€ pro Lead
  • Enterprise-Sales: 100-300€ pro qualifiziertem Lead

Beispielrechnung:

  • CPC: 6€
  • Conversion Rate (Visitor zu Lead): 3%
  • Cost per Lead: 6€ / 0,03 = 200€

LinkedIn Ads B2B-Lead-Kosten:

  • B2B-Software: 60-200€ pro Lead
  • Professional Services: 50-150€ pro Lead
  • Enterprise-Sales: 150-400€ pro Lead

Beispielrechnung:

  • CPC: 8€
  • Conversion Rate: 2% (oft niedriger als Google)
  • Cost per Lead: 8€ / 0,02 = 400€

ABER: LinkedIn Lead Gen Forms haben oft höhere Conversion-Raten (5-10%), da sie native sind und Daten vorausgefüllt sind:

  • CPC: 8€
  • Conversion Rate (Lead Gen Form): 7%
  • Cost per Lead: 8€ / 0,07 = 114€

Wann sich teurere Klicks lohnen

LinkedIn rechtfertigt höhere Kosten, wenn:

  1. Ihre Customer Lifetime Value hoch ist: Wenn ein Kunde 100.000€ über 5 Jahre wert ist, sind 400€ pro Lead vernachlässigbar.

  2. Lead-Qualität höher ist: Ein qualifizierter Entscheider-Lead von LinkedIn kann wertvoller sein als 3 unqualifizierte Leads von Google.

  3. Ihr Sales-Cycle lang ist: Bei 6-12 Monaten Sales-Cycles ist der initiale Lead-Preis weniger wichtig als die Lead-Qualität.

  4. Präzises Targeting entscheidend ist: Wenn Sie absolut sicher sein wollen, dass Sie nur CTOs in Unternehmen mit 1.000+ Mitarbeitern erreichen, rechtfertigt das die Kosten.

Google rechtfertigt auch höhere Kosten durch:

  • Höheren Intent (aktive Suche = höhere Abschlusswahrscheinlichkeit)
  • Größere Reichweite (mehr Volumen möglich)
  • Schnellere Optimierung (mehr Daten in kürzerer Zeit)

Lead-Qualität

Im B2B ist Lead-Qualität oft wichtiger als Lead-Quantität. Ein qualifizierter MQL (Marketing Qualified Lead) ist Gold wert.

Stärken:

  • Hoher Intent: Menschen, die aktiv nach Ihrer Lösung suchen, sind weiter im Kaufprozess
  • Problem Awareness: Sie haben bereits ein Problem identifiziert und suchen eine Lösung
  • Vergleichsmodus: Oft im direkten Anbieter-Vergleich (gute Abschluss-Chance)

Schwächen:

  • Breiter Mix: Sie erreichen alle Unternehmensgrößen und Jobrollen, nicht nur Entscheider
  • Informationssuche: Manche suchen nur Informationen, nicht einen Kauf
  • Weniger qualifiziert: Ein "Marketing Manager" kann sich informieren, aber der CMO entscheidet

Typische Lead-Qualität:

  • 40-60% qualifizierte MQLs (je nach Keyword-Strategie)
  • 10-20% werden zu Sales Qualified Leads (SQLs)
  • 2-5% schließen ab

LinkedIn Lead-Qualität

Stärken:

  • Entscheider-Fokus: Sie erreichen direkt die Budget-Holder und Decision-Maker
  • Firmen-Fit: Präzises Targeting nach Unternehmensgröße und Branche
  • Professioneller Kontext: Menschen sind im Business-Mindset, nicht privat

Schwächen:

  • Niedrigerer Intent: Nutzer suchen nicht aktiv, Sie unterbrechen sie
  • Awareness-Stage: Oft noch früh im Funnel
  • Längerer Nurturing-Bedarf: Von LinkedIn-Lead zu Kunde oft 3-6+ Monate

Typische Lead-Qualität:

  • 50-70% qualifizierte MQLs (dank präzisem Targeting)
  • 15-25% werden zu SQLs
  • 3-7% schließen ab (höhere Abschlussrate, aber aus kleinerer Basis)

Wichtige Erkenntnis: LinkedIn-Leads sind oft "besser qualifiziert" (richtige Person, richtiges Unternehmen), aber "weniger reif" (noch nicht kaufbereit). Google-Leads sind "weniger präzise", aber "kaufbereiter".

Anzeigenformate

Die verfügbaren Formate beeinflussen, wie Sie Ihre Botschaft vermitteln können.

Search Ads (Textanzeigen):

  • 3 Headlines (je 30 Zeichen)
  • 2 Descriptions (je 90 Zeichen)
  • Extensions (Sitelinks, Callouts, Structured Snippets)

Ideal für: Direkte Response, klare Value Proposition, Feature-Vergleiche

B2B-Best-Practices:

  • Headlines: Problem + Lösung ("CRM für wachsende Teams")
  • Description: USPs, Social Proof ("500+ Unternehmen vertrauen uns")
  • Extensions: Case Studies, Free Trial, Demo-Anfrage

Display Ads:

  • Responsive Display Ads (Google passt automatisch an)
  • Uploaded Image Ads (verschiedene Größen)

Ideal für: Brand Awareness, Remarketing, Whitepaper-Downloads

YouTube Ads:

  • Skippable In-Stream (Video-Anzeigen)
  • Discovery Ads (in Suchergebnissen)

Ideal für: Thought Leadership, Produkt-Demos, Customer Testimonials

Discovery Ads:

  • Native Anzeigen in Gmail, YouTube, Discover-Feed
  • Visuell, mit Headlines und Descriptions

Ideal für: Soft-Touch-Awareness bei professionellen Audiences

LinkedIn Formate (Sponsored Content, InMail)

Sponsored Content (Native Feed Ads):

  • Single Image Ads
  • Video Ads
  • Carousel Ads (mehrere scrollbare Karten)
  • Event Ads
  • Document Ads (PDFs direkt im Feed lesbar)

Ideal für: Content-Promotion, Thought Leadership, Event-Bewerbung

Message Ads (ehem. Sponsored InMail):

  • Direkte Nachrichten ans LinkedIn-Postfach
  • Personalisiert mit Profilbild und Namen
  • CTA-Button
  • Nur zustellbar, wenn Person online war (höhere Öffnungsrate)

Ideal für: Event-Einladungen, Webinar-Promotion, exklusive Angebote

Öffnungsraten von 30-50% sind normal (deutlich höher als E-Mail).

Text Ads:

  • Kleine Anzeigen in Desktop-Sidebar
  • Headline, Description, kleines Bild
  • Günstiger, aber niedrigere Performance

Lead Gen Forms:

  • Native Formulare, die sich direkt auf LinkedIn öffnen
  • Vorausgefüllt mit LinkedIn-Profildaten (Name, E-Mail, Firma, Jobtitel)
  • Sehr hohe Conversion-Rates (5-10%)

Ideal für: Lead-Generierung mit minimalem Friction

Beispiel: Ein Nutzer sieht Ihre Anzeige für ein Whitepaper, klickt drauf, sieht ein vorausgefülltes Formular mit all seinen Daten, klickt "Submit" – fertig. 3 Sekunden statt 30.

Wann Google Ads für B2B?

Basierend auf allen Vergleichen gibt es klare Szenarien, in denen Google Ads für B2B die bessere Wahl ist.

Intent-basierte Suche, unterer Funnel

Google dominiert den unteren Funnel, wenn der Kaufprozess bereits fortgeschritten ist.

Verwenden Sie Google Ads, wenn:

  • Ihre Lösung aktiv gesucht wird (es gibt Suchvolumen)
  • Der Käufer seine Optionen vergleicht
  • Der Kaufprozess schneller ist (Wochen statt Monate)
  • Sie viele Leads benötigen (Google hat mehr Volumen)

B2B-Szenarien für Google:

  • SaaS-Tools mit klarer Produktkategorie ("Projektmanagement Software", "Rechnungsprogramm")
  • B2B-Services, die bei akutem Bedarf gesucht werden ("IT-Dienstleister", "Unternehmensberatung")
  • Vergleichbare Lösungen ("CRM Anbieter Vergleich", "beste HR Software")

Keyword-Beispiele mit hohem Commercial Intent:

  • "CRM Software kaufen"
  • "Marketing Automation Tool Vergleich"
  • "Buchhaltungssoftware für KMU"
  • "ERP System Preise"
  • "Projektmanagement Tool für Teams"

Warum Google hier gewinnt: Der Intent ist offensichtlich. Diese Person ist kaufbereit oder zumindest in der finalen Evaluierungsphase. LinkedIn kann diese Intent-Signale nicht matchen.

Zusätzlicher Vorteil: Mehr Volumen. Auf Google werden täglich tausende B2B-Software-Suchen durchgeführt. LinkedIn hat eine begrenztere Reichweite.

Wann LinkedIn Ads?

Es gibt auch klare Szenarien, in denen LinkedIn für B2B überlegen ist.

Account-Based Marketing, C-Level Targeting

LinkedIn ist unübertroffen für Account-Based Marketing (ABM).

Wenn Sie spezifische Unternehmen targeten wollen

Verwenden Sie LinkedIn Ads, wenn:

  • Sie eine Liste von Wunsch-Kunden haben (ABM)
  • Sie exklusiv C-Level erreichen müssen
  • Ihr Produkt hochpreisig ist (50.000€+ Deals)
  • Der Sales-Cycle lang ist (6-12+ Monate)
  • Entscheider-Zugang entscheidend ist

B2B-Szenarien für LinkedIn:

  • Enterprise-Software (ERP, große IT-Lösungen)
  • Consulting und Professional Services für große Unternehmen
  • Hochpreisige B2B-SaaS (100.000€+ Annual Contract Value)
  • Recruiting-Lösungen (erreichen Sie HRs auf ihrer eigenen Plattform)

Account-Based Marketing Strategie:

  1. Erstellen Sie Liste Ihrer Top 100 Wunsch-Accounts
  2. Laden Sie diese als Target-Liste auf LinkedIn hoch
  3. Targeten Sie nur Mitarbeiter dieser Unternehmen
  4. Spezifischer: Nur C-Level oder VPs dieser Unternehmen
  5. Personalisierte Messaging: "Speziell für [Firmenname]"

Beispiel: Sie verkaufen Enterprise-Cyber-Security für Finanzinstitute:

  • Target: Top 50 deutsche Banken
  • Jobtitel: CTO, CISO, VP IT Security
  • Botschaft: "Speziell für Banken entwickelt"
  • Format: Message Ads mit Einladung zu exklusivem Roundtable

Diese Präzision ist mit Google unmöglich.

C-Level Targeting: Nur 5-10% der B2B-Audience sind C-Level. Mit Google erreichen Sie alle, verschwenden 90-95% des Budgets. Mit LinkedIn targeten Sie exklusiv C-Suite.

Kombinierte B2B-Strategie

Die effektivste B2B-Strategie nutzt beide Plattformen für unterschiedliche Funnel-Stufen.

Beide Plattformen zusammen nutzen

Full-Funnel B2B-Ansatz:

Top-of-Funnel (Awareness): LinkedIn

  • Ziel: Bekanntheit bei Ziel-Personas aufbauen
  • Format: Sponsored Content mit Thought-Leadership-Artikeln
  • Targeting: Breite berufliche Zielgruppen
  • Metrik: Impressions, Engagement, Website-Besuche

Middle-of-Funnel (Consideration): LinkedIn + Google

  • LinkedIn: Whitepaper, Case Studies, Webinare an qualifizierte Leads
  • Google Display: Remarketing von Website-Besuchern
  • Targeting: Engagierte Nutzer, Website-Besucher
  • Metrik: Lead-Gen, Content-Downloads

Bottom-of-Funnel (Decision): Google

  • Ziel: Conversion von kaufbereiten Leads
  • Format: Google Search Ads mit klaren CTAs ("Demo buchen", "Angebot anfordern")
  • Targeting: High-Intent Keywords
  • Metrik: MQLs, SQLs, Deals

Remarketing über beide Plattformen:

  • Jemand besucht Ihre Website via LinkedIn → Remarketing via Google Display und YouTube
  • Jemand besucht via Google → Remarketing via LinkedIn Sponsored Content

Beispiel Customer Journey:

  1. Tag 1: CTO sieht Ihre LinkedIn Sponsored Content über "Cloud Security Best Practices" → klickt, liest Artikel
  2. Tag 5: Sieht Ihre LinkedIn Message Ad mit Einladung zu Webinar → meldet sich an
  3. Tag 8: Besucht Webinar, wird zu MQL
  4. Tag 15: Googelt "Cloud Security Software Vergleich" → sieht Ihre Google Search Ad → besucht Website erneut
  5. Tag 20: Bekommt Google Remarketing-Anzeige mit Case Study → lädt herunter
  6. Tag 30: Googelt "[Ihr Firmenname] Preise" → kontaktiert Sales → Deal

Attribution: LinkedIn initiierte (First Touch), Google half bei der Conversion (Last Touch). Beide waren essentiell.

Vergleichstabelle

Hier die kompakte Übersicht aller wichtigen Kriterien:

| Kriterium | Google Ads | LinkedIn Ads | Vorteil | |-----------|------------|--------------|---------| | Reichweite DE | 70M+ Nutzer | 16M Nutzer | Google | | B2B-Fokus | Gemischt | 100% professionell | LinkedIn | | Targeting-Präzision (Persona) | Mittel | Sehr hoch | LinkedIn | | Targeting-Präzision (Intent) | Sehr hoch | Niedrig | Google | | Durchschnittl. CPC | 3-8€ | 4-15€ | Google | | Cost per Lead | 50-150€ | 60-200€ | Google | | Lead-Qualität (Persona Fit) | Mittel | Sehr hoch | LinkedIn | | Lead-Qualität (Intent) | Sehr hoch | Mittel | Google | | Funnel-Stufe | BOFU | TOFU/MOFU | - | | Conversion-Rate | 3-5% | 2-3% (oder 5-10% mit Lead Gen) | Variiert | | Sales-Cycle | Kürzer (schneller ROI) | Länger (Nurturing nötig) | Google | | ABM-Eignung | Niedrig | Exzellent | LinkedIn | | Skalierbarkeit | Sehr hoch | Mittel | Google | | Für Enterprise | Gut | Exzellent | LinkedIn | | Für SMB | Exzellent | Gut | Google | | Content-Promotion | Begrenzt | Exzellent | LinkedIn |

Häufige Fragen

Was ist für B2B besser: Google Ads oder LinkedIn Ads? Es kommt auf Ihren Funnel und Ihre Strategie an. Google Ads ist besser für Bottom-of-Funnel mit hohem Intent und schnelleren Sales-Cycles. LinkedIn ist besser für Top/Middle-of-Funnel, Account-Based Marketing und wenn Sie präzise Personas targeten müssen. Die beste Strategie kombiniert beide.

Warum sind LinkedIn Ads so viel teurer? LinkedIn hat eine Premium-Zielgruppe (Entscheider, Business-Professionals) und bietet einzigartig präzises berufliches Targeting. Die Plattform ist kleiner als Google, daher höhere Nachfrage pro verfügbarem Werbeplatz. Zudem rechtfertigt die Lead-Qualität oft höhere Kosten.

Kann ich mit LinkedIn Ads sofort Kunden gewinnen? Unwahrscheinlich. LinkedIn-Nutzer sind selten sofort kaufbereit. Planen Sie mit 3-6 Monaten Lead-Nurturing. Für sofortige Conversions ist Google Ads mit High-Intent-Keywords effektiver.

Lohnt sich LinkedIn für kleine B2B-Unternehmen? Nur wenn Ihr Customer Lifetime Value hoch genug ist (mindestens 5.000€+) und Sie ein klares Budget von 2.000€+/Monat haben. Für kleinere Budgets oder niedrigpreisige Produkte ist Google Ads oft kosteneffizienter.

Fazit

Google Ads und LinkedIn Ads sind beide wertvolle B2B-Marketing-Tools – aber für unterschiedliche Zwecke.

Wählen Sie Google Ads primär, wenn:

  • Sie schnelle Ergebnisse und Conversions brauchen
  • Ihr Produkt aktiv gesucht wird (Suchvolumen vorhanden)
  • Sie Volumen benötigen (mehr Leads)
  • Ihr Sales-Cycle kürzer ist (Wochen bis wenige Monate)
  • Budget begrenzt ist (kosteneffizienter pro Lead)

Wählen Sie LinkedIn Ads primär, wenn:

  • Sie Account-Based Marketing betreiben
  • Sie exklusiv Entscheider und C-Level erreichen müssen
  • Ihr Produkt hochpreisig ist (50.000€+ Deals)
  • Persona-Fit wichtiger ist als Volumen
  • Sie einen langen Sales-Cycle haben und in Nurturing investieren können

Die ideale B2B-Strategie:

  • Budget 2.000€/Monat: 80% Google Ads (BOFU), 20% LinkedIn (Testing)
  • Budget 5.000€/Monat: 60% Google Ads, 40% LinkedIn
  • Budget 10.000€+/Monat: 50/50 für Full-Funnel-Abdeckung

Starten Sie mit Google Ads für schnelle Validierung und Conversions. Wenn Sie Product-Market-Fit haben und skalieren wollen, fügen Sie LinkedIn für Top-of-Funnel und ABM hinzu. Die Kombination beider Plattformen ermöglicht es, Ihre Zielgruppe in jeder Phase der Buyer Journey zu erreichen.

Mehr zum Thema B2B-Strategien mit Google Ads finden Sie hier. Alle Alternativen zu Google Ads vergleichen wir hier.

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