Google Ads vs. Facebook Ads: Welche Werbung ist besser?
Die Frage "Google Ads oder Facebook Ads?" beschäftigt Marketing-Verantwortliche seit Jahren. Beide Plattformen gehören zu den größten Werbenetzwerken der Welt und bieten enorme Reichweite. Doch sie funktionieren grundlegend unterschiedlich und eignen sich für verschiedene Ziele. In diesem detaillierten Vergleich erfahren Sie, welche Plattform für Ihr Unternehmen die bessere Wahl ist.
Einleitung
Google Ads und Facebook Ads dominieren zusammen den digitalen Werbemarkt. Google verarbeitet täglich über 4 Millionen Suchanfragen allein in Deutschland, während Facebook und Instagram zusammen über 32 Millionen aktive Nutzer im deutschen Markt erreichen. Beide Plattformen bieten beeindruckende Reichweite – doch dort enden die Gemeinsamkeiten.
Der fundamentale Unterschied liegt im Ansatz: Google Ads ist intent-basiert – Sie erreichen Menschen, die aktiv nach Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung suchen. Facebook Ads ist interest-basiert – Sie unterbrechen Menschen, die durch ihren Feed scrollen, basierend auf ihren Interessen und ihrem Verhalten.
Diese unterschiedliche Logik hat massive Auswirkungen auf Kosten, Conversion-Raten, Zielgruppen-Targeting und letztlich auf den Return on Investment. Ein Online-Shop für Sportschuhe kann auf Google Ads Menschen erreichen, die gerade "Laufschuhe kaufen" suchen. Auf Facebook hingegen können Sie Menschen targetieren, die sich für Fitness interessieren, Marathon-Gruppen folgen und kürzlich nach Lauf-Apps gesucht haben.
Welcher Ansatz ist besser? Die Antwort lautet fast immer: Es kommt darauf an. Auf Ihre Ziele, Ihre Zielgruppe, Ihr Produkt und Ihr Budget. In diesem Vergleich analysieren wir beide Plattformen nach allen relevanten Kriterien, präsentieren aktuelle Daten für den deutschen Markt und geben konkrete Empfehlungen, wann Sie welche Plattform nutzen sollten.
Am Ende werden Sie nicht nur verstehen, wie sich Google Ads und Facebook Ads unterscheiden, sondern auch, wie Sie beide Plattformen optimal kombinieren können, um maximale Ergebnisse zu erzielen.
Überblick: Beide Plattformen
Bevor wir in den direkten Vergleich einsteigen, verschaffen wir uns einen Überblick über beide Werbeplattformen.
Google Ads im Kurzprofil
Was ist Google Ads? Google Ads ist Googles Werbeplattform, die Anzeigen über verschiedene Google-Eigenschaften und Partnerwebsites ausspielt.
Suchnetzwerk, Display, YouTube, Shopping
Google Ads besteht aus mehreren Netzwerken, die verschiedene Werbemöglichkeiten bieten:
Suchnetzwerk: Textanzeigen, die über, unter oder neben den organischen Suchergebnissen auf Google.de erscheinen. Dies ist das Herzstück von Google Ads und für die meisten Werbetreibenden der wichtigste Kanal.
Display-Netzwerk: Bildanzeigen, die auf über 2 Millionen Websites und Apps im Google Display Network (GDN) erscheinen. Ideal für Reichweite und Branding.
YouTube: Video-Anzeigen auf der weltweit zweitgrößten Suchmaschine. Von In-Stream-Ads (vor Videos) bis zu Discovery-Anzeigen.
Shopping: Produktanzeigen mit Bild, Preis und Händlername, die bei produktbezogenen Suchen prominent erscheinen. Unverzichtbar für E-Commerce.
Performance Max: Googles neuestes, KI-gesteuertes Kampagnenformat, das automatisch über alle Google-Kanäle optimiert.
Die Stärke von Google Ads liegt in der Vielfalt: Sie können einen Nutzer in jeder Phase der Customer Journey erreichen – von der ersten Recherche (Display) über die aktive Suche (Search) bis zum Wiederkommen (Remarketing).
Facebook Ads im Kurzprofil
Was ist Facebook Ads? Facebook Ads ist die Werbeplattform von Meta (ehemals Facebook Inc.), die Anzeigen über das gesamte Meta-Ökosystem ausspielt.
Facebook, Instagram, Messenger, Audience Network
Wenn Sie von "Facebook Ads" sprechen, meinen Sie eigentlich das Meta Ads System, das folgende Platzierungen umfasst:
Facebook: Die klassische Desktop- und Mobile-Plattform mit News Feed, Stories, Right Column, Marketplace und mehr. Mit 32 Millionen Nutzern in Deutschland die größte Social-Media-Plattform.
Instagram: Die visuelle Plattform mit 28 Millionen Nutzern in Deutschland. Besonders stark bei jüngeren Zielgruppen (18-34 Jahre) und visuellen Branchen. Platzierungen umfassen Feed, Stories, Reels, Explore und Shopping.
Messenger: Anzeigen in der Facebook Messenger App, ideal für Conversational Ads und Chatbots.
Audience Network: Externe Apps und Websites, auf denen Facebook Anzeigen ausspielt. Erweitert die Reichweite über Meta-Eigenschaften hinaus.
WhatsApp: Noch begrenzt, aber wachsende Werbemöglichkeiten über WhatsApp Business API.
Alle diese Platzierungen werden über einen einzigen Ads Manager verwaltet. Sie erstellen eine Kampagne und Facebook verteilt Ihr Budget automatisch auf die Platzierungen, die am besten performen – oder Sie wählen manuell.
Die Stärke von Facebook Ads liegt im Targeting: Dank jahrelanger Datensammlung über Nutzerverhalten, Interessen, Demografie und soziale Verbindungen bietet Facebook wahrscheinlich das granularste Zielgruppen-Targeting aller Werbeplattformen.
Reichweite und Zielgruppen
Beide Plattformen bieten massive Reichweite, aber sie erreichen Nutzer in unterschiedlichen Kontexten.
Google Ads Reichweite
Marktdominanz: Google hat in Deutschland einen Marktanteil von über 90% bei den Suchmaschinen. Praktisch jeder Internetnutzer verwendet Google mehrmals täglich.
Tägliche Suchanfragen: Über 4 Millionen Suchanfragen werden täglich von deutschen Nutzern gestellt. Das Display-Netzwerk erreicht über 90% aller Internetnutzer in Deutschland.
Demografische Verteilung: Google wird über alle Altersgruppen hinweg genutzt – von 16 bis 70+ Jahren. Die Verteilung ist relativ gleichmäßig, mit leichter Übergewichtung der 25-54-Jährigen.
Nutzungskontext: Menschen nutzen Google mit einer konkreten Absicht – sie suchen Informationen, Produkte oder Lösungen. Dies macht Google-Traffic besonders wertvoll für Conversion-orientierte Kampagnen.
YouTube-Reichweite: Als Teil von Google Ads bietet YouTube Zugang zu 49 Millionen Nutzern in Deutschland, was etwa 70% der Online-Bevölkerung entspricht.
Facebook Ads Reichweite
Nutzerzahlen Deutschland:
- Facebook: 32 Millionen monatlich aktive Nutzer
- Instagram: 28 Millionen monatlich aktive Nutzer
- Überschneidung: Viele Nutzer sind auf beiden Plattformen aktiv, die kombinierte Unique Reach liegt bei etwa 38-40 Millionen
Demografische Verteilung Facebook:
- 18-24 Jahre: 14%
- 25-34 Jahre: 23%
- 35-44 Jahre: 20%
- 45-54 Jahre: 18%
- 55-64 Jahre: 15%
- 65+ Jahre: 10%
Demografische Verteilung Instagram:
- 18-24 Jahre: 31%
- 25-34 Jahre: 33%
- 35-44 Jahre: 18%
- 45-54 Jahre: 11%
- 55+ Jahre: 7%
Nutzungskontext: Menschen nutzen Facebook und Instagram zur Unterhaltung, zum Austausch mit Freunden und zur Inspiration. Die Kaufabsicht ist initial niedriger als bei Google, aber dafür ist die Aufmerksamkeit für visuelle Inhalte höher.
Engagement: Facebook-Nutzer verbringen durchschnittlich 38 Minuten pro Tag auf der Plattform, Instagram-Nutzer sogar 53 Minuten. Das sind mehr Kontaktpunkte als bei Google-Suchen.
Vergleichstabelle Reichweite
| Kriterium | Google Ads | Facebook Ads | |-----------|------------|--------------| | Monatliche Nutzer DE | 70M+ (alle Google-Dienste) | 38-40M (Facebook + Instagram unique) | | Marktdurchdringung | 90%+ der Internetnutzer | 60-70% der Internetnutzer | | Altersgruppe Schwerpunkt | 25-54 (gleichmäßig) | 18-44 (Facebook), 18-34 (Instagram) | | Nutzungsfrequenz | Mehrmals täglich (Suche) | 38-53 Min. tägliche Verweildauer | | Internationale Skalierung | Exzellent (alle Märkte) | Exzellent (190+ Länder) |
Fazit Reichweite: Google erreicht mehr Menschen in Deutschland und deckt alle Altersgruppen besser ab. Facebook/Instagram hat Stärken bei jüngeren Zielgruppen und bietet längere Nutzungszeiten. Für maximale Reichweite: Beide Plattformen kombinieren.
Targeting-Möglichkeiten
Das Targeting ist entscheidend für den Werbeerfolg. Beide Plattformen bieten umfassende Optionen, aber mit grundlegend unterschiedlichen Ansätzen.
Intent-basiert vs. Interest-basiert
Dies ist der fundamentalste Unterschied zwischen beiden Plattformen:
Google Ads: Intent-basiert Sie erreichen Menschen basierend auf dem, was sie gerade jetzt suchen. Jemand googelt "Rechtsanwalt Scheidung München" – das ist ein klarer, aktueller Intent. Ihre Anzeige erscheint genau in diesem Moment der Kaufabsicht.
Facebook Ads: Interest-basiert Sie erreichen Menschen basierend auf dem, wofür sie sich generell interessieren, was sie in der Vergangenheit getan haben und welchen demografischen Gruppen sie angehören. Jemand interessiert sich für Fitness und gesunde Ernährung – das macht ihn zur potenziellen Zielgruppe für Sportbekleidung, auch wenn er gerade nicht danach sucht.
Implikationen:
- Google-Nutzer sind oft weiter unten im Funnel (höhere Kaufbereitschaft)
- Facebook eignet sich besser für oberen Funnel (Awareness, Consideration)
- Google funktioniert für "Problem aware" Kunden
- Facebook kann Bedürfnisse wecken, die noch nicht bewusst waren
Google Ads Targeting
Keyword-Targeting: Das Herzstück von Google Search Ads. Sie wählen Keywords, bei denen Ihre Anzeigen erscheinen sollen. Mit Match Types (exact, phrase, broad) steuern Sie die Genauigkeit.
Demografisches Targeting: Alter, Geschlecht, Haushaltseinkommen, Elternstatus. Weniger granular als Facebook, aber ausreichend für viele Kampagnen.
Geografisches Targeting: Sehr präzise – von Ländern über Städte bis zu individuellen Postleitzahlen oder Radius um einen Standort.
Geräte-Targeting: Desktop, Mobile, Tablet mit individuellen Gebotsanpassungen.
Audience-Targeting:
- In-Market Audiences (aktiv auf Kaufsuche)
- Affinity Audiences (generelle Interessen)
- Custom Intent (basierend auf Keywords und URLs)
- Customer Match (Ihre eigene Kundenliste)
- Similar Audiences (Lookalikes)
Content-Targeting (für Display): Platzierung nach Themen, Keywords auf Webseiten oder spezifischen Websites.
Stärke: Die Kombination aus Intent (Keywords) und Audiences macht Google sehr mächtig. Sie können z.B. nur Menschen targetieren, die nach "CRM Software" suchen UND in der IT-Branche arbeiten.
Facebook Ads Targeting
Demografisches Targeting: Alter, Geschlecht, Beziehungsstatus, Bildung, Beruf, Unternehmensgröße (über LinkedIn-Daten), ethnische Zugehörigkeit (in manchen Ländern).
Location-Targeting: Land, Stadt, Postleitzahl, Radius – ähnlich wie Google.
Interest-Targeting: Wahrscheinlich die granularste Interest-Datenbank der Welt. Über 1.000 vordefinierte Interessen-Kategorien, von "Laufen" über "Bio-Lebensmittel" bis zu "Tesla".
Behavior-Targeting: Kaufverhalten, Reiseverhalten, Gerätenutzung, und mehr.
Connection-Targeting: Menschen, die Ihre Seite mögen, ihre Freunde, oder explizit Personen ausschließen, die bereits Fans sind.
Custom Audiences:
- Website-Traffic (Facebook Pixel)
- App-Aktivität
- Customer Lists (Upload von E-Mail-Adressen oder Telefonnummern)
- Engagement (Personen, die mit Ihren Facebook/Instagram-Inhalten interagiert haben)
Lookalike Audiences: Basierend auf einer Custom Audience findet Facebook ähnliche Nutzer. Extrem mächtig für Skalierung.
Life Events: Umzug, neuer Job, Verlobung, Hochzeitstag, Geburtstag – Facebook weiß oft über wichtige Lebensereignisse Bescheid und lässt Sie diese targetieren.
Stärke: Die Detailtiefe ist unübertroffen. Sie können z.B. targetieren: "Frauen, 28-35 Jahre, verlobt in den letzten 6 Monaten, Interesse an Hochzeiten und Fotografie, wohnen in München oder Umgebung, Haushalts-Einkommen über Durchschnitt" – eine perfekte Zielgruppe für einen Hochzeitsfotografen.
Welches Targeting für welches Ziel?
Nutzen Sie Google Ads Targeting für:
- Direkte Conversion-Kampagnen (Menschen suchen Ihr Produkt)
- Lokale Dienstleistungen (hohe geografische Relevanz)
- B2B mit klaren Suchbegriffen (z.B. "Buchhaltungssoftware")
- Hohe Kaufabsicht erforderlich
Nutzen Sie Facebook Ads Targeting für:
- Neue Produktkategorien (noch kein Suchvolumen)
- Lifestyle-Produkte (Bedürfnis muss geweckt werden)
- Sehr spezifische demografische Gruppen
- Remarketing (oft günstiger als Google)
- Lookalike-Expansion (neue Kunden finden, die bestehenden ähneln)
Kombination: Das Optimale ist oft, Facebook für oberen Funnel zu nutzen (Awareness bei den richtigen Zielgruppen) und Google für unteren Funnel (wenn diese Menschen dann suchen).
Anzeigenformate
Die verfügbaren Anzeigenformate bestimmen, wie Sie Ihre Botschaft präsentieren können.
Google Ads Formate
Search Ads (Textanzeigen):
- Überschriften (3 x 30 Zeichen)
- Beschreibungen (2 x 90 Zeichen)
- Anzeige-URLs und Erweiterungen
- Rein textbasiert, erscheinen in Suchergebnissen
- Best Practice: Klare Value Proposition, Call-to-Action, relevante Keywords
Responsive Search Ads: Sie liefern bis zu 15 Headlines und 4 Descriptions, Google testet automatisch Kombinationen und zeigt die best-performenden.
Display Ads:
- Responsive Display Ads (Google passt automatisch an Platzierungsgröße an)
- Uploaded Image Ads (feste Größen)
- Verschiedene Formate: Banner, Skyscraper, Rectangle, etc.
- Ideal für visuelle Brands und Remarketing
Shopping Ads:
- Produktbild, Titel, Preis, Shop-Name
- Erscheinen prominent bei Produktsuchen
- Direkt aus dem Produkt-Feed (Merchant Center)
- Hohe Click-Through-Rates im E-Commerce
Video Ads (YouTube):
- Skippable In-Stream (nach 5 Sek. überspringbar)
- Non-Skippable In-Stream (15-20 Sek., nicht überspringbar)
- Bumper Ads (6 Sek., nicht überspringbar)
- Discovery Ads (in Suchergebnissen und Sidebar)
Performance Max: Automatisierte Anzeigen, die über alle Google-Kanäle ausgespielt werden. Sie liefern Assets (Bilder, Videos, Headlines), Google erstellt und optimiert die Anzeigen automatisch.
Facebook Ads Formate
Image Ads: Einfache Bildanzeigen mit Text, Headline und Call-to-Action. Der Klassiker, funktioniert überall (Feed, Stories, etc.).
Video Ads: Von kurzen 5-Sekunden-Clips bis zu längeren Videos. Autoplay im Feed sorgt für Aufmerksamkeit. Video ist mittlerweile der best-performende Content-Typ.
Carousel Ads: Mehrere scrollbare Bilder oder Videos in einer Anzeige. Ideal um mehrere Produkte zu zeigen oder eine Geschichte zu erzählen. Bis zu 10 Karten möglich.
Collection Ads: Ein großes Hero-Image/-Video mit mehreren Produkten darunter. Öffnet ein Instant-Experience (mobile Fullscreen). Perfekt für E-Commerce.
Stories Ads: Vertikale Fullscreen-Anzeigen für Facebook und Instagram Stories. Sehr immersiv, besonders bei jüngeren Zielgruppen beliebt.
Reels Ads: Vertikale Video-Anzeigen in Instagram und Facebook Reels (TikTok-ähnlicher Kurzform-Video-Feed). Hohe Engagement-Raten.
Lead Ads: Formulare, die sich direkt auf Facebook öffnen (ohne Website-Besuch). Nutzer-Daten sind bereits vorausgefüllt. Sehr effektiv für Lead-Generierung mit niedriger Friction.
Messenger Ads: Anzeigen in Messenger, oft mit Chat-Integration. Ideal für Conversational Marketing.
Instant Experience (ehemals Canvas): Interaktive, mobile-optimierte Fullscreen-Erlebnisse, die sich beim Klick auf eine Anzeige öffnen.
Vergleich der Formate
| Kriterium | Google Ads | Facebook Ads | |-----------|------------|--------------| | Text-fokussiert | Search Ads (primär) | Nur sekundär (Caption) | | Bild-fokussiert | Display, Shopping | Image Ads, Carousel | | Video | YouTube (separate Plattform) | Native im Feed, Stories, Reels | | Interaktiv | Begrenzt (Erweiterungen) | Hoch (Carousel, Collection, Instant Experience) | | Mobile-optimiert | Standard | Native-mobile (Stories, Reels) | | Vielfalt | Hoch (verschiedene Netzwerke) | Sehr hoch (viele Formate & Platzierungen) |
Fazit Formate: Google ist stärker in text- und intent-basierten Formaten. Facebook ist stärker in visuellen, interaktiven und nativen Mobile-Formaten. Für rein visuelle Brands (Mode, Food, Lifestyle) bietet Facebook mehr kreative Möglichkeiten.
Kosten im Vergleich
Die Kosten sind oft der entscheidende Faktor bei der Plattform-Wahl. Die Antwort ist jedoch: "Es kommt darauf an."
CPC Vergleich
Google Ads durchschnittliche CPCs Deutschland:
- Search Ads: 1,50€ - 3,00€ (Durchschnitt über alle Branchen)
- Display Ads: 0,30€ - 0,80€
- Shopping Ads: 0,40€ - 1,20€
- YouTube Ads: 0,10€ - 0,30€ (aber oft CPM-basiert)
Facebook Ads durchschnittliche CPCs Deutschland:
- Feed Ads: 0,40€ - 1,20€ (Durchschnitt)
- Stories/Reels: 0,30€ - 0,90€
- Audience Network: 0,20€ - 0,50€
Auf den ersten Blick ist Facebook deutlich günstiger. Aber das ist nur die halbe Wahrheit.
Durchschnittswerte nach Branche
| Branche | Google Ads CPC | Facebook Ads CPC | |---------|----------------|------------------| | E-Commerce (Mode) | 0,80€ - 1,50€ | 0,50€ - 1,00€ | | E-Commerce (Elektronik) | 1,20€ - 2,00€ | 0,60€ - 1,20€ | | B2B Software | 3,00€ - 8,00€ | 2,00€ - 5,00€ | | Finanzen/Versicherung | 5,00€ - 20,00€ | 2,00€ - 8,00€ | | Immobilien | 2,00€ - 5,00€ | 1,00€ - 3,00€ | | Gesundheit/Fitness | 1,50€ - 3,00€ | 0,70€ - 1,50€ | | Rechtsberatung | 5,00€ - 15,00€ | 2,00€ - 6,00€ | | Restaurant/Food | 0,80€ - 2,00€ | 0,30€ - 0,80€ |
Über alle Branchen ist Facebook tendenziell 30-50% günstiger pro Klick.
CPM Vergleich
CPM (Cost per Mille = Kosten pro 1.000 Impressionen) ist vor allem für Branding-Kampagnen relevant.
Google Display Network: 2€ - 10€ CPM YouTube: 3€ - 15€ CPM Facebook Feed: 5€ - 15€ CPM Instagram: 7€ - 20€ CPM
Überraschenderweise ist Google Display oft günstiger für reine Reichweite. Facebook ist teurer pro Impression, liefert aber oft höhere Engagement-Raten.
CPA Vergleich
Cost per Acquisition (Kosten pro Conversion) ist die wichtigste Metrik – denn was nützen günstige Klicks, wenn sie nicht konvertieren?
Was kostet ein Lead/Sale?
Durchschnittliche CPAs in Deutschland:
| Conversion-Ziel | Google Ads | Facebook Ads | |----------------|------------|--------------| | E-Commerce Kauf (AOV 50€) | 5€ - 15€ | 8€ - 20€ | | E-Commerce Kauf (AOV 200€+) | 15€ - 40€ | 20€ - 50€ | | B2B Lead (einfach) | 20€ - 50€ | 30€ - 70€ | | B2B Lead (qualifiziert) | 50€ - 150€ | 60€ - 180€ | | Newsletter-Anmeldung | 1€ - 5€ | 0,50€ - 3€ | | App-Install | 1€ - 4€ | 0,80€ - 3€ | | Lokale Store-Besuche | 3€ - 10€ | 2€ - 8€ |
Interessante Beobachtung: Während Facebook günstigere Klicks hat, sind die CPAs oft ähnlich oder sogar höher als bei Google. Warum? Niedrigere Conversion-Raten.
Beispielrechnung E-Commerce:
- Google: CPC 1,50€, Conversion Rate 3% → CPA = 50€
- Facebook: CPC 0,60€, Conversion Rate 1,2% → CPA = 50€
Beide Plattformen kommen auf ähnliche Acquisition-Kosten, trotz unterschiedlicher Klickpreise.
Kostenvergleichstabelle
| Metrik | Google Ads | Facebook Ads | Vorteil | |--------|------------|--------------|---------| | CPC | Höher (1,50-3€) | Niedriger (0,40-1,20€) | Facebook | | CPM | Niedriger (2-10€) | Höher (5-15€) | Google | | Conversion Rate | Höher (2-5%) | Niedriger (1-2%) | Google | | CPA | Ähnlich | Ähnlich | Unentschieden | | ROAS (E-Commerce) | 3:1 - 6:1 | 2:1 - 4:1 | Google | | Mindestbudget | Flexibel (ab 5€/Tag) | Flexibel (ab 5€/Tag) | Unentschieden |
Conversion-Raten
Die Conversion-Rate ist entscheidend für den letztendlichen ROI. Günstige Klicks sind wertlos, wenn niemand kauft.
Google Ads Conversion Rates
Durchschnittliche Conversion-Raten nach Kampagnentyp:
- Search Ads: 3-5% (branchenabhängig)
- Shopping Ads: 2-4%
- Display Ads: 0,5-1%
- YouTube Ads: 0,5-2%
Branchen-Benchmarks für Search Ads:
- E-Commerce: 2-4%
- B2B Services: 2-5%
- Finance: 5-10%
- Legal: 6-8%
- Travel: 3-6%
Warum so hoch? Der Intent. Menschen, die auf Google nach "Krankenversicherung Vergleich" suchen und dann auf Ihre Anzeige klicken, haben eine konkrete Absicht. Sie sind bereit zu handeln.
Facebook Ads Conversion Rates
Durchschnittliche Conversion-Raten nach Kampagnentyp:
- Conversion Campaigns: 1-2%
- Lead Ads: 2-5% (niedriger Threshold)
- Engagement Campaigns: Nicht auf Conversion optimiert
- Remarketing: 2-4%
Branchen-Benchmarks:
- E-Commerce: 1-2%
- B2C Services: 1-3%
- B2B: 1-2%
- Lead Generation: 5-10% (aber Lead-Qualität oft niedriger)
Warum der Unterschied?
Intent-Gap: Der fundamentale Grund für niedrigere Facebook-Conversion-Raten ist der fehlende unmittelbare Intent. Menschen auf Facebook scrollen zum Zeitvertreib, nicht um zu kaufen.
Customer Journey Stage: Facebook erreicht Menschen oft früher in der Customer Journey (Awareness/Consideration). Google erreicht sie später (Consideration/Decision).
Tracking-Unterschiede: iOS14+ Privacy-Updates haben Facebook-Tracking stärker beeinträchtigt als Google. Viele Conversions werden nicht mehr korrekt gemessen.
Positive Seite: Obwohl die unmittelbaren Conversion-Raten niedriger sind, beeinflusst Facebook-Werbung oft spätere Google-Suchen. View-Through-Conversions und Cross-Device-Conversions werden oft unterschätzt.
Praxis-Beispiel: Ein Nutzer sieht Ihre Facebook-Anzeige für "Ergonomische Bürostühle", klickt darauf, schaut sich um, kauft aber nicht. Drei Tage später googelt er "Ergonomische Bürostühle Test", klickt auf Ihre Google-Anzeige und kauft. Google bekommt die Attribution, aber Facebook hat den Prozess initiiert.
Wann Google Ads wählen?
Basierend auf allen bisherigen Vergleichen gibt es klare Szenarien, in denen Google Ads die bessere Wahl ist.
High-Intent Produkte/Services
Wenn Menschen aktiv nach Ihrer Lösung suchen, ist Google unschlagbar. Beispiele:
- Notdienste (Schlüsseldienst, Klempner, Anwalt)
- Vergleichsprodukte (Versicherungen, Kredite, Software)
- Problemlösungen (Schädlingsbekämpfung, Reparaturen)
- Dringende Bedürfnisse (Umzugsunternehmen, Arzt-Termine)
In all diesen Fällen googeln Menschen konkret nach der Lösung. Ihre Anzeige erscheint genau im richtigen Moment.
B2B Lead Generation
Für B2B funktioniert Google oft besser als Facebook (Ausnahme: LinkedIn für sehr spezifisches Targeting).
Warum? B2B-Käufer recherchieren aktiv. Ein IT-Manager, der nach "CRM Software für kleine Unternehmen" sucht, ist ein qualifizierter Lead. Der gleiche Manager scrollt auf Facebook nicht, um Software zu kaufen.
Best Practice: Google Ads für Bottom-of-Funnel (Conversion), kombiniert mit LinkedIn oder Facebook für Top-of-Funnel (Awareness bei Ihrer Persona).
Lokale Dienstleister
Google My Business + Local Search Ads sind für lokale Unternehmen extrem wertvoll:
- Restaurants
- Handwerker
- Ärzte und Zahnärzte
- Friseure und Beauty-Salons
- Fitnessstudios
- Einzelhandel
Menschen suchen lokal: "Zahnarzt in der Nähe", "Italienisches Restaurant München", "Autowerkstatt Berlin Kreuzberg". Google integriert diese Suchen perfekt mit Google Maps und Local Business Listings.
Zusätzlich: Google Call-Only Ads ermöglichen es Nutzern, direkt aus der Anzeige anzurufen – ideal für lokale Dienstleister.
Wann Facebook Ads wählen?
Facebook ist nicht schlechter als Google – es ist anders. Für bestimmte Ziele ist Facebook die bessere Wahl.
Brand Awareness
Wenn Ihr primäres Ziel Bekanntheit ist, ist Facebook kosteneffizienter als Google:
- Niedrigere CPMs
- Visuelle, aufmerksamkeitsstarke Formate
- Native Integration in Social Feeds
- Viralitätspotenzial (Shares, Kommentare)
Brand-Awareness-Kampagnen auf Google (Display, YouTube) funktionieren auch, aber Facebook ist oft günstiger und engagierender.
Visuelle Produkte
Produkte, die visuell überzeugen müssen, performen auf Facebook/Instagram besser:
- Mode und Accessoires
- Home Decor und Möbel
- Food und Getränke
- Beauty und Kosmetik
- Kunst und Fotografie
- Reisen und Hotels
Diese Branchen leben von Inspiration und Ästhetik. Instagram's visueller Feed ist das perfekte Umfeld. Google's Textanzeigen oder selbst Shopping-Ads können nicht die gleiche emotionale Verbindung schaffen.
Jüngere Zielgruppen
Wenn Ihre Zielgruppe 16-35 Jahre alt ist, ist Facebook/Instagram oft effektiver:
- Höhere Nutzungsintensität bei jüngeren Menschen
- Native Mobile Experience (Stories, Reels)
- Trendy Formate (UGC, Influencer-Style)
- Besser für "Entdecken" statt "Suchen"
Gen Z besonders: Diese Generation sucht weniger auf Google und entdeckt mehr auf Social Media. Für Gen-Z-Produkte ist Instagram/TikTok oft wichtiger als Google.
Kombinierte Strategie
Die beste Strategie für die meisten Unternehmen ist nicht "entweder-oder", sondern "sowohl-als-auch".
Facebook für TOFU, Google für BOFU
Full-Funnel-Ansatz mit beiden Plattformen:
Top of Funnel (TOFU) - Facebook/Instagram:
- Ziel: Awareness und Interest
- Format: Video Ads, Carousel Ads, Story Ads
- Targeting: Breite Interest-Audiences, Lookalikes
- Content: Emotional, storytelling, Problemdarstellung
- Ziel: Brand bekannt machen, Consideration wecken
Middle of Funnel (MOFU) - Beide Plattformen:
- Facebook Remarketing: Menschen, die Website besucht haben
- Google Display Remarketing: Ähnlich, andere Umfelder
- Ziel: Weitere Touchpoints schaffen, Details liefern
Bottom of Funnel (BOFU) - Google Search:
- Ziel: Conversion
- Format: Search Ads mit starker Value Proposition
- Targeting: High-Intent Keywords
- Content: Direkt, lösungsorientiert, klarer CTA
- Ziel: Konversion der bereits interessierten Nutzer
Beispiel E-Commerce Fashion-Brand:
- Instagram Video Ad zeigt Lifestyle-Content mit neuer Kollektion → User wird aufmerksam
- User besucht Website, legt nichts in Warenkorb → Facebook Remarketing zeigt Carousel mit konkreten Produkten
- Drei Tage später googelt User "nachhaltige Jeans Damen" → Google Shopping Ad erscheint → Kauf
Jede Plattform spielt ihre Stärke aus. Attribution: 40% Facebook (First Touch), 60% Google (Last Touch) – aber beide waren essentiell.
Cross-Platform Attribution
Die Herausforderung: Plattformen attribuieren Conversions gerne sich selbst. Facebook zeigt eine Conversion-Rate von 2%, Google zeigt 4%. In Wahrheit gibt es Überschneidungen.
Lösungsansätze:
- Google Analytics 4: Plattformübergreifende Analyse aller Traffic-Quellen
- Multi-Touch Attribution Tools: Northbeam, Hyros, Triple Whale für E-Commerce
- Inkrementelle Tests: Schalten Sie Facebook aus für 2 Wochen – gehen Google-Conversions zurück? Dann hatte Facebook Assist-Wert
- UTM-Parameter: Konsequentes Tracking aller Kampagnen
Realität: 30-50% der Conversions haben mehrere Touchpoints. Facebook initiiert oft, Google converted. Beide sind wertvoll.
Vergleichstabelle: Alle Kriterien
Hier die ultimative Vergleichstabelle mit allen wichtigen Kriterien:
| Kriterium | Google Ads | Facebook Ads | Gewinner | |-----------|------------|--------------|----------| | Reichweite DE | 70M+ Nutzer | 38M Nutzer | Google | | Targeting-Präzision | Hoch (Intent+Audience) | Sehr hoch (Demographics+Interest) | Facebook | | Intent-Level | Sehr hoch | Niedrig-Mittel | Google | | Durchschn. CPC | 1,50-3€ | 0,40-1,20€ | Facebook | | Conversion Rate | 3-5% | 1-2% | Google | | CPA | Mittel | Mittel | Tie | | Visuelle Formate | Begrenzt | Exzellent | Facebook | | B2B-Eignung | Hoch | Mittel | Google | | E-Commerce | Sehr hoch | Hoch | Google | | Brand Awareness | Mittel | Sehr hoch | Facebook | | Lokale Businesses | Exzellent | Gut | Google | | Mobile-First | Gut | Exzellent | Facebook | | Lernkurve | Mittel-Hoch | Mittel | Facebook | | Mindestbudget | Flexibel | Flexibel | Tie | | Skalierbarkeit | Sehr hoch | Sehr hoch | Tie | | Tracking-Qualität | Exzellent | Gut (iOS-Einschränkungen) | Google | | Geeignet für Starter | Gut | Besser | Facebook |
Häufige Fragen
Was ist besser: Google Ads oder Facebook Ads? Keine Plattform ist objektiv "besser". Google Ads ist besser für High-Intent-Conversions und Suchanfragen. Facebook Ads ist besser für visuelle Marken, Awareness und spezifisches demografisches Targeting. Die meisten erfolgreichen Unternehmen nutzen beide.
Was ist günstiger: Google oder Facebook Werbung? Facebook hat niedrigere CPCs (0,40-1,20€ vs. 1,50-3€ bei Google). Aber Google hat höhere Conversion-Raten, sodass die Cost-per-Acquisition oft ähnlich sind. Für reine Reichweite ist Facebook günstiger. Für qualifizierten Traffic ist Google oft kosteneffizienter.
Kann ich beide gleichzeitig nutzen? Ja, und das sollten Sie auch. Die beste Strategie ist meist eine Kombination: Facebook für oberen Funnel (Awareness), Google für unteren Funnel (Conversion). Mit angemessenem Budget (1.000€+/Monat gesamt) können beide Plattformen parallel laufen.
Was hat mehr Reichweite? Google erreicht über 90% aller Internetnutzer in Deutschland (70M+), Facebook/Instagram etwa 38M Unique Users. Google hat größere Reichweite, aber Facebook hat längere Verweildauer (38-53 Minuten täglich).
Was konvertiert besser? Google Ads hat durchschnittlich 2-3x höhere Conversion-Raten (3-5% vs. 1-2% bei Facebook). Der Grund: Intent. Menschen auf Google suchen aktiv, während Facebook-Nutzer unterbrochen werden. Für direkte Conversions ist Google effizienter.
Fazit und Empfehlung
Nach diesem umfassenden Vergleich lautet die ehrliche Antwort: Es kommt auf Ihr Geschäft an.
Wählen Sie Google Ads als Primärkanal, wenn:
- Ihre Zielgruppe aktiv nach Ihrer Lösung sucht
- Sie B2B oder High-Intent-Services verkaufen
- Direkte Conversions Priorität haben
- Sie lokale Dienstleistungen anbieten
- Ihr Produkt erklärungsbedürftig ist
Wählen Sie Facebook Ads als Primärkanal, wenn:
- Sie visuelle, lifestyle-orientierte Produkte haben
- Ihre Zielgruppe unter 35 Jahre alt ist
- Brand Awareness wichtiger ist als sofortige Conversions
- Sie E-Commerce mit Inspiration-Produkten betreiben
- Ihr Budget begrenzt ist und Sie maximale Reichweite wollen
Die beste Strategie für die meisten Unternehmen: Kombinieren Sie beide Plattformen in einem Full-Funnel-Ansatz:
- Budget-Split: 60-70% Google (Conversion-Fokus), 30-40% Facebook (Awareness + Remarketing)
- Facebook initiiert Kundenbeziehungen und baut Awareness
- Google fängt die entstehende Nachfrage ab und konvertiert
- Facebook Remarketing holt Nicht-Konvertierer zurück
Mindestbudget-Empfehlung für beide:
- Einzeln: Mindestens 500€/Monat pro Plattform für aussagekräftige Ergebnisse
- Kombiniert: Ab 1.500€/Monat total (1.000€ Google, 500€ Facebook)
- Optimal: 3.000€+ /Monat für vollen Multi-Channel-Ansatz
Die Konkurrenz nutzt wahrscheinlich bereits beide Plattformen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sollten Sie das auch tun – mit der richtigen Strategie für Ihre spezifische Situation.
Mehr Vergleiche zu allen Google Ads Alternativen finden Sie hier.