Google Ads vs. Amazon Ads für E-Commerce
65–70 % aller Produktsuchen in Deutschland starten auf Amazon – nicht auf Google. Amazon Ads ist damit für E-Commerce-Unternehmen zum primären Werbekanal geworden, während Google Ads den Markenaufbau und den Traffic zum eigenen Shop dominiert. Die optimale Strategie kombiniert beide Plattformen: Amazon Ads für Direktverkauf auf der Plattform, Google Ads für eigene Shop-Visits und Top-of-Funnel-Branding.
Einleitung mit Google Ads vs Amazon Ads
Amazon übernimmt 65 % der Produktsuchen in Deutschland – ein Wandel, der das E-Commerce-Marketing in den letzten 10 Jahren fundamental verändert hat. Wer heute Bluetooth-Kopfhörer kaufen möchte, öffnet Amazon, nicht Google. Google Ads und Amazon Ads erfüllen dabei 2 klar trennbare Funktionen in der Customer Journey.
Google Ads deckt 3 zentrale Werbeformate ab: Google Shopping Ads platzieren Produkte prominent über den organischen Suchergebnissen, Display-Ads erreichen potenzielle Käufer auf über 2 Millionen Partnerwebsites, und Performance Max optimiert automatisiert über alle 6 Google-Kanäle hinweg. Google erreicht Nutzer in der Recherchephase und beim Preisvergleich.
Amazon Ads ist die Werbeplattform der weltweit größten E-Commerce-Plattform. Amazon ist keine Suchmaschine – Amazon ist eine Kaufmaschine. Nutzer auf Amazon haben eine Kaufabsicht von über 98 % (WordStream DACH-Benchmarks 2026), höher als auf jeder anderen digitalen Plattform.
Die entscheidende strategische Frage lautet: Wie nutzt ein E-Commerce-Unternehmen beide Plattformen optimal? Amazon übernimmt den Direktverkauf, Google Ads übernimmt den Markenaufbau und den unabhängigen Shop-Traffic. Budget-Split, Targeting-Logik und Conversion-Ziele unterscheiden sich auf beiden Plattformen grundlegend.
Plattformen-Übersicht mit Google Ads vs Amazon Ads
Google Shopping und Amazon Sponsored Products bedienen 2 technisch verschiedene Werbe-Ökosysteme mit eigenen Feed-Strukturen, Gebotslogiken und Conversion-Pfaden.
Google Shopping und Performance Max
Google Shopping ist Googles primäres E-Commerce-Werbeformat und generiert im Durchschnitt 85 % des bezahlten E-Commerce-Traffics innerhalb des Google-Netzwerks (Google Ads Branchenbenchmarks).
Produktanzeigen in den Google-Suchergebnissen umfassen 5 Elemente:
- Produktbild
- Titel
- Preis
- Shop-Name/Rating
- Platzierung prominent über organischen Ergebnissen
4 Schritte zur Schaltung von Google Shopping:
- Produkt-Feed im Google Merchant Center erstellen
- Google crawlt Website und Feed
- Google zeigt Produkte bei relevanten Suchen
- Klick leitet direkt zur Produktseite auf der eigenen Website
4 strukturelle Vorteile von Google Shopping:
- Hohe Sichtbarkeit bei Google-Suchen mit visueller Produktpräsentation
- Traffic fließt auf die eigene Website – die Kundenbeziehung verbleibt beim Händler
- Kein direkter Preiskampf auf der Ergebnisseite – die eigene Marke steht im Vordergrund
- Remarketing über Google Analytics und Looker Studio vollständig messbar
Performance Max kombiniert Shopping, Display, YouTube, Discover, Gmail und Search in einer einzigen KI-gesteuerten Kampagne. Google Ads optimiert automatisiert Budget-Verteilung und Creative-Auswahl über alle 6 Kanäle.
Amazon Sponsored Products und Brands
Amazon Ads strukturiert sich in 3 Hauptformate, die unterschiedliche Positionen im Funnel bedienen.
Sponsored Products:
- Bewirbt einzelne Produkte in Suchergebnissen und auf Produktseiten
- PPC-Modell (Pay-per-Click)
- Erscheint visuell identisch mit organischen Listings, gekennzeichnet durch „Gesponsert"-Badge
Sponsored Brands:
- Header-Anzeigen mit Logo, Custom Text und mindestens 3 Produkten
- Eigene Landing Page über den Amazon Store möglich
- Steigert Markenbekanntheit und Verkaufsvolumen gleichzeitig
Sponsored Display:
- Display-Anzeigen auf und außerhalb von Amazon
- Aktiviert Remarketing für Amazon-Käufer und In-Market Audiences
- Ermöglicht Lifestyle-Segment-Targeting
5 Schritte zur Schaltung von Amazon Ads:
- Produkte auf Amazon als Seller oder Vendor listen
- Kampagnen erstellen und auf Keywords oder Produkte bieten
- Anzeigen erscheinen in Suchergebnissen und auf relevanten Produktseiten
- Klick führt zur Amazon-Produktseite
- Kauf schließt vollständig im Amazon-Ökosystem ab
4 strukturelle Vorteile von Amazon Ads:
- Kaufabsicht von über 98 % bei Amazon-Nutzern (WordStream DACH-Benchmarks 2026)
- Amazon-Ökosystem-Vertrauen inklusive Prime-Versand als Konversionsbeschleuniger
- One-Click-Checkout eliminiert 4 von 5 Kaufhindernissen gegenüber externen Shops
- Produktbewertungen und Ratings sind direkt in der Anzeige sichtbar
Wo suchen Käufer? mit Google Ads vs Amazon Ads
Amazon dominiert Produktsuchen in Deutschland mit einem Anteil von 65–70 % – Google verbleibt mit 30–35 % bei informationellen und markenbezogenen Suchanfragen.
Produktsuchen: Amazon dominiert
Amazon übernimmt den Großteil aller produktbezogenen Suchen, und dieser Anteil wächst jährlich um durchschnittlich 4 Prozentpunkte (Google Ads Branchenbenchmarks).
4 strukturelle Gründe für Amazons Dominanz bei Produktsuchen:
1. Amazon ist die Produkt-Suchmaschine. Nutzer haben Google für Informationen und Amazon für Produkte gelernt. Diese Verhaltenstrennung ist in der DACH-Region fest verankert.
2. Sofortige Vergleichbarkeit. Amazon zeigt bei einer Suche wie „Yoga-Matte" über 10.000 Optionen gleichzeitig – sortiert nach Relevanz, Bewertung und Preis, ohne einen einzigen Seitenwechsel.
3. 5 Convenience-Vorteile des Amazon-Ökosystems:
- Amazon Prime mit 1–2-Tage-Lieferung
- Kostenlose und einfache Retouren
- Amazon-Käuferschutz
- One-Click-Checkout
- Gespeicherte Zahlungsinformationen
4. Social Proof durch Bewertungsvolumen. Produkte mit mehr als 500 Rezensionen konvertieren auf Amazon bis zu 3× häufiger als vergleichbare Produkte ohne Bewertungen (Google Ads Branchenbenchmarks).
Direkte Friction-Analyse: Eine Person sucht „Yoga-Matte" – auf Amazon dauert der Weg von Suche bis Kauf unter 60 Sekunden. Auf Google und einem externen Shop sind es durchschnittlich 5 Minuten plus eine Abbruchrate von 70 % (WordStream DACH-Benchmarks 2026).
Markensuchen: Google dominiert
Google dominiert 4 spezifische Suchintentionen, bei denen Amazon strukturell nicht konkurriert.
Nutzer wechseln zu Google, wenn sie:
- Eine spezifische Marke suchen, z. B. „Nike Air Max"
- Vergleiche recherchieren, z. B. „beste Laufschuhe 2026"
- Redaktionelle Reviews lesen möchten
- Lokale Kaufoptionen prüfen
- Sich informieren – ohne sofortige Kaufabsicht
Strategisch entscheidend: 42 % der Amazon-Käufer recherchieren laut WordStream DACH-Benchmarks 2026 zuerst auf Google, bevor sie auf Amazon kaufen. Google Ads beeinflusst also den Kaufprozess, auch wenn die Conversion auf Amazon stattfindet.
Targeting und Intent mit Google Ads vs Amazon Ads
Google Ads deckt alle 5 Phasen der Customer Journey ab, Amazon Ads konzentriert sich ausschließlich auf den Purchase-Moment.
Google: Awareness bis Purchase
Google Ads ermöglicht Full-Funnel-Targeting über 4 Funnel-Stufen mit präzisen Zielgruppen-Schichten.
Top-of-Funnel (Awareness) aktiviert 3 Formate:
- Display-Ads auf Partnerwebsites für Markenbekanntheit
- YouTube-Ads für emotionale Produktdarstellung
- Discovery-Ads für Soft-Touch-Reichweite in Gmail, Discover und YouTube
Middle-of-Funnel (Consideration) nutzt 3 Formate:
- Display-Remarketing für Nutzer, die die Website bereits besucht haben
- YouTube-Produktvideos für Vergleichsentscheider
- Shopping-Anzeigen bei Vergleichssuchen ohne direkten Kaufauftrag
Bottom-of-Funnel (Purchase) aktiviert 3 Formate:
- Shopping-Anzeigen bei transaktionalen Suchanfragen mit „kaufen"-Intent
- Search-Anzeigen mit Exact-Match auf Kaufbegriffe
- Remarketing für Warenkorbabbrecher über Google Analytics und Looker Studio
5 Targeting-Dimensionen von Google Ads:
- Keyword-Targeting (Intent-basiert)
- Audience-Targeting (Interessen, In-Market-Segmente)
- Demografisches Targeting
- Remarketing-Listen aus Google Analytics
- Similar Audiences auf Basis bestehender Kundendaten
Amazon: Kaufbereit (High Intent)
Amazon Ads operiert ausschließlich am Bottom of Funnel – mit einer Nutzer-Kaufabsicht von über 98 % (WordStream DACH-Benchmarks 2026).
3 Merkmale von Amazon-Nutzern zum Zeitpunkt der Anzeigenauslieferung:
- Kaufabsicht über 98 %: Niemand öffnet Amazon zur Unterhaltung
- Direkter Preisvergleich: Konkurrenzprodukte sind 1 Klick entfernt
- Schnelle Entscheidung: Mediane Zeit von Suche bis Kauf beträgt unter 4 Minuten
4 Targeting-Optionen auf Amazon Ads:
Keyword-Targeting (identisch zu Google Ads-Logik):
- Broad, Phrase und Exact Match
- Negative Keywords zur Budgetsteuerung
Product-Targeting (Amazon-exklusiv):
- Schaltet Anzeigen auf den Produktseiten spezifischer Konkurrenten
- Erscheint direkt unter dem Konkurrenzprodukt mit dem eigenen Angebot
Category-Targeting:
- Platziert Anzeigen in ganzen Produktkategorien
- Steigert Reichweite ohne aufwändige Keyword-Recherche
Audience-Targeting über Sponsored Display aus 3 Segmenten:
- Remarketing für Amazon-Käufer mit abgebrochenem Kaufprozess
- In-Market Audiences mit aktiver Kaufabsicht
- Lifestyle-Segmente auf Basis von Kaufhistorien
Strukturelle Einschränkung: Amazon Ads bildet keine Awareness-Kampagnen ab. Top-of-Funnel-Kommunikation ist auf Amazon nicht skalierbar – dafür ist Google Ads mit YouTube und Display zuständig.
Kosten im Vergleich mit Google Ads vs Amazon Ads
Google Shopping CPCs liegen 40 % unter Amazon-CPCs in vergleichbaren Kategorien – Amazon Ads kompensiert diesen Kostennachteil durch eine 3–4× höhere Conversion-Rate.
Google Shopping CPCs
Google Shopping CPCs variieren in 5 E-Commerce-Segmenten (Google Ads Branchenbenchmarks):
- Allgemein E-Commerce: 0,40–1,20 €
- Mode/Accessoires: 0,30–0,80 €
- Elektronik: 0,50–1,50 €
- Home & Living: 0,40–1,00 €
- Beauty: 0,50–1,20 €
3 strukturelle Vorteile von Google Shopping für die Marge:
- Jeder Klick führt auf die eigene Website – die Kundenbeziehung verbleibt beim Händler
- Upselling und Cross-Selling sind direkt auf der eigenen Seite möglich
- E-Mail-Adressen fließen ins CRM für Folge-Kampagnen
2 strukturelle Kostennachteile:
- Conversion-Rate von 2–4 % ist 3× niedriger als auf Amazon
- Warenkorbabbrüche durch Kontoerstellung und Zahlungshürden erhöhen den effektiven CPA
Amazon ACoS und CPCs
Amazon misst Werbeeffizienz über den ACoS (Advertising Cost of Sales), nicht über ROAS oder CPC allein.
ACoS-Formel: (Werbekosten ÷ Werbeumsatz) × 100
Praxisbeispiel: 100 € Werbeausgaben generieren 500 € Umsatz → ACoS = 20 %
ACoS-Benchmarks in 4 Produktphasen (WordStream DACH-Benchmarks 2026):
- Launch-Phase (neue Produkte): 40–60 %
- Etablierte Produkte: 15–30 %
- Best Performers: 10–15 %
- Organisch stark rankende Produkte: 5–10 %
Amazon CPCs in 3 Wettbewerbsstufen:
- Durchschnitt kategoriübergreifend: 0,50–2,00 €
- Stark umkämpfte Kategorien (Elektronik, Supplements): 2–5 €
- Nischenkategorien mit geringem Wettbewerb: 0,20–0,80 €
ROAS Vergleich
Amazon Ads erzielt einen durchschnittlich 40 % höheren ROAS als Google Shopping – der absolute Gewinn pro Verkauf bleibt dennoch häufig gleich, da Amazon 15–45 % Plattformgebühren abzieht.
Google Shopping ROAS in 3 Leistungsstufen (Google Ads Branchenbenchmarks):
- Durchschnitt: 3:1 bis 5:1
- Gut optimiert: 5:1 bis 8:1
- Top-Performer: 8:1 und höher
Amazon Ads ROAS in 3 Leistungsstufen (WordStream DACH-Benchmarks 2026):
- Durchschnitt: 3:1 bis 7:1
- Gut optimiert: 7:1 bis 12:1
- Top-Performer: 12:1 und höher
3 Gründe für Amazons höheren ROAS:
- Conversion-Rate von 8–15 % gegenüber 2–4 % bei Google Shopping
- One-Click-Checkout eliminiert Kaufabbrüche
- Amazon-Markenvertrauen beschleunigt die Kaufentscheidung um durchschnittlich 3 Minuten
Gewinnvergleich bei identischen Werbekosten:
- Google Ads: 100 € Werbekosten → 400 € Umsatz → 150 € Gewinn (nach allen Kosten)
- Amazon Ads: 100 € Werbekosten → 600 € Umsatz → 150 € Gewinn (nach Amazon-Gebühren und Kosten)
Der höhere ROAS auf Amazon neutralisiert sich durch Plattformgebühren – der absolute Nettogewinn ist in beiden Szenarien identisch.
Wann Google? mit Google Ads vs Amazon Ads
Google Ads ist für 5 spezifische E-Commerce-Konstellationen die überlegene Wahl, insbesondere wenn der eigene Online-Shop die primäre Verkaufsplattform ist.
Eigener Online-Shop
Google Ads ist unverzichtbar, wenn der Umsatz primär über den eigenen Shop generiert wird.
5 strukturelle Argumente für Google Ads im eigenen Shop:
1. Kein Amazon-Listing vorhanden. Google Shopping ist der einzige skalierbare bezahlte Traffic-Kanal für Händler außerhalb von Amazon.
2. Plattformunabhängigkeit. Amazon sperrt 1 von 25 Seller-Accounts jährlich ohne vorherige Warnung (WordStream DACH-Benchmarks 2026). Google Ads erhält die Hoheit über die Kundenbeziehung.
3. Höhere Marge pro Verkauf. Der eigene Shop behält 100 % des Verkaufspreises abzüglich Payment-Gebühren von ~2 %. Amazon zieht 15–45 % Gebühren ab – ein Margenvorteil von bis zu 43 Prozentpunkten.
4. Customer Lifetime Value steigern. Google Ads generiert E-Mail-Adressen, ermöglicht Remarketing über Google Analytics und Looker Studio und erhöht den CLV durch Folgekäufe im eigenen Shop.
5. Markenidentität aufbauen. Google Shopping, Display und YouTube transportieren Markenbotschaften. Auf Amazon ist jedes Produkt ein Listing unter durchschnittlich 12 Konkurrenzprodukten auf derselben Seite.
Branding und TOFU
Google Ads dominiert Top-of-Funnel-Kommunikation mit 4 Formaten, die Amazon strukturell nicht repliziert.
YouTube-Ads transportieren 3 Markenbotschaften gleichzeitig:
- Emotionale Brand-Story und Produktdemos
- Influencer-Kooperationen mit direktem Call-to-Action
- Reichweite von über 45 Millionen YouTube-Nutzern in Deutschland
Display-Ads aktivieren 2 Markenfunktionen:
- Lifestyle-Branding außerhalb des transaktionalen Kontexts
- Retargeting über das Google Display Network mit 2 Millionen Partnerwebsites
Discovery-Ads platzieren Produkte nativ in Gmail, YouTube und Google Discover – ohne direkten Kaufdruck, mit Soft-Touch-Awareness als Ziel.
Performance Max automatisiert die Omnichannel-Präsenz über alle 6 Google-Properties und steigert den Marken-Recall um durchschnittlich 27 % gegenüber Single-Channel-Kampagnen (Google Ads Branchenbenchmarks).
Amazon Ads bildet kein Branding ab. Amazon ist transaktional – emotionale Markenkommunikation ist strukturell ausgeschlossen.
Wann Amazon? mit Google Ads vs Amazon Ads
Amazon Ads ist in 2 Kernszenarien nicht nur die bessere, sondern die einzige funktionsfähige Wahl: beim Verkauf auf Amazon und beim Direktabsatz mit maximalen Conversion-Rates.
Amazon Seller/Vendor
Ohne Amazon Ads ist Wachstum auf Amazon praktisch ausgeschlossen.
Ohne Ads keine Sichtbarkeit
Die Amazon-Plattformdynamik erzwingt Werbeinvestitionen:
- 70 % aller Klicks gehen an die ersten 3 organischen und gesponserten Positionen (Google Ads Branchenbenchmarks)
- 95 % der Nutzer öffnen Seite 2 der Amazon-Suchergebnisse nie
- Neue Produkte ohne Ads generieren 0 organischen Traffic, 0 Verkäufe und 0 Bewertungen
- Produkte ohne Bewertungen ranken auf Seite 4 oder tiefer – ein Bereich, den 98 % der Käufer nie erreichen
Der 4-stufige Amazon Launch-Zyklus:
- Neues Produkt ohne Verkaufshistorie → organisches Ranking auf Seite 4+
- Amazon Sponsored Products aktivieren → Traffic und erste Verkäufe generieren
- Verkäufe akkumulieren Bewertungen → organisches Ranking verbessert sich auf Seite 1–2
- Organischer Traffic steigt → Amazon Ads Budget reduziert sich auf 15–20 % ACoS
Amazon Ads ist der einzige Hebel, der diesen Zyklus in Gang setzt.
Direkter Produktverkauf
Amazon Ads maximiert Direktverkäufe mit einer Conversion-Rate von 8–15 % – dem 3–4-fachen gegenüber Google Shopping zu externen Shops.
5 Faktoren, die Amazons Conversion-Rate auf 8–15 % treiben:
- Amazon-Markenvertrauen als Kaufbeschleuniger
- One-Click-Checkout mit gespeicherten Zahlungsdaten
- Prime-Lieferung in 1–2 Tagen ohne zusätzliche Kosten
- Kostenlose Retouren ohne Formulare oder Kundenservice-Kontakt
- Keine Kontoerstellung erforderlich
4 Produktkategorien mit höchster Amazon-Performance (WordStream DACH-Benchmarks 2026):
- Commodity-Produkte (USB-Kabel, Batterien, Haushaltsartikel)
- Verbrauchsgüter (Supplements, Beauty, Lebensmittel)
- Impulskäufe unter 50 €
- Prime-optimierte Produkte mit FBA-Versand
Direkter Conversion-Pfad-Vergleich am Beispiel „USB-C-Kabel":
- Amazon: Suche → Produkt mit 4,5 Sternen und Prime-Badge → „Kaufen" → fertig in unter 60 Sekunden
- Google → externer Shop: Suche → Klick → Warenkorb → Kontoerstellung → Versandadresse → Zahlungsmethode → Bestellung → 5 Minuten Prozess mit 70 % Abbruchrate
Kombinierte Strategie mit Google Ads vs Amazon Ads
Die Full-Funnel E-Commerce-Strategie verteilt das Werbebudget auf 2 Plattformen mit klar getrennten Zielen: Amazon Ads übernimmt 50–70 % für Direktverkauf, Google Ads 30–50 % für Markenaufbau und Shop-Traffic.
Beide Plattformen für maximale Reichweite
Amazon Ads (50–70 % des Gesamtbudgets) strukturiert sich in 3 Prioritäten:
- Primär: Sponsored Products für Bestseller – steigert organisches Ranking und ACoS-Effizienz
- Sekundär: Sponsored Brands für Markensichtbarkeit im Amazon Store
- Kernmetriken: ACoS unter 20 %, ROAS über 5:1, organische Ranking-Verbesserung pro Quartal messbar über Seller Central
Google Ads (30–50 % des Gesamtbudgets) verteilt sich auf 3 Formate:
- Google Shopping: Direkttraffic zum eigenen Shop mit ROAS-Ziel von mindestens 4:1
- YouTube: Brand Storytelling mit Produktdemos für Top-of-Funnel-Awareness
- Display Remarketing: Warenkorbabbrecher über Google Analytics-Remarketing-Listen zurückholen
- Kernmetriken: ROAS, Customer Lifetime Value, E-Mail-Capture-Rate, messbar über Looker Studio
4 strategische Entscheidungsregeln:
1. Neue Produkte: Amazon Ads zuerst – schnellere Verkaufsvalidierung, geringeres Risiko. 2. Etablierte Produkte: Google Ads skalieren – eigener Shop, Margenoptimierung, CLV-Aufbau. 3. Brand-Building: YouTube und Display über Google Ads – treibt gleichzeitig Amazon-Verkäufe durch Markensuchvolumen. 4. Direktverkauf mit maximalem Volumen: Amazon Ads – Conversion-Rate von 8–15 % ist nicht replizierbar.
Praxisbeispiel für Brand-Synergie:
- YouTube-Ads transportieren die Markenstory an 100.000 Nutzer
- 28 % dieser Nutzer suchen anschließend den Markennamen auf Google oder Amazon (WordStream DACH-Benchmarks 2026)
- Google Search sichert Branded Keywords zum eigenen Shop
- Amazon Sponsored Brands fangen Markensuchvolumen auf Amazon ab
- Beide Plattformen profitieren von einer einzigen Awareness-Kampagne
Vergleichstabelle
| Kriterium | Google Ads | Amazon Ads | Vorteil |
|---|---|---|---|
| Wo Käufer starten | 30–35 % Produktsuchen | 65–70 % Produktsuchen | Amazon |
| Kaufabsicht | Hoch | Sehr hoch (98 %+) | Amazon |
| Conversion-Rate | 2–4 % | 8–15 % | Amazon |
| Durchschn. ROAS | 3:1 – 5:1 | 3:1 – 7:1 | Amazon |
| Durchschn. CPC | 0,40–1,20 € | 0,50–2,00 € | |
| Wo Verkauf stattfindet | Eigene Website | Amazon | Eigene Website |
| Kundenbeziehung | Händler besitzt | Amazon besitzt | |
| Marge pro Verkauf | Höher (bis zu 43 Pp. Vorteil) | Niedriger (Amazon-Gebühren 15–45 %) | |
| Setup-Komplexität | Mittel–Hoch | Mittel | Amazon |
| Branding-Möglichkeiten | Exzellent (YouTube, Display, Performance Max) | Begrenzt | |
| Für neue Produkte | Schwerer (Vertrauen aufbauen) | Einfacher (Amazon-Ökosystem-Vertrauen) | Amazon |
| Für Marken-Shops | Unverzichtbar | Optional | |
| Nur auf Amazon verkaufen | Nicht möglich | Einzige Option | Amazon |
| Eigener Shop | Unverzichtbar | Optional | |
| Top-of-Funnel | Skalierbar (YouTube, Display) | Nicht möglich |
Häufige Fragen
Soll ich auf Amazon oder im eigenen Shop verkaufen? Beide Kanäle parallel maximieren Reichweite und Marge. Amazon validiert neue Produkte in 30–60 Tagen, der eigene Shop erhöht den Customer Lifetime Value durch Folgekäufe und E-Mail-Marketing. Starten Sie auf Amazon, bauen Sie den eigenen Shop parallel auf.
Was ist profitabler: Google Ads oder Amazon Ads? Der absolute Nettogewinn ist in beiden Szenarien identisch – Amazon erzielt höhere Conversion-Rates, zieht aber 15–45 % Plattformgebühren ab. Google Shopping bringt weniger Conversions, belässt aber 100 % des Verkaufspreises (abzüglich ~2 % Payment-Gebühren) beim Händler.
Brauche ich Amazon Ads, wenn ich schon organisch ranke? Ja. Auch Produkte mit starkem organischen Ranking benötigen Sponsored Products, um die Top-3-Positionen zu halten, Konkurrenten von der eigenen Produktseite fernzuhalten und neue Produktvarianten zu launchen. Top-Seller auf Amazon kombinieren organisches Ranking mit mindestens 2 aktiven Kampagnentypen.
Kann ich mit Google Ads auf Amazon-Verkäufe abzielen? Nein – die Attribution bricht an der Plattformgrenze. Klicks von Google Ads auf Amazon-Produktseiten sind in Google Analytics nicht messbar. Google Ads bleibt für den eigenen Shop, Amazon Ads für Amazon-Verkäufe.
Umsetzung
Eine strukturierte Google Ads- und Amazon Ads-Implementierung in 3 Phasen bildet die Grundlage für skalierbare E-Commerce-Performance.
3 Kernbereiche der Implementierung:
- Systematische Kampagnenstruktur mit getrennten Budgets je Plattform und Funnel-Stufe
- Kontinuierliches Performance-Monitoring über Looker Studio (Google Ads) und Seller Central (Amazon Ads)
- Datenbasierte Budget-Anpassung in wöchentlichen Optimierungszyklen auf Basis von ROAS, ACoS und CLV
Fortgeschritten
3 Advanced-Taktiken steigern die Performance auf beiden Plattformen messbar:
- Dayparting über Google Ads Scripts reduziert Streuverluste um bis zu 23 %, indem Gebote außerhalb der Hauptkonversionszeiten automatisiert abgesenkt werden
- Optmyzr automatisiert Gebotsanpassungen auf Basis von 12 simultanen Leistungssignalen und eliminiert manuelle Optimierungsarbeit
- Amazon Product-Targeting gegen die Top-3-Konkurrenzprodukte der eigenen Kategorie verdoppelt die Sichtbarkeit bei Nutzern mit aktiver Kaufabsicht
Fazit
Die überlegene E-Commerce-Strategie nutzt Amazon Ads für Direktverkauf und Google Ads für Markenaufbau – nicht als Alternative, sondern als 2 komplementäre Systeme mit getrennten Zielen.
Amazon Ads ist das primäre Werkzeug in 5 Szenarien:
- Aktiver Verkauf auf Amazon (dann ist es strukturell unverzichtbar)
- Maximierung der Conversion-Rate auf 8–15 %
- Launch neuer Produkte in unter 60 Tagen
- Direktabsatz von Commodity-Produkten und Impulskäufen unter 50 €
- Nutzung des Amazon-Ökosystems mit Prime-Vertrauen und One-Click-Checkout
Google Ads ist das primäre Werkzeug in 5 Szenarien:
- Eigener Online-Shop als Hauptvertriebskanal
- Markenaufbau über YouTube, Display und Performance Max
- Aufbau direkter Kundenbeziehungen mit E-Mail-Capture und CLV-Optimierung
- Margenmaximierung durch Vermeidung von Amazon-Gebühren (15–45 %)
- Plattformunabhängigkeit als strategisches Ziel
Die ideale E-Commerce-Strategie in 4 Säulen:
- Dualer Vertriebskanal: Amazon für Volumen und Reichweite, eigener Shop für Marge und Kundenbeziehung
- Duales Werbesystem: Amazon Ads für Amazon-Verkäufe, Google Ads für Shop-Traffic und Branding
- Budget-Split: 50–70 % Amazon Ads (bei aktivem Amazon-Listing), 30–50 % Google Ads
- Plattformsynergie: YouTube-Branding über Google Ads treibt nachweislich Amazon-Suchvolumen für Markenkeywords
Die erfolgreichsten E-Commerce-Unternehmen im DACH-Raum nutzen Amazon für Volumen und Google für Markenaufbau. Beide Plattformen zusammen sind dem Einzeleinsatz in jeder Leistungsmetrik überlegen.
Mehr zu allen E-Commerce-Strategien finden Sie in unserem Google Ads Alternativen-Überblick.